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Greenpeace meldet Paraffin-Funde an Nordseestränden

Von dpa
29.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Greenpeace meldet Paraffin-Funde an Nordseestränden
Ein weißer, wachsartiger Klumpen liegt auf Algen angespült am Nordseestrand von Butjadingen. (Quelle: Bjoern Jettka/Greenpeace Germany/dpa/dpa-bilder)
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Einer Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge sind Anspülungen von wachsartigen Klumpen an der Nordseeküste Ende April und Mitte Mai überwiegend Paraffinwachsen zuzuordnen. Die Umweltschützer hatten nach eigenen Angaben Ende April bei Butjadingen in Niedersachsen Proben der wachsartigen Klumpen gesammelt. "Diese Proben haben wir ausgewertet und festgestellt, dass alle Paraffinwachse sind", sagte die Umweltwissenschaftlerin von Greenpeace, Daniela Herrmann, der Deutschen Presse-Agentur. Diese zehn Proben seien nur wenige Tage nach ersten Anspülungen anderer wachsartiger Klumpen auf den Ostfriesischen Inseln genommen worden.

Bei weiteren Probensammlung Mitte Mai fand Greenpeace zudem auch wachsartige Klumpen entlang der Strände von St. Peter-Ording und Friedrichskoog in Schleswig-Holstein. Dort stellten sich nach einer Analyse mit einem Messgerät für Infrarotspektroskopie demnach 10 von 13 Fundstücke als Paraffinwachse heraus. Paraffinwachse sind zwar nicht als wassergefährdend eingestuft, durch ihre Anlandung verschmutzen sie aber Strände und das Vorland.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg kam in einer Analyse von den kurz zuvor auf den Ostfriesischen Inseln eingesammelten Proben zu einem anderen Schluss: "Die Proben von den Inseln Wangerooge, Langeoog und Norderney weisen keinerlei Charakteristika auf, die auf Paraffin oder andere bekannte Pflanzenöle hindeuten", teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), auf eine Grünen-Anfrage vergangene Woche mit. Lediglich zwei Proben mit Gewichten zwischen 150 und 200 Kilogramm seien als Paraffinwachs einzustufen gewesen - darunter eine Probe von Borkum.

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Greenpeace zeigte sich angesichts der Analyseergebnisse der eigenen Funde und der zeitlichen Nähe zu den Funden auf den Inseln von der Einschätzung der Behörden irritiert und forderte Aufklärung. "Es gilt jetzt die Fragen zu klären, um was für einen Stoff handelt es sich, wenn es kein Paraffin ist und wo kommt es dann tatsächlich her", sagte Herrmann. Wenn bekannt sei, um welche Stoffe es gehe, könne auch die Herkunft besser bestimmt werden. Beispielsweise ließen sich so Containerverluste besser eingrenzen, sagte Herrmann. Paraffine könnten etwa aus Tankwaschungen von Tankern auf See stammen - oder aber von Paraffin-Platten aus über Bord gegangenen Containern.

Das niedersächsische Umweltministerium teilte auf Anfrage mit, nach den vorliegenden Ergebnissen des BSH liege es nahe, dass es sich bei den Ende April auf den Inseln angelandeten Stoffen überwiegend um Fett-Alkohole handelte, die nicht wassergefährdend seien. Woher diese stammen und wofür sie verwendet werden könnten, sei noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher.

Auf Antrag der Grünen im niedersächsischen Landtag soll sich der Umweltausschuss an diesem Montag (31. Mai) mit den Anspülungen beschäftigen - dann soll die Landesregierung Stellung nehmen.

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