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Tour de France: Kölner Rick Zabel über Revanche, Chris Froome und André Greipel

Rick Zabel zum Tour-Auftakt  

"Wenn man einen nicht abschreiben sollte, dann ist es Froome"

Von Agata Strausa und Alexander Kohne

26.06.2021, 09:26 Uhr
Tour de France: Kölner Rick Zabel über Revanche, Chris Froome und André Greipel. Rick Zabel im Renntrikot: Der Kölner Radprofi fährt für das Team Israel Start-Up Nation. (Quelle: Panoramic International)

Rick Zabel im Renntrikot: Der Kölner Radprofi fährt für das Team Israel Start-Up Nation. (Quelle: Panoramic International)

Bei der diesjährigen Tour de France ist auch der Kölner Rick Zabel dabei. Der 27-jährige Radprofi fährt für Israel Start-Up Nation und hat in seinem Team eine wichtige Aufgabe – und ein klares persönliches Ziel.

Für den Kölner Rick Zabel ist es bereits die vierte Frankreich-Rundfahrt, für die er nominiert wurde. "Das ist das größte Rennen, das man als Radprofi fahren kann", sagt Zabel. "Es ist viel Aufmerksam drauf, ich freu' mich, drei Wochen im Spotlight dabei zu sein."

Von den drei bisherigen Frankreich-Rundfahrten, an denen Zabel teilgenommen hat, ist er nur bei seiner ersten 2017 ins Ziel gekommen – auf Platz 145. 2018 und 2019 musste er vor dem Ziel in Paris vorzeitig aufgeben. "Deshalb ist es jetzt mein Anspruch, das auszugleichen", sagt er. Einmal wurde er krank, bei der anderen Tour lag er so weit zurück, dass er sie beenden musste.

"Mit meinem Körpergewicht von 78 Kilo bin ich einer der schwereren Fahrer hier, deswegen machen mir die Bergetappen schon Sorgen", sagt Zabel. "In diesem Jahr ist es aber eine ziemlich humane Tour", sagt er. "Es gibt sicher die eine oder andere Etappe, vor der ich Respekt habe, aber wenn man gesund bleibt und nicht stürzt, blicke ich dem positiv entgegen, Paris zu erreichen."

Der letzte Mann für André Greipel

Seine Vorbereitung sei sehr gut gelaufen, 42 Renntage hat Zabel in dieser Saison schon hinter sich. Bei der Tour de France ist sein Ziel Nummer eins, wie er sagt, nach Paris durchzukommen. Zudem hofft er "auf den flacheren Etappen Akzente zu setzen".

Bei Israel Start-up Nation sei Zabel "klar als Helfer eingeteilt" – sowohl für die Gesamtwertung als auch für einen seiner besten Freunde, den 39-jährigen deutschen Sprinter André Greipel: "Gerade für André bin ich der letzte Mann, der ihn vor dem Ziel absetzt mit freier Fahrt zum Durchsprinten," so Zabel.

André Greipel und Rick Zabel jubeln: Greipel gewinnt die vierte Etappe der diesjährigen Spanien-Rundfahrt.  (Quelle: imago images/Sirotti)André Greipel und Rick Zabel jubeln: Greipel gewinnt die vierte Etappe der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. (Quelle: Sirotti/imago images)

"Das ist meine eigentliche Hoffnung, dass ich es das eine oder andere Mal sehr gut hinbekomme, André da in Position zu bringen – dass er eine Etappe gewinnen kann. Wenn das klappen würde, würde ich mich so freuen, als ob ich selbst die Etappe gewonnen hätte."


Dabei könnte Greipel den Etappensieg-Rekord von Zabels Vater knacken. Dieser hat in seiner Karriere zwölf Etappensiege eingefahren, Greipel liegt aktuell bei elf. "Das wäre eigentlich eine witzige Story", sagt Zabel. "Mein Vater ist in seiner Zeit gefahren, wir fahren in unserer. Rekorde sind da, um sie zu brechen. Und es wäre ganz cool, wenn das klappt."

Viermaliger Tour-Sieger Chris Froome fährt auch mit

Neben Star-Sprinter Greipel kann sein Team von einem weiteren erfahrenen Sportler profitieren: dem viermaligen Tour-de-France-Sieger Chris Froome. Statt um den Titel zu kämpfen, fährt Froome ähnlich wie Zabel als ein Helfer im Team mit – und soll Kapitän Michael Woods unterstützen.

Chris Froome und Teamkollegen bei der Präsentation der Teams vor dem Start der Tour de France: Die erste Etappe beginnt in Brest. (Quelle: imago images/Panoramic International)Chris Froome und Teamkollegen bei der Präsentation der Teams vor dem Start der Tour de France: Die erste Etappe beginnt in Brest. (Quelle: Panoramic International/imago images)

"In der Gesamtwertung kann man nicht allzu viel von ihm erwarten", sagt Zabel und ist sich sicher: "Im Team wird Froome helfen, wo es geht." Von der Professionalität des Briten ist er indes beeindruckt: "Viele haben ihn nach seinem schweren Sturz schon abgeschrieben, aber wenn man einen nicht abschreiben sollte, dann Froome. So akribisch wie er trainiert, wird er sein Bestes geben, wieder zurückzukommen. Ob es schon bei dieser Tour der Fall sein wird, wird man sehen", sagt Zabel. "Aber früher oder später macht er seinen Weg."


Froomes Wechsel von Ineos zum Aufsteiger Israel Start-Up Nation hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Immerhin fährt der israelische Rennstall erst seit letztem Jahr in der ersten Liga.

Würde man das mit einem Transfer in der Fußball-Bundesliga vergleichen, dann wäre es so als ob "Marco Reus zum FC Augsburg gehen würde", wie Zabel sagt.

"Ein Team wie Hoffenheim oder RB Leipzig"

"Wobei unser Team eher mit Hoffenheim oder RB Leipzig zu vergleichen wäre", fügt er hinzu. Soll heißen: Mit Israel Start-Up Nation wird in Zukunft noch zu rechnen sein. "Wir gehen mit Siebenmeilenschritten voran. Das Team wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall zur Weltspitze gehören," sagt Zabel. Sein eigener Vertrag im Team läuft noch bis 2022. Bis dahin sehe er seine Zukunft auch bei Israel Start-Up Nation, alles andere müssen man dann verhandeln.

Die Tour de France startet am 26. Juni in Brest und endet am 18. Juli traditionell in Paris.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Rick Zabel
  • Eigene Recherche

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