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Wölfe und Gottesanbeterin in Berlin? Diese besonderen Tiere leben in der Hauptstadt

Wölfe und Gottesanbeterinnen?  

Diese besonderen Tiere leben in Berlin in freier Wildbahn

11.10.2021, 07:45 Uhr
Wölfe und Gottesanbeterin in Berlin? Diese besonderen Tiere leben in der Hauptstadt. Eine Gottesanbeterin, fotografiert in Berlin: Die Schreckenart lebt in freie Wildbahn im Naturpark Südgelände in Schöneberg. (Quelle: imago images/Natur Picture Library)

Eine Gottesanbeterin, fotografiert in Berlin: Die Schreckenart lebt in freier Wildbahn im Naturpark Südgelände in Schöneberg. (Quelle: Natur Picture Library/imago images)

Das erste Wolfsrudel wurde im Berliner Ring gesichtet. Neben Füchsen und Wildschweinen eine weitere Art, deren Population sich erholt. Und es gibt noch viele weitere Tiere, mit denen man in Berlin gar nicht rechnet.

Füchse, Waschbären, Wildschweine – sie alle begegnen den Berlinern auf der Suche nach Nahrung in der Stadt immer wieder. Nun gibt es sogar Meldungen über weitere Wildtiere: Ein Wolfsrudel wurde im Berliner Ring gesichtet, nur etwa 30 Kilometer vom Alexanderplatz entfernt. Sechs Wölfe streifen wohl durch die Döberitzer Heide. Das Landesumweltamt ist erfreut über den Zuzug.

Doch das sind längst nicht alle Tiere, die in Berlin leben. Es gibt eine lange Liste von bunten, besonderen und vor allem seltenen Tieren, die sich die Hauptstadt ebenfalls zu ihrer Heimat gemacht haben. Und das sind sie:

Schildkröten in Friedrichshain-Kreuzberg

Im Schwanenteich des Volksparks Friedrichshain sollen seltene Schildkröten schwimmen, die in Berlin eigentlich gar nicht heimisch sind: die Cumberland-Schmuckschildkröten. Normalerweise leben diese in Sumpfgebieten in Alabama und Mississippi in den USA, doch offenbar gefällt es den gepanzerten Tieren in Friedrichshain sehr gut. Sie wurden vermutlich ausgesetzt. Die Größe der Population ist unklar, ebenso ob sie die kalten Winter überlebt haben.

Schildkröten gibt es auch im Engelbecken in Kreuzberg. Die aus Nordamerika stammende Rotwangen-Schmuckschildkröte ist bei uns vor allem als Haustier verbreitet. Irgendjemand scheint sie ausgesetzt zu haben. Doch das schadet den Tieren bislang nicht, sie vermehren sich und fühlen sich wohl.

Wasserschildkröten im Engelbecken in Kreuzberg: Irgendjemand hat die Tiere ausgesetzt. Seitdem vermehren sie sich. (Quelle: imago images/Olaf Wagner)Wasserschildkröten im Engelbecken in Kreuzberg: Irgendjemand hat die Tiere ausgesetzt. Seitdem vermehren sie sich. (Quelle: Olaf Wagner/imago images)

Wilde Mufflons

Im Düppeler Forst in Berlin kann man wilde Mufflons antreffen. Wirklich heimisch sind sie nicht. Eigentlich kommen die Wildschafe aus Korsika sowie Sardinien und Zypern, doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden immer wieder Mufflons in Deutschland ausgesetzt. Zuerst für die Jagd, dann wilderte man in den 1950er-Jahren weitere Tiere aus. Sie haben sich mit den Gegebenheiten angefreundet, leben aber im Verborgenen.

Drei Mufflons schauen zur Kamera (Symbolbild): In Berlin leben mittlerweile freilebende Mufflons. (Quelle: imago images/blickwinkel)Drei Mufflons schauen in die Kamera (Symbolbild): In Berlin gibt es mittlerweile frei lebende Mufflons. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Gottesanbeterinnen in Schöneberg

Der Naturpark Südgelände auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof hat sich zu einem Natur- und Naherholungsgebiet entwickelt. Einige Bereiche sind nur der Natur vorbehalten – und das hat sich ausgezahlt. In dem Gebiet in Schöneberg haben sich Gottesanbeterinnen niedergelassen. In einigen Wochen im Juni und Juli hat man die Möglichkeit, die Rarität zu sichten. 

Die Tiere sind teils handgroß, aber gar nicht so leicht zu erkennen. In gut getarntem Braun oder Grün streifen sie durch die Wälder. Wie groß ihre Population ist, ist unklar.

