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Dresden: OB Dirk Hilbert reagiert falsch auf Kritik an teuren Rathaus-Partys


Unangemessene Reaktion des OB
Das stimmt einfach nicht

MeinungVon Marvin Graewert

17.11.2023Lesedauer: 2 Min.
Meinung
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imago images 0262869925Vergrößern des Bildes
Dirk Hilbert (Archivbild): Kritik weist der Oberbürgermeister gerne von sich. (Quelle: Sven Ellger/imago-images-bilder)

Dresdens Oberbürgermeister wird für teure "Rathaus-Partys" kritisiert. Er fühlt sich ungerecht behandelt. Dabei hat Dirk Hilbert den Kern der Kritik offenbar nicht verstanden.

Erst reist er mit einer Geliebten nach Australien, dann zeigt ihn die Noch-Ehefrau wegen Körperverletzung an, und nun wird ihm auch noch Vetternwirtschaft vorgeworfen. Die persönlichen Fehltritte von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) lassen alle Glocken so laut schrillen, dass sie politische Erfolge längst übertönen.

Doch wie reagiert Hilbert auf die jüngsten Vorwürfe? Gekränkt und beleidigt: "Man tut Gutes und dann wird ganz bewusst Pech über uns ausgekippt", sagte er im Interview mit der "Sächsischen Zeitung". Das ist weder angemessen noch klug: Hilbert stellt sich der Kritik nicht, er argumentiert an den Vorwürfen vorbei.

Es geht um die jährlichen "Rathaus-Partys": Seit 2018 lädt der Oberbürgermeister alle 18-Jährigen zu einer Tanzveranstaltung ein, um das Rathaus ganz ungezwungen kennenlernen zu können. Die Opposition kritisiert die beträchtlichen Kosten.

Wieso sind die Rathaus-Partys in Bayern viel günstiger?

Es muss erlaubt sein, die Frage zu stellen, warum ähnliche Konzepte in Bayern viel günstiger umgesetzt werden können. Statt 190.000 Euro wie in Dresden kostete der "Rathaus-Rave" in München dieses Jahr 130.000 Euro, wie die Stadtverwaltung t-online mitteilte. Also 52 Euro pro Gast, statt 67,75 Euro wie in Dresden. In Nürnberg sind es aufgrund von Sponsoring sogar nur 43,45 Euro pro Person. Wer mit privatwirtschaftlichen Partyveranstaltern spricht, der erfährt, wie erstaunt diese über den Betrag von fast 68 Euro pro Gast sind.

Hilbert aber stellt es so dar, als werde "eine erfolgreiche Idee aus politischem Kalkül ins schlechte Licht gerückt", als würde niemand das Konzept an sich wertschätzen. Das stimmt so aber einfach nicht: Selbst Hilberts größte Kritiker stellen nicht die Veranstaltung an sich infrage. Es geht um die hohen Kosten – mitten in der Haushaltssperre.

Wie gut war die Security, wenn sie bei "Sieg Heil" nicht einschreitet?

Außerdem rechtfertigt Hilbert die hohen Kosten mit den Gagen für Künstler sowie Ausgaben für das Sicherheitskonzept und stellt klar, dass daran nicht gespart werde. Wenn dann auf derselben Party ein Teenager "Sieg Heil" brüllen kann, ohne dass die Security einschreitet, stellt sich die Frage, ob das Geld wirklich so gut investiert war.

Und sicherlich ist es gut, dass Hilbert die DJs angemessen bezahlte – was viel zu selten vorkommt. Aber insgesamt muss auch ihm klar sein: Es sind immer noch Steuergelder, die an anderer Stelle fehlen. Im Verhältnis sind die Gesamtkosten einfach zu hoch.

Wenn dann auch noch herauskommt, dass jahrelang ein Großteil dieser Steuergelder in die Taschen eines Vertrauten des Oberbürgermeisters geflossen sind: Dann hat das mehr als nur ein Geschmäckle. Denn der Geschäftsführer der Eventagentur, welche die "nachtschicht_18" von 2018 bis 2022 veranstaltete, ist gleichzeitig Vorstand in Dirk Hilberts Wahlverein.

Deshalb ist es höchste Zeit, dass Hilbert die Vorwürfe nicht länger pauschal abtut, sondern so detailliert wie möglich aufklärt – und bitte nicht so trotzig.

Verwendete Quellen
  • Eigene Meinung
  • Antwort der Stadtverwaltung München und Nürnberg auf t-online-Anfrage
  • saechsische.de: Dresdens OB Dirk Hilbert: "Es gibt derzeit kein Interesse, dass der OB gut dasteht"
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