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Hamburg Hafen: Verdi wirft Reederei Cosco Tarifbruch vor – Protest möglich


Ärger im Hamburger Hafen: Verdi wirft Reederei Cosco Tarifbruch vor

Von t-online, mkr

11.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Ein Containerschiff von Cosco am HHLA Container-Terminal Tollerort: Verdi warnt vor Sozialdumping im Hamburger Hafen.Vergrößern des BildesEin Containerschiff von Cosco am HHLA Container-Terminal Tollerort: Verdi warnt vor Sozialdumping im Hamburger Hafen. (Quelle: Manfred Segerer/imago images)
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Die Reederei Cosco will in Hamburg die Container auf einem ihrer Schiffe von eigenen Seeleuten befestigen lassen. Damit verletzt sie laut Verdi Tarifregeln. Die Gewerkschaft warnt vor einem Präzedenzfall.

Die Gewerkschaft Verdi hat der chinesischen Reederei Cosco vorgeworfen, die Tarifregeln im Hamburger Hafen zu verletzen. Cosco wolle erstmals auf einem Schiff die Container von der eigenen Besatzung befestigen lassen, anstatt auf qualifizierte Hafenarbeiter zurückzugreifen. Dies sei ein Angriff auf die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen der Lascher, die für die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) tätig sind.

Cosco ist mit 24,9 Prozent am Terminal Tollerort der HHLA beteiligt. Das betroffene Feederschiff von Cosco wird am Dienstag in Hamburg erwartet. Verdi fordert Cosco auf, dieses Vorgehen zu unterlassen. Gleichzeitig ist die HHLA aufgerufen, die Einhaltung des Hamburger Hafentarifs zu gewährleisten.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass auch die Schweizer Reederei MSC, die künftig mit der Stadt Hamburg die HHLA als Gemeinschaftsunternehmen führen will, zu solchen Methoden greifen könnte. Unklar ist, ob es im Hafen einen organisierten Protest oder gar einen Boykott gegen den Schiffsanlauf geben wird.

Verdi: Cosco begeht "Tarifbruch im Hafen und an Bord"

Unter Verweis auf die Internationale Transportarbeitergewerkschaft (ITF) betonte Verdi, dass Lascharbeit Hafenarbeit und deswegen weltweit in allen Häfen von tariflich beschäftigten Laschern zu verrichten sei. In Hamburg gibt es nach Gewerkschaftsangaben vier Laschunternehmen mit insgesamt rund 500 Beschäftigten, die für die HHLA arbeiten und im Wesentlichen von ihr abhängig sind.

Sollte Cosco seine Ankündigung wahr machen, begehe die Reederei "Tarifbruch im Hafen und an Bord", erklärte die Leiterin der ITF-Billigflaggenkampagne bei Verdi, Susana Pereira-Ventura. Das betreffende Schiff habe einen Tarifvertrag, der klar vorgebe, dass Ladungssicherungsarbeiten aus Sicherheitsgründen von Hafenarbeitern und Hafenarbeiterinnen zu erledigen seien.

Kretschmar forderte die Politik auf, ein derartiges Sozialdumping gesetzlich zu verbieten. Zugleich fragte er: "Heute Cosco, morgen MSC?" Die Stadt Hamburg und die weltgrößte Reederei MSC haben sich zuletzt darauf verständigt, die HHLA künftig als Gemeinschaftsunternehmen zu führen, wobei MSC maximal 49,9 Prozent und die Stadt 50,1 Prozent halten sollen. Die Gewerkschaft Verdi und die Mehrzahl der Hafenarbeiter lehnen den Deal kategorisch ab, fürchten um Jobs und Mitbestimmungsrechte.

Verwendete Quellen
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