Eine Gottesanbeterin, fotografiert in Berlin: Die Schreckenart lebt in freie Wildbahn im Naturpark Südgelände in Schöneberg. (Quelle: imago images/Natur Picture Library)Eine Gottesanbeterin, fotografiert in Berlin: Die Schreckenart lebt in freier Wildbahn im Naturpark Südgelände in Schöneberg. (Quelle: Natur Picture Library/imago images)

Seeadler in Berlin

Nach etwa einem Jahrhundert ist der Seeadler 2002 zurück in die Hauptstadt gekehrt. Er ist einer der seltensten Raubvögel in Deutschland und war jahrhundertelang vom Aussterben bedroht. Mittlerweile soll er sich in Berlin-Buch herumtreiben. Der Nabu zählt bislang allerdings nur zwei Seeadler. 

Ein Seeadler hat einen Fisch gefangen (Symbolbild): Der NABU hat zwei in Berlin lebende Seeadler registriert. (Quelle: imago images/agefotostock)Ein Seeadler hat einen Fisch gefangen (Symbolbild): Der Nabu hat zwei in Berlin lebende Seeadler registriert. (Quelle: agefotostock/imago images)

Farbenfrohe Zauneidechsen

Zauneidechsen sind die am häufigsten vertretene Echsenart in Berlin, doch zunehmend gefährdet. Sie haben eine graubraune Grundfarbe, die Männchen sind dazu aber noch auffällig grün gefärbt. Wer die kleinen Sonnenanbeter mal aus nächster Nähe beobachten möchte, kann das mitten in Berlin tun.

In Lichtenberg leben die Echsen auf nahezu jeder unberührten Naturfläche mit hohem Gras. Sie sind aber sehr scheu – und vor allem flink.

Eine männliche Zauneidechse: Die flinken Tiere leben im hohen Gras mitten in Berlin-Lichtenberg. (Quelle: imago images/blickwinkel/M. Kuehn)Eine männliche Zauneidechse: Die flinken Tiere leben im hohen Gras mitten in Berlin-Lichtenberg. (Quelle: blickwinkel/M. Kuehn/imago images)

Fledermäuse in Spandauer Zitadelle

10.000 Fledermäuse suchen jedes Jahr die Spandauer Zitadelle auf, um dort den Winter zu verbringen. Im Gewölbe der Zitadelle gibt es unheimlich viele Versteckmöglichkeiten, in denen die Tiere Unterschlupf finden.

Im Fledermauskeller der Zitadelle kann man in einem Schaugehege Fledermäuse aus Südamerika beobachten. 200 tropische Fledertiere sollen sich dort laut Stadt Berlin dank erfolgreicher Nachzucht tummeln. Außerdem kann man sich Teile des Winterquartiers anschauen und zudem viel über die heimischen Tiere erfahren.

Fledermäuse essen eine Banane aus der Hand von Jörg Harder: Er ist Fledermausbeauftragter der Fledermäuse und Flughunde auf der Zitadelle Spandau. (Quelle: imago images/Kitty Kleist-Heinrich TSP)Fledermäuse essen eine Banane aus der Hand von Jörg Harder: Er ist Fledermausbeauftragter der Fledermäuse und Flughunde in der Zitadelle Spandau. (Quelle: Kitty Kleist-Heinrich TSP/imago images)

Exotische Mandarinente

Vielen Berlinern mag die bunte Mandarinente schon aufgefallen sein, denn in der Region Potsdam-Brandenburg gibt es europaweit die größte Population. Ursprünglich kommt die exotische Art aus Ostasien. Da einige Zierenten, die in Europa in Gefangenschaft lebten, geflohen sind und sich verpaart haben, kam es dazu, dass sie fortan in freier Wildbahn zu finden waren.

Wie auch bei anderen Entenarten sind jedoch nur die Männchen mit buntem Gefieder geschmückt, die Weibchen sind in schlichtem Graubraun gekleidet.

Männliche Mandarinente: Ursprünglich kommt sie aus Ostasien. (Quelle: imago images/Shotshop)Männliche Mandarinente: Ursprünglich kommt sie aus Ostasien. (Quelle: Shotshop/imago images)

Große Feldhasen

Wildkaninchen begegnen den Berlinern nahezu auf jeder Grünfläche, selbst mitten im Stadtgebiet. Doch auch der Feldhase, ein Verwandter, der allerdings deutlich größer ist, treibt sich nun vermehrt in Berlin herum. Auf der Suche nach Nahrung flüchtet er in die Stadt, denn vom Land wird der Feldhase mehr und mehr vertrieben. Die Rote Liste gefährdeter Arten stuft ihn sogar als "gefährdet" ein. 

Ein Feldhase: Die Tiere stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. (Quelle: imago images/shotshop/Archivbild)Ein Feldhase: Die Tiere stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. (Quelle: shotshop/Archivbild/imago images)

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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