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1. FC Köln: Wehrles letzter Tag am Geißbockheim


1. FC Köln: Wehrles letzter Tag am Geißbockheim

Von Sonja Eich

10.03.2022Lesedauer: 4 Min.
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Wurde bei seinem Abschied doch noch emotional: Alexander Wehrle, der scheidende Geschäftsführer des 1. FC Köln.
Wurde bei seinem Abschied doch noch emotional: Alexander Wehrle, der scheidende Geschäftsführer des 1. FC Köln. (Quelle: Herbert Bucco/imago-images-bilder)
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Alexander Wehrle hat sich am Donnerstag offiziell vom 1. FC Köln verabