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Thuram: Wirtschaftssystem Rassismus gef├Ąhrdet ├ťberleben

Von dpa
12.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Lesung "Das wei├če Denken"
Lilian Thuram liest im Roten Salon der Volksb├╝hne aus seinem Buch "Das wei├če Denken". (Quelle: Gerald Matzka/dpa/dpa-bilder)
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Zwei Tore und ein WM-Titel haben f├╝r Lilian Thuram wichtige Weichen f├╝r seinen weiteren Lebensverlauf gestellt. "Ohne Profifu├čball, ohne WM, w├Ąre ich nicht hier", sagte der 50 Jahre alte ehemalige Profifu├čballer. Seit Jahrzehnten k├Ąmpft er gegen Rassismus, in Berlin stellte Thuram sein Buch "Das wei├če Denken" im Roten Salon der Volksb├╝hne am Rosa-Luxemburg-Platz vor. "Ich h├Ątte das Buch nicht geschrieben. Das Leben, das ich als Kind hatte, h├Ątte mich nicht hierhergebracht, wenn ich nicht Profifu├čballer geworden w├Ąre", sagte er.

Die beiden Treffer im WM-Halbfinale 1998 beim 2:1 gegen Kroatien - die einzigen in 142 Nationalmannschaftspartien des Rekordspielers Frankreichs - sowie der darauf folgende WM-Titel h├Ątten einen "Wandel in der franz├Âsischen Gesellschaft" angeschoben. "Nach der WM war die Begeisterung ein wichtiger Moment. Ein Moment, in dem wir gesellschaftliche Fragen stellen konnten zur Positionierung verschiedener Menschen, die in Frankreich leben", sagte Thuram ├╝ber die Zeit, als der Slogan "Black-Blanc-Beur" zum Ausdruck eines multikulturellen Frankreichs aufstieg. "Es hat nat├╝rlich nicht die Welt ver├Ąndert. Vielleicht waren es kleine Schritte, um dem Slogan n├Ąher zu kommen."

24 Jahre sp├Ąter ist Thuram immer noch ein K├Ąmpfer gegen Rassismus. Der Welt- und Europameister sieht darin ein jahrhundertealtes ├Âkonomisches System, das dazu diente, Ressourcen anderer L├Ąnder und V├Âlker auszubeuten, um die Reicht├╝mer einiger weniger wei├čer M├Ąnner aus Europa anzuh├Ąufen. "Viele Jahrhunderte haben wir die Idee entwickelt, dass es eine wei├če ├ťberlegenheit gibt. Unsere Sozialisierung legitimiert den Rassismus, den wir in der Gesellschaft haben." Um diese Situation zu ver├Ąndern, geht es Thuram in erster Linie nicht darum, "Affenlaute im Stadion zu bek├Ąmpfen", sondern das Problem direkt im Kern anzugehen.

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Als Beispiele nennt Thuram, dessen Sohn Marcus beim Bundesligisten Borussia M├Ânchengladbach unter Vertrag steht, die Kolonialisierung und den Sklavenhandel. Rassismus sei mehr als nur eine Konfrontation von Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben. "Wir reden meist von den Opfern. Wir sollten diejenigen befragen, die davon profitieren", sagte Thuram, der zehn Jahre nach dem WM-Triumph eine eigene Stiftung gegen Rassismus gr├╝ndete.

Doch Thuram bleibt nicht in der Vergangenheit stecken, er ├╝bertr├Ągt die Missst├Ąnde in unsere Zeit. "Dann stellen wir fest: Europa ist eine Festung. Es werden Menschen ausgeschlossen. Menschen werden in Gef├Ąngnisse abgeschoben. Menschen d├╝rfen nicht das Mittelmeer ├╝berqueren", sagte Thuram ├╝ber die Fl├╝chtlingswellen aus dem Nahen Osten, "in 50 Jahren wird man uns fragen, wie konnten wir das zulassen. So wie wir fragen, wie konntet ihr das zu Zeiten des Kolonialismus zulassen?"

Der fr├╝here Profi von AS Monaco, AC Parma, Juventus Turin und dem FC Barcelona will einen Perspektivwechsel bei den Menschen erreichen und nimmt die Entdeckung Amerikas und deren Fortsetzung bei der Eroberung der indigenen Menschen als Beispiel: "Seid ihr diejenigen, die an Bord sind oder seid ihr die Menschen am Strand?"

Mit dem Perspektivwechsel will Thuram das "Wirtschaftssystem, das unser ├ťberleben und den Planeten in Frage stellt" angreifen, um "ein System zu schaffen, das gerechter" sei. "Wenn wir es sein lassen, f├Ârdern wir die Ungerechtigkeit. Die Menschen, die die Ungerechtigkeit aufgeben k├Ânnten, sind aber die Menschen, die die Vorteile haben." Doch f├╝r Thuram gibt es einen L├Âsungsweg, von dem er selbst wei├č, dass er noch lange Zeit beschwerlich sein wird: "Es wird sich ein Gleichgewicht einstellen, wenn Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe bewertet werden, sondern nach ihren F├Ąhigkeiten."

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