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Berlin: Ärzte vergessen Tuch nach OP im Bauch – Klinik verweigert Schmerzensgeld

Pfusch beim Kaiserschnitt  

Ärzte vergessen OP-Tuch im Bauch – Folgen für Patientin

09.12.2021, 14:04 Uhr | t-online, mtt

Berlin: Ärzte vergessen Tuch nach OP im Bauch – Klinik verweigert Schmerzensgeld. Das Klinikum in Berlin-Buch (Archivbild): Helios räumte ein, dass das Tuch vergessen wurde. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)

Das Klinikum in Berlin-Buch (Archivbild): Helios räumte ein, dass das Tuch vergessen wurde. (Quelle: Jürgen Ritter/imago images)

In einer Berliner Klinik soll es zu schwerwiegendem Ärztepfusch gekommen sein: Nach einem Kaiserschnitt wurde im Bauch einer Frau ein großes OP-Tuch vergessen. Nun könnte sie lebenslang unter den Folgen leiden.

Bis zu ihrem Tod wird eine 39-jährige Frau möglicherweise unter Darmproblemen leiden, die durch ein 30 mal 30 Zentimeter großes OP-Tuch verursacht wurden, das Ärzte in ihrem Körper vergaßen.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf ein von der Krankenkasse der Frau in Auftrag gegebenes Gutachten. Die lebenslangen Folgen könnten bis hin zum Darmverschluss, zur Teilentfernung und zu einem künstlichen Ausgang reichen.

Das Krankenhausunternehmen Helios bestätigte t-online, dass am 17. Juni 2020 tatsächlich ein OP-Tuch im Bauch von Jacqueline A. vergessen wurde, nachdem sie im Klinikum Berlin-Buch per Kaiserschnitt einen Sohn bekommen hatte.​

Pfusch in Berliner Klinik: Frau hatte Krämpfe und erbrach Nahrung

Laut "Bild" klagte A. nach dem Kaiserschnitt über starke Schmerzen und Schüttelfrost. Die Ärzte hätten ihr ein Mittel gegen Blähungen gegeben und sie nach drei Tagen entlassen.​

Die 39-Jährige zu "Bild": "Zu Hause bekam ich Krämpfe, hatte ein starkes Druckgefühl im Bauch." Ihr Unterleib habe sich verhärtet angefühlt, Nahrung habe sie erbrochen.

Zehn Tage lang habe sie die Qualen ausgehalten, sich dann an die Immanuel-Klinik Rüdersdorf gewandt. Dort habe man das Tuch im Bauch entdeckt: Es sei zu diesem Zeitpunkt bereits mit Gewebe und Organen verwachsen gewesen, habe zu einer großen Entzündung im Bauchraum geführt und drei Dünndarmschlingen umfangen. Die Ärzte hätten zwei Löcher in der Darmwand flicken müssen.​

Streit um Kostenübernahme und Schmerzensgeld

Das Gutachten der Krankenkasse sieht laut "Bild" einen klaren Zusammenhang: Das OP-Tuch habe die Entzündung ausgelöst und diese dann die Darmläsionen verursacht. Aber: Der Zeitung zufolge verweigere Helios die Zahlung von 8.000 Euro Schmerzensgeld und die Kostenübernahme für Folgeschäden.​

"Dass es trotz Checklisten zu einem menschlichen Versagen kam, dafür habe ich Verständnis", sagte Jacqueline A. "Bild". Aber dass sie seit anderthalb Jahren erfolglos um Schmerzensgeld und Anerkennung von Folgeschäden kämpfe, mache sie fassungslos.

Auf den Vorwurf angesprochen sagte eine Helios-Sprecherin t-online: "Wir sind in Verhandlungen mit der Patientin und ihrer Anwaltsvertretung." Im Mai sei der Frau ein erstes Angebot gemacht worden, das später erhöht worden sei. "Bis jetzt warten wir dazu noch auf Rückmeldung."

Verwendete Quellen:

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