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Omikron macht sich bei kritischer Infrastruktur bemerkbar

Von dpa
18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Krankenhaus
Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation ĂŒber den Flur. (Quelle: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Die um sich greifende Corona-Virusvariante Omikron macht sich allmÀhlich in einigen Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur bemerkbar. An Berliner KrankenhÀusern, aber auch bei den Wasserbetrieben ist die Zahl der Infektionen und der in QuarantÀne geschickten BeschÀftigten zuletzt angestiegen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bei verschiedenen Unternehmen ergab. Als dramatisch wird die Entwicklung dort aber noch nicht eingeschÀtzt.

Auch die Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey bestĂ€tigte nach der Senatssitzung, dass es aktuell noch keinen Grund zu grĂ¶ĂŸerer Sorge gebe: "Wir sehen, dass wir in weiten Teilen der kritischen Infrastruktur eine geringe BeeintrĂ€chtigung haben", sagte die SPD-Politikerin. Aber an keiner Stelle sei die Lage kritisch. "Trotzdem beobachten wir das sehr genau."

Deswegen werde ein neues Monitoring zur FunktionsfĂ€higkeit der kritischen Infrastruktur eingerichtet. "Das bedeutet, dass wir ein regelmĂ€ĂŸiges Lagebild abfragen von den einzelnen Bereichen, wie die FunktionsfĂ€higkeit aussieht."

Ähnlich wie bei der Corona-Warnampel des Senats zum allgemeinen Pandemiegeschehen sollen dabei drei Farben die Entwicklung angesichts steigender Infektionszahlen in den entsprechenden Arbeitsfeldern verdeutlichen: "GrĂŒn heißt keine BeeintrĂ€chtigung in der Erbringung von Leistungen", sagte Giffey. Gelb stehe fĂŒr geringe, Rot fĂŒr erhebliche oder kritische BeeintrĂ€chtigungen.

BerĂŒcksichtigt werden sollen bei dem Lagebild der Energiebereich, Transport und Verkehr einschließlich S-Bahn und Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Stadtreinigung, der Gesundheitsbereich, die Wasserversorgung, der Lebensmittelhandel, Polizei, Feuerwehr, das Krankentransportwesen und die Justiz. "Hinzu kommen werden auch Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher."

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Die Krankenhausgesellschaft Berlin erklÀrte: "In den kommenden Wochen rechnen wir wegen stark ansteigender Omikron-Fallzahlen auch mit vermehrten Krankmeldungen beim Personal bis hin zu EngpÀssen in der Versorgung." Zurzeit steige die Zahl der ausfallenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bereits. Hinzu komme, dass sich die allgemeine Personalsituation in den letzten fast zwei Jahren durch die Pandemie verschlechtert habe.

Beispiel CharitĂ©: "Wir stellen an der CharitĂ© eine zunehmende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest, die sich in Isolation oder QuarantĂ€ne begeben mĂŒssen", sagte ein CharitĂ©-Sprecher. Die Aufrechterhaltung des Klinikbetriebs sei aber weiter gewĂ€hrleistet.

Allerdings mĂŒsse auf die Situation immer wieder flexibel reagiert werden. Daher könne es "partiell zu Anpassungen in der Behandlung von Patientinnen und Patienten kommen". An der CharitĂ© werden wegen der hohen Belastungen durch Corona ohnehin schon seit einiger Zeit bestimmte planbare, nicht ĂŒberlebenswichtige Operationen, Behandlungen und Therapien verschoben.

Eine Sprecherin des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes teilte mit, dass die Personalausfallquote dort in den letzten Wochen schwankte und derzeit tendenziell wieder leicht steige. Sie liege jedoch noch nicht ĂŒber dem in frĂŒheren Corona-Wellen erreichten Niveau. Zahlen nannten beide Kliniken nicht.

"Die Befreiung von der QuarantĂ€nepflicht fĂŒr Kontaktpersonen, die geboostert oder kĂŒrzlich doppelt geimpft wurden, wird sich voraussichtlich entlastend auswirken", sagte die Vivantes-Sprecherin mit Blick auf neue bundesweite Regeln dazu. Die aktuelle Lage erfordere wie auch in frĂŒheren Wellen einen flexiblen Einsatz der Pflegeteams. "Sollte es zu personellen EngpĂ€ssen kommen, mĂŒssten weitere planbare Behandlungen verschoben werden."

Vom Stromnetz Berlin hieß es, die Situation sei derzeit beherrschbar. "Wir haben im gesamten Unternehmen derzeit wenige Krankheits- und QuarantĂ€nefĂ€lle", so ein Sprecher. "Im Bereich des Kritis-Personals, also bei den TĂ€tigkeitsfeldern, die zur direkten Aufrechterhaltung der Stromversorgung zĂ€hlen, sind wenige Mitarbeiter betroffen."

Die Berliner Wasserbetriebe mit 4650 BeschÀftigten zÀhlten Stand Dienstag 65 Mitarbeiter mit positivem Testergebnis und 55 Mitarbeiter in QuarantÀne. Die Zahl sei zuletzt gestiegen, sagte ein Sprecher. Im Unternehmen seien zahlreiche Vorkehrungen getroffen worden, um Kontakte und damit Ansteckungen zu vermeiden.

Beim Energieversorger Vattenfall ist derzeit etwa ein Prozent der Belegschaft an Corona erkrankt. "Allerdings liegen wir damit unter dem sonst ĂŒblichen Krankenstand, den wir vor der Pandemie hatten", sagte eine Sprecherin.

Die Polizei leitete mittlerweile die "Pandemiestufe 1" ein und richtete einen Corona-Krisenstab ein. Hier fehlen krankheitsbedingt 15 bis 30 Prozent des Personals, wie bereits am Montag mitgeteilt wurde. Demnach sind aktuell rund 800 BeschÀftigte infiziert oder in QuarantÀne.

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