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Hamburg will 100.000 Tonnen CO2 sparen

Von dpa
08.12.2021Lesedauer: 2 Min.
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Mit einer effizienteren Anlage will Hamburg die Abwärme der Müllverwertungsanlage in der Borsigstraße besser zur Fernwärmeversorgung nutzen. So sollen jährlich mehr als 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden, wie die Umweltbehörde, die Stadtreinigung und Wärme Hamburg am Mittwoch mitteilten. Und zwar ohne mehr Müll zu verbrennen. Denn anstatt den heißen Rauch wie bisher ungenutzt in den Himmel über Hamburg entweichen zu lassen, sollen die Gase gezielt abgekühlt werden. Die so gewonnene Wärme werde dann vor Ort in das Fernwärmenetz der Hansestadt eingespeist.

Das Zukunftsprojekt sei bundesweit einzigartig, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Mittwoch bei der Vorstellung des Vorhabens. Es handle sich um einen in jeder Hinsicht klimafreundlichen Beitrag zur Wärmewende. "Wir bringen damit nicht nur den Kohleausstieg im Heizkraftwerk Tiefstack voran, sondern machen einen großen Schritt auf unserem Weg zum endgültigen Kohleausstieg."

In der Müllverwertungsanlage an der Borsigstraße werden jährlich mehr als 320.000 Tonnen Abfall verbrannt. Bislang wird die so gewonnene Energie in Form von Dampf an das Heizkraft Tiefstack geliefert und von dort in das Fernwärmenetz eingespeist. Der direkte Anschluss der Anlage an das Netz ermöglicht, auch den heißen Rauch zu nutzen und die Leistung zu steigern. Dadurch müssen in Tiefstack weniger fossile Brennstoffe verfeuert werden. Bislang deckt das Kraftwerk einen Großteil des Fernwärmebedarfs mit Steinkohle.

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Das Projekt laufe in zwei Stufen ab: Zunächst sollen im kommenden Jahr die zwei Kessel der Müllverbrennung an das Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen werden. Bis Ende 2023 folge ein Biomassekraftwerk, in dem Altholz verbannt wird. Dann stehe die gesamte Leistung von rund 350.000 Megawattstunden pro Jahr zur Verfügung. Damit lassen sich den Angaben etwa 35.000 Haushalte in Hamburg mit Wärme versorgen.

Erste Überlegungen für das Projekt gab es bereits im Jahr 2017. Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt laufen seit vergangenem Mai. Unter anderem entsteht an der Borsigstraße ein neues Betriebsgebäude, wo Wärmepumpen und eine Wasseraufbereitungsanlage untergebracht werden. Die Kosten betragen etwa 55 Millionen Euro. Wenn alles funktioniert wie geplant, soll den Angaben nach auch die Müllverwertungsanlage am Rugenberger Damm entsprechend umgerüstet werden.

Hamburg hat das Ziel, bis 2030 keine Kohle mehr für die Fernwärme zu verwenden. Erst im September hatten in Wedel (Kreis Pinneberg) die Arbeiten an einer der deutschlandweit größten Power-to-Heat-Anlagen begonnen. Dort soll künftig Windstrom in Wärme umgewandelt werden.

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