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Düsseldorf: "Geheimtreffen"-Initiator war an Heine-Universität tätig


Rechtsextremist Gernot Mörig
Initiator des "Geheimtreffens" war Privatdozent an Uni Düsseldorf

Von t-online, gaa

12.01.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0308173081Vergrößern des BildesStudenten in einem Hörsaal der HHU (Symbolbild): Gernot Mörig war als Privatdozent an der Medizinischen Fakultät der Düsseldorfer Uni tätig. (Quelle: Olaf Döring/imago-images-bilder)
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Gernot Mörig führte nicht nur eine Zahnarztpraxis, sondern war in Düsseldorf auch als Privatdozent an der Medizinischen Fakultät tätig. Studenten deckten seine Nazi-Vergangenheit auf.

AfD-Politiker, Neonazis und Unternehmer sollen sich im November 2023 in einem Hotel in der Nähe von Potsdam versammelt haben, um unter anderem die Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland zu besprechen. Einer der Initiatoren des "Geheimtreffens", Gernot Mörig, war in der Vergangenheit bis zu seinem Ruhestand nicht nur Zahnarzt im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel, sondern auch als Privatdozent an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität (HHU) im Bereich "Zahnmedizin" tätig. Das bestätigte die Düsseldorfer Universität am Freitag der "Rheinischen Post".

Dem Rechtsextremisten Mörig, er führte bereits in den 1970er-Jahren den "Bund Heimattreue Jugend", soll bereits im November 2018 die Lehrerlaubnis entzogen worden sein. Laut dem Bericht waren Hinweise auf seine rechtsradikale Vergangenheit der Grund dafür. Studenten hätten zunächst den Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) informiert, dann habe auch die Hochschulleitung von Mörigs Vergangenheit erfahren. "Die Fakultät hat, nachdem sich die Hinweise erhärteten, den Lehrauftrag unverzüglich gestoppt", wird ein HHU-Sprecher zitiert.

Studenten der Heine-Universität verlangten Aufklärung

Die damalige AStA-Vorsitzende Julia Uhlig kann sich an den Ablauf damals noch gut erinnern. So habe die Person, die sich an den Ausschuss gewandt hatte, selbst einen Migrationshintergrund und die Studenten hätten sich unwohl gefühlt und um Aufklärung gebeten, berichtet sie der "RP". Der AStA-Vorstand habe deswegen selbst recherchiert, eindeutige Belege gefunden und sei mit diesen an die Uni-Rektorin herangetreten.

Wenn die HHU auf die Beweise nicht reagiert hätte, wäre es zu einer Demonstration gekommen. Doch als sich die Hinweise erhärteten, sei der Lehrauftrag Mörigs gestoppt und es seien auch keine weiteren Lehraufträge an ihn vergeben worden, so der Sprecher der Uni. In der Folge habe sich Rektorin Anja Steinbeck auch persönlich bei Uhlig und den Studenten "für die wichtige Aufdeckung dieses Hintergrunds bedankt". Allerdings sei der Vorgang nicht von der HHU an die Öffentlichkeit kommuniziert worden.

Zahnarztpraxis setzt klares Statement

An Mörigs ehemaliger Zahnarztpraxis "Zahn-Gesundheit Oberkassel" hängt nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe ein Aushang des neuen Inhabers, gerichtet an alle Patienten und "liebe Mitmenschen". Mörig sei seit dem Verkauf vor fünf Jahren verzogen und seither auch nicht mehr in der Praxis gesehen worden, es bestehe auch keinerlei Kontakt zu ihm. Das ganze Team der Praxis positioniere sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung jeglicher Art. "Wir leben Vielfalt in einem toleranten und respektvollen Miteinander. Rassismus hat bei uns keinen Platz. Wir sind gegen Rechts", so das Ende des Aushangs. Laut "RP" will Zahnarzt Robert Svoboda die Praxis nun umbenennen.

Verwendete Quellen
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