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Katholische Kirche – Bistum Essen: Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach


Bischof wirft Kardinal sexuellen Missbrauch vor

Von t-online, dpa, olf

Aktualisiert am 20.09.2023Lesedauer: 2 Min.
Eine Statue des Bistumgründers Franz Kardinal Hengsbach: Missbrauchte er Menschen während seiner Amtszeit?Vergrößern des BildesEine Statue des Bistumgründers Franz Kardinal Hengsbach: Missbrauchte er Menschen während seiner Amtszeit? (Quelle: Caroline Seidel/imago images)
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Immer wieder werden Missbrauchsvorwürfe gegen Kirchenmitglieder laut, doch jetzt kommen zum ersten Mal welche gegen einen Kardinal auf: Ruhrbischof Franz Hengsbach.

Bischof Franz-Josef Overbeck hat seinem Vorgänger Kardinal Franz Hengsbach sexualisierte Gewalt in zwei Fällen vorgeworfen, wie am Dienstag bekannt wurde. Demnach soll es sich um Fälle aus den 1950er- und 1960er-Jahren handeln. Damit ist Hensbach der erste deutsche Kardinal, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, wie der WDR mitteilt.

Kardinal Franz Hengsbach (1910–1991) war der Gründungsbischof des Ruhrbistums und späterer Kardinal. Hensbach hatte 1958 das neue Bistum im größten deutschen Ballungsraum gegründet und bis zu seinem Tod 1991 geleitet – zuvor war er Weihbischof in Paderborn gewesen.

Missbrauchte er bereits in Paderborn ein Mädchen?

Bereits in dieser Position soll Hengsbach ein Mädchen missbraucht haben. Laut einer im Juni 2011 gemeldeten Anzeige sollen der damals 44-jährige Franz Hengsbach und sein 27-jähriger Bruder Paul Hengsbach 1954 ein 16-jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben. Franz Hengsbach war zu dem Zeitpunkt bereits seit 20 Jahren tot. Sein Bruder bestritt die Vorwürfe bei einer Befragung im Erzbischöflichen Generalvikariat im Juli 2011 vehement, wie die "WAZ" berichtet.

Die erhobenen Vorwürfe wurden 2011 vom Paderborner Generalvikariat als "nicht plausibel" abgetan, so auch später vom Glaubenskongregation in Rom. Somit erhielt die Frau keine Entschädigung und kein Geld. Doch mittlerweile werde deutlich, dass die damalige Plausibilitätsbeurteilung aus heutiger Perspektive infrage gestellt werden müsse, wie es in einer Mitteilung aus Paderborn hieß.

Hilfe für Missbrauchsopfer im Bistum Essen

Bischof Franz-Josef Overbeck hat im Jahr 2021 ehrenamtliche Ansprechpersonen für Opfer sexualisierter Gewalt im Bistum Essen beauftragt.

Es sind dies Monika Bormann, Mobil: 0151-16 47 64 11, Mail: monika.bormann@bistum-essen.de; Mechtild Hohage, Mobil: 0151-57 15 00 84; Mail: mechtild.hohage@bistum-essen.de und Martin Oppermann, Mobil: 0160-93 09 66 34, Mail: martin.oppermann@bistum-essen.de

Wie die "WAZ" berichtet, habe sich im Oktober vergangenen Jahres eine Frau bei der Kontaktperson des Bistums für Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet. Dort habe sie einen sexuellen Übergriff im Jahr 1967 durch den damals 57-jährigen Hengsbach gemeldet. Die Frau selbst sei zum Tatzeitpunkt weniger als 18 Jahre alt gewesen. Der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hatte davon laut Mitteilung im März dieses Jahres erfahren, ließ auch im Herkunftsbistum von Hengsbach in Paderborn recherchieren und entschied sich danach für eine Offenlegung aller Vorwürfe, hieß es.

Missbrauchsvorwürfe gegen höchstrangigen katholischen Geistlichen

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre Hengsbach der erste höchstrangige katholische Geistliche in Deutschland, dem eigener Missbrauch nachgewiesen wird. Das Bistum Essen nennt die Vorwürfe in der Mitteilung "gravierend". Weitere mögliche Betroffene sollten sich bei den unabhängigen Ansprechpartnern im Bistum melden, heißt es darin.

Der 1988 zum Kardinal erhobene Hengsbach war bis zu seinem Tod einer der bekanntesten Geistlichen Deutschlands. Er war unter anderem Mitgründer des bischöflichen Hilfswerkes Adveniat und über 17 Jahre deutscher Militärbischof.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • wdr.de: "Missbrauchsvorwürfe gegen Gründerbischof Hengsbach des Bistums Essen"
  • waz.de: "Missbrauchsvorwurf gegen Kardinal Hengsbach: Das Bistum bebt" (kostenpflichtig)
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