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Cannabis-Legalisierung in Hamburg: Wo Kiffen per Gesetz erlaubt würde


Wo das Cannabis-Gesetz kiffen in Hamburg erlauben könnte


18.10.2023Lesedauer: 3 Min.
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Cannabis-JointVergrößern des Bildes
Eine Frau hält einen Joint in der Hand (Archivbild): Die geplante Legalisierung könnte den Konsum bald vielerorts möglich machen. (Quelle: Annette Riedl/dpa/dpa-bilder)

Cannabis in der Öffentlichkeit zu konsumieren, könnte bald legal werden – zumindest in bestimmten Zonen. Eine Karte zeigt, wo der Konsum in Hamburg möglich wäre – und wo er verboten bliebe.

Kiffen könnte schon bald auch in Hamburg legal sein. Doch nicht überall: Am Mittwoch befasst sich der Bundestag mit den Ampelplänen zur Legalisierung von Cannabis. Das Ampelkabinett in Berlin will den Entwurf eines Gesetzes billigen, das bis Ende 2023 in Kraft treten soll. Doch was bedeutet das konkret für Menschen, die auch in der hanseatischen Öffentlichkeit "einen durchziehen" wollen?

"In der Hansestadt konnten wir etwa 132 Quadratkilometer identifizieren, wo nicht konsumiert werden darf", sagte Philip Schetter von der Firma Cantourage, die medizinisches Cannabis vertreibt, bereits Ende September. Hochgerechnet auf die Gesamtgröße der Hansestadt würden 17 Prozent der Fläche dann zu den generellen Verbotszonen zählen.

Das Unternehmen hat Karten für eine Vielzahl deutscher Städte erstellt. Demnach würden sich vor allem rund um die Alster und in familienfreundlichen Stadtteilen weiterhin Zonen ballen, in der der Konsum verboten wäre. Damit wären besonders Bezirke wie Altona, Eimsbüttel oder Ottensen von Verbotszonen betroffen. Cantourage hat bei seiner Berechnung allerdings nur Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen miteinbezogen.

Die "Bubatzkarte": Wo darf man einen Joint rauchen?

Genauer ins Detail gehen einige enthusiastische Konsumenten im Internet: Die wollten konkret wissen, wo zusätzlich Sporteinrichtungen, Spielplätze, Fußgängerzonen und 200-Meter-Abstandsregeln für eine Einschränkung im öffentlichen Raum sorgen könnten. Herausgekommen ist eine Karte, die allerdings ebenfalls nicht offiziell ist. Allerdings zeigt sie mögliche Verbotszonen und jene Bereiche, wo das Rauchen von Cannabis zukünftig toleriert wird: die "Bubatzkarte".

Kiffen am Rathausmarkt?

Grundsätzlich wäre im aktuellen Gesetzentwurf des von Karl Lauterbach (SPD) geführten Bundesgesundheitsministeriums Cannabis-Konsum in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr verbotenen. Danach aber dürfte man es sich am Rathausmarkt oder am Jungfernstieg an der Binnenalster bequem machen und einen Joint rauchen. Besonders in diesen Randzeiten böte die Hamburger Innenstadt viele interessante Orte, an denen man ungeniert öffentlich Marihuana konsumieren dürfte. Damit dürfte auch die Graskellerbrücke ihrem Namen alle Ehre machen.

Vor der Hafenrundfahrt noch "einen durchziehen"?

Die Landungsbrücken mit Blick auf den pulsierenden Hafen in Hamburg sind besonders bei Touristen beliebt. An milden Sommerabenden könnten sie mit der Legalisierung zu einem entspannten Treffpunkt für Cannabis-Konsumenten werden. Zwischen den ankommenden und abfahrenden Schiffen, den Seemöwen, die über den Köpfen der Menschen kreisen, und dem fernen Klang von Straßenmusikern könnte sich dann zusätzlich der Geruch von Cannabis ausbreiten. Bald könnten Menschen, die auf die vorbeifahrenden Boote blicken und dem Fernweh frönen möchten, dies also ganz legal mit einem Joint in der Hand tun.

Apropos Hafen: Auch in der historischen Speicherstadt, wo einst Waren aus aller Welt gelagert wurden, dürfte laut dem Gesetzentwurf Cannabis größtenteils öffentlich konsumiert werden. Amsterdam-Feeling also dort, wo es früher vor allem nach Gewürzen und Kaffee roch? Cannabis-affinen Touristen, die anschließend im Miniaturwunderland oder in der Erlebnisausstellung "Dialog im Dunkeln" auf Entdeckungsreise gehen wollen, dürfte der Gedanke daran gefallen.

HSV-Fans dürften auf dem Weg zum Stadion ebenfalls noch Cannabis konsumieren. Aber nicht innerhalb des Stadions. Das gilt nämlich als öffentlich zugängliche Sportstätte und fällt damit in den Sperrbereich. Im Umfeld des Stadions schränkt zudem die Kindertagesstätte "Im Volkspark" den Konsum mit einem 200-Meter-Verbotsradius ein. Somit blieben für den Konsum in unmittelbarer Nähe vor allem der Norden und Osten des Stadions. Der Bereich um die Barclays-Arena wäre künftig von dem Verbot ausgenommen.

Und was ist mit Kiffen an der Reeperbahn?

Weite Teile St. Paulis sind laut der "Bubatzkarte" von der Verbotszone betroffen. Dazu zählen auch die Große Freiheit, der Hamburger Berg und der Hans-Albers-Platz. Doch ausgerechnet in einem kleinen Bereich rund um die berühmte Davidwache wäre durch die Legalisierung der Konsum von Cannabis mindestens in den Randzeiten zwischen 20 und 7 Uhr legal.

Anders als das HSV-Stadion wäre der Bereich um das Millerntor-Stadion vom FC St. Pauli ebenfalls von dem Sperrbereich betroffen. Die Berufliche Schule St. Pauli liegt direkt nebenan.

Welche Bereiche in Hamburg im Falle einer Zustimmung zum aktuellen Gesetzesentwurf noch zugelassen oder verboten sein könnten, sehen Sie in der "Bubatzkarte". Diese finden Sie hier.

Bislang ist allerdings unklar, ob es bei den Bestimmungen aus dem Gesetzentwurf bleibt. Der Bundesrat fordert eine Erweiterung des Umkreises auf 250 Meter. Zudem könnten dann auch Jugendhilfeeinrichtungen, suchtmedizinische und psychiatrische Therapieeinrichtungen, Suchtberatungsstellen sowie Bahnhöfe einbezogen werden. Dann müsste Hamburg noch mehr Flächen für den Cannabis-Konsum sperren.

Transparenzhinweis
  • Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an t-online@stroeer.de.
Verwendete Quellen
  • bubatzkarte.kowelenz.social: Website der Bubatzkarte (abgerufen am 18. August 2023)
  • bundesgesundheitsministerium.de: Gesetzentwurf der Bundesregierung
  • cantourage.com: Pressemitteilung vom 28. September 2023
  • Eigene Recherche
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