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Teure Energie und Corona schmälern Geschäfte bei Continental

Von dpa
11.05.2022Lesedauer: 3 Min.
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Ein schwieriger Jahresstart mit Ukraine-Krieg, teurer Energie, neuen Lieferproblemen und Corona-Lockdowns in China hat den Gewinn von Continental um fast die Hälfte abrutschen lassen. Der Autozulieferer musste im ersten Quartal deutlich Federn lassen - in seinem Reifengeschäft und teils auch in der Maschinenbausparte lief es dagegen besser. Unter dem Strich sank das Nettoergebnis um 45 Prozent auf 245 Millionen Euro, wie die Hannoveraner am Mittwoch mitteilten. Zur Begründung nannten sie die diversen Krisen und Konflikte, die zurzeit auch auf die globale Autokonjunktur drücken.

"Das abgelaufene Quartal wurde überschattet vom Krieg gegen die Ukraine und damit einhergehenden massiven Auswirkungen auf ohnehin bereits hohe Energiepreise sowie angespannte Logistikketten und Rohstoffmärkte", so Vorstandschef Nikolai Setzer. Continental hatte bereits im April Eckdaten herausgegeben und wegen des eingetrübten Umfelds dabei seinen Ausblick auf das restliche Jahr gekappt.

Vor allem im Kernbereich rund um die Autozulieferung machten sich die Negativeinflüsse bemerkbar. Aus eigener Kraft - also ohne Zu- oder Verkäufe von Unternehmensteilen sowie ohne Wechselkurseffekte - wäre der Erlös in dieser Sparte gefallen, im Tagesgeschäft fielen zudem rote Zahlen an. Immerhin holte Continental hier Bestellungen im Wert von über 5,8 Milliarden Euro herein, etwa die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor. Gefragt waren unter anderem neue Display-Technologien.

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Stabil war zum Jahresstart das Reifengeschäft dank eines gestiegenen Absatzes und einer für Continental vorteilhaften Preisentwicklung. Der Dax-Konzern verwies hier besonders auf seine Ersatzreifen für Pkw und Nutzfahrzeuge, die weiterhin stark nachgefragt würden.

Dies und die höheren Kosten der notwendigen Rohstoffe könnten die Preise für die Continental-Kunden und möglicherweise auch für die Endverbraucher anwachsen lassen. Finanzchefin Katja Dürrfeld sagte den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX hierzu: "Wir beschäftigen uns auch dieses Jahr wegen der steigenden Rohmaterialpreise mit neuen Preisrunden. Wir sehen uns genau an, was wir wo machen können."

Insgesamt gelang es Continental, in den Monaten Januar bis März im Jahresvergleich seinen Umsatz von 8,6 auf 9,3 Milliarden Euro auszubauen. Vor Zinsen und Steuern sowie um Sondereffekte bereinigt sank hingegen das Betriebsergebnis um fast 40 Prozent auf knapp 439 Millionen Euro. Das "zunehmend turbulente Marktumfeld" und auch die anhaltende Chip-Versorgungskrise belasten die Lieferketten weiter.

An Mehrausgaben erwartet Continental in diesem Jahr eine Gesamtsumme von mindestens 3,5 Milliarden Euro. Dürrfeld sagte: "Man sieht, dass wir mit erhöhten Kosten zu kämpfen haben." Es gebe mit den Kunden aber einen "partnerschaftlichen Austausch" über die Aufteilung.

Andererseits hat das Unternehmen seinen Einkauf nach eigenen Angaben auf zusätzliche Quellen erweitert. Auch sollen erhöhte Pufferbestände den Bedarf an Rohstoffen und bestimmten Vorprodukten besser abdecken. "Wir werden uns da, wo wir kritische Komponenten identifiziert haben, auch mit Sicherheitsbeständen wappnen", sagte Dürrfeld.

Während die Autoproduktion besonders in Europa und den USA zu Beginn des Jahres spürbar abnahm, zog sie in China an. Die Entwicklung in Asien wurde allerdings gleich wieder von den neuen harten Pandemie-Einschränkungen ausgebremst, welche die Führung in Peking und lokale Behörden nach weiteren Corona-Ausbrüchen verhängt hatten. Dies schwächt inzwischen auch den gesamten Welthandel.

Bei Continental wurde vor allem die Autotechnik-Sparte getroffen - man liege jedoch noch über dem Marktdurchschnitt, hieß es. Trotz der Schwierigkeiten will der Konzern weiter investieren. In Indien startet ein neues Werk. In Memmingen und in Neu-Ulm wird die Entwicklung von Assistenzsystemen ausgebaut. Techniken für das teilautonome Fahren gehören zu den Schwerpunkten der Hannoveraner.

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