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Dieser Mann soll hinter dem prorussischen Autokorso stecken

Von t-online, dpa, ASS

Aktualisiert am 06.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Am Tag der Massaker in Butscha: Prorussischer Autokorso in Berlin sorgt für Empörung. (Quelle: t-online)
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Der prorussische Autokorso in Berlin hat weit über die Stadtgrenzen hinaus für Entrüstung gesorgt. Mit dem Ukraine-Krieg soll er jedoch gar nichts zu tun gehabt haben, behauptet der Organisator. Er fühlt sich missverstanden.

Während die Bilder des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Welt schockieren, zieht am Sonntag ein Autokorso aus rund 450 Fahrzeugen mit russischen Flaggen durch Berlin. Die Empörung ist bundesweit groß. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk kritisierte die Demonstration scharf und sprach bei Twitter von einem "Autokorso der Schande". Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zeigte Verständnis für seine Wut. Sie verurteile jegliche Äußerungen, die den russischen Angriffskrieg verharmlosen.

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Prorussische Demo in Berlin: Wer hat den Autokorso organisiert?

Doch wer kommt eigentlich auf die Idee, eine solche Veranstaltung in Kriegszeiten zu organisieren – und nur kurz nach Bekanntwerden der Gräueltaten in der ukrainischen Kleinstadt Butscha durchzuführen?

Einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge soll es sich bei dem Organisator um einen Mann aus der russischsprachigen Gemeinschaft in Berlin handeln. Er stamme aus der Sowjetunion und lebe seit 2001 in Berlin, sagte er der Zeitung. Früher sei er bei der Bundeswehr gewesen. Er betreibt eigenen Angaben zufolge eine Autowerkstatt und wollte seinen Namen nicht nennen.

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Den Autokorso unter dem Namen "Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung" habe er kurzfristig allein organisiert, aber angeblich nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. Rund 900 Menschen nahmen laut Polizei an der Veranstaltung teil.

Flaggen mit den russischen Nationalfarben und dem russischen Staatswappen wehen an einem Auto: Der Autokorso durch Berlin hatte weit über die Stadtgrenzen hinaus für Entrüstung gesorgt.
Flaggen mit den russischen Nationalfarben und dem russischen Staatswappen wehen an einem Auto: Der Autokorso durch Berlin hatte weit über die Stadtgrenzen hinaus für Entrüstung gesorgt. (Quelle: Carsten Koall/dpa-bilder)

"Diese Leute kamen nicht ohne Grund", sagt er der "Berliner Zeitung". "Sie fühlen sich diskriminiert, wir lesen böse Kommentare im Internet, alle machen uns für diesen Krieg verantwortlich." Beispiele für Fälle von Diskriminierung von Russen in Berlin nannte er jedoch nicht.

Organisator räumt Fehler ein: "Das mit dem Judenstern war ein Fehler"

Auch Fragen zum Angriff Russlands auf die Ukraine und zum Vorwurf von Kriegsverbrechen beantwortete der Organisator laut dem Zeitungsbericht nicht. Auf die Anschuldigungen, seine Aktion unterstütze den russischen Angriffskrieg, reagierte er laut "Berliner Zeitung" gereizt. Der "Bild" hingegen erklärte er: "Ich bin 100 Prozent gegen den Krieg und wohl auch alle, die mit demonstriert haben."

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Ihm gehe es um Diskriminierung von russischsprachigen Menschen, sagte der Mann der "Berliner Zeitung". "Wenn es keine schnelle Lösung gibt, wird das eskalieren." Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine habe der Autokorso nichts zu tun gehabt, behauptete er demnach immer wieder.

Die Entrüstung über seine Aktion könne er nicht nachvollziehen. "Ich glaube, dass viele Deutsche mich nicht verstehen", sagte er der "Bild". Einen Fehler räumte der Mann dann schließlich doch noch ein. Für den Korso hatte er an seinem Auto einen Davidstern und daneben die Frage "Bald auch wir?" angebracht.

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Die Polizei ließ das Schild laut "Bild"-Bericht entfernen. "Das mit dem Judenstern war ein Fehler von mir", so der Organisator. Weitere derartige Demonstrationen wolle er nicht organisieren.

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Von Antje Hildebrandt
PolizeiSPDTwitterUkraine

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