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Hamburg: "Fridays for Goofy" – skurriler Protest für ein Rind aus dem Zillertal

Protestaktion in Volksdorf  

"Fridays for Goofy" – Tierschützer protestieren für ein Rind

11.12.2020, 14:33 Uhr | t-online, dpa

Hamburg: "Fridays for Goofy" – skurriler Protest für ein Rind aus dem Zillertal. Goofy steht auf der Hauskoppel im Museumsdorf Volksdorf: Der Ochse wurde für ein Schulprojekt aufgezogen. (Quelle: dpa/Georg Wendt)

Goofy steht auf der Hauskoppel im Museumsdorf Volksdorf: Der Ochse wurde für ein Schulprojekt aufgezogen. (Quelle: Georg Wendt/dpa)

Der Ochse Goofy wurde für ein Schulprojekt nach Hamburg geholt und sollte geschlachtet werden. Nach einem Shitstorm und Angriffen auf Schüler wurde die Schlachtung abgesagt – vorerst. 

Mit Plakaten und Kerzen haben Demonstranten am Freitag vor dem Hamburger Museumsdorf Volksdorf Freiheit und Gerechtigkeit für den Ochsen "Goofy" gefordert. Ein Sprecher der rund 30 Tierschützer begrüßte, dass Schüler eines benachbarten Gymnasiums "Goofy" als Kalb in Österreich retteten.

"Jetzt gilt es, 'Goofy' auch in der entscheidenden Phase seines Lebens nicht im Stich zu lassen", erklärte der Sprecher. Auch als Zugochse werde er vermutlich nach einigen Jahren getötet. Die Demonstranten stellten kleine Plastik-Kälber vor dem Museumsdorf auf.

Wie kam "Goofy" nach Hamburg?

Das von einer Schulklasse betreute Rind sollte artgerecht in Kooperation mit dem Museumsdorf aufgezogen und schließlich geschlachtet werden. Nach heftigen Protesten wurde die Schlachtung abgesagt, wie der Hamburger Senat auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion bestätigte.

Die Schüler seien in sozialen Netzwerken massiven Angriffen ausgesetzt gewesen, hieß es. Im Rahmen des Projekts sollten die Schüler selbst erleben, wie aufwendig die Fleischproduktion sei. Das Bildungsziel sei ein reflektierter und wertschätzender Umgang mit einem Nutztier gewesen.

 Egbert Läufer und "Goofy": Der Museumsleiter und der Ochse scheinen sich zu verstehen. (Quelle: dpa/Georg Wendt) Egbert Läufer und "Goofy": Der Museumsleiter und der Ochse scheinen sich zu verstehen. (Quelle: Georg Wendt/dpa)

Nach Angaben des Museumsdorf-Vereins soll das inzwischen anderthalb Jahre alte Rind als Zugochse bei der Pflege von Heideflächen helfen und bei Veranstaltungen gezeigt werden. Die Tierhaltung lehne sich an die Vorgaben des Bioland-Verbandes an.

Doch damit ist der Fall nicht vorbei.

Denn Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen das Museumsdorf. Dem Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. soll ein Hinweis vorliegen, auf dem Hof habe es eine Tiermisshandlung gegeben.

Bizarre Drohungen an Volksdorf

Womöglich könnte auch Goofy misshandelt worden sein, heißt es. Tierschützer vom Verein Erdlingshof kämpfen nach eigenen Angaben seit über einem Jahr für den Ochsen. Sie wollen "Goofy" aus dem Museumsdorf auf ihren "Lebenshof" holen und hatten deshalb wöchentliche Protestaktionen unter dem Motto "Fridays for Goofy" angekündigt. Die erste fand am Freitag vor dem Museumsdorf statt. Mehrere Menschen versammelten sich mit Plakaten, auf denen "Mitgefühl für Goofy" stand.

Demonstrantin mit Schild: Tierschützer wollen ein Rind befreien und fordern "Gerechtigkeit für Goofy". (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Demonstrantin mit Schild: Tierschützer wollen ein Rind befreien und fordern "Gerechtigkeit für Goofy". (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

"Zusätzlich werden Guerilla-Marketing-Kampagnen für Goofy stattfinden", heißt es in der Mitteilung vom Anfang Dezember. Die Tierschützer drohten mit "überraschenden, unkonventionellen und eindrucksvolle Protestformen" in den nächsten Wochen und Monaten, "die Volksdorf ganz sicher nicht zur Ruhe kommen lassen werden".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Pressemitteilung Erdlingshof vom 1. Dezember

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