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Hohe Spritpreise: Tanktourismus nach Polen zieht an

Berlin  

Hohe Spritpreise: Tanktourismus nach Polen zieht an

19.10.2021, 14:31 Uhr | dpa

Hohe Spritpreise: Tanktourismus nach Polen zieht an. Spritpreise

Die Preistafel vor einer Tankstelle zeigt die Benzinpreise an. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die hohen Spritpreise an deutschen Tankstellen lassen den Tanktourismus nach Polen wieder anziehen. "Je größer die Preisunterschiede für Sprit, desto mehr leiden die Kollegen in Deutschland", sagte Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbandes des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost, am Dienstag auf Anfrage. An seiner Tankstelle sei der Umsatz seit Monatsbeginn um 17 Prozent gesunken. "Das steigt mit Sicherheit noch auf 20 Prozent", sagte er. In Brandenburg betreut der Verband etwa 80 bis 100 Tankstellen, in Berlin 150.

Zu den Autofahrern, die schon immer nach Polen zum Tanken fuhren, seien nun weitere gekommen, die Preisvorteile in Anspruch nehmen wollten, sagte Rühlemann. Berechnet werden sollte aber auch, ob sich lange Anfahrtswege wirklich lohnten.

Die aktuellen Spritpreise in Polen liegen im landesweiten Durchschnitt bei Benzin 95 bei 5,88 Zloty (1,30 Euro), bei Benzin 98 6,08 Zloty (1,35 Euro) und bei Diesel 5,87 Zloty (1,30 Euro). "Die Deutschen tanken hier wie immer", sagte die Mitarbeiterin einer Tankstelle in Slubice der Deutschen Presse-Agentur.

Auf deutscher Seite in Frankfurt (Oder) ist der Kundenrückgang aber empfindlich zu bemerken. "Der Anreiz, über die Grenze zu fahren, wird noch größer, wenn Zigaretten für die Tante eingekauft werden", sagte ein Betreiber. Dann würden viele Autofahrer auch eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Auch in Guben (Landkreis Spree-Neiße) geht die Zahl der Kunden an den Tankstellen spürbar zurück. "Vermutlich fahren mehr rüber", sagte eine Mitarbeiterin.

Der ADAC Berlin-Brandenburg hat bislang bei seinen Mitgliedern jedoch noch keinen zunehmenden Tanktourismus bemerkt.

Nach Angaben von Rühlemann wird die wirtschaftliche Situation für seine Kollegen schwieriger. "Wir leben nicht vom Verkauf vom Sprit, sondern vom Shop-Geschäft, dem Verkauf von Brötchen, Zeitungen und Imbiss. Das ist bekannt", sagte er. Wenn Tankkunden ausblieben, fielen auch diese Einnahmen weg. Teilweise verkürzten sich in den Abendstunden Öffnungszeiten, um Personalkosten zu sparen.

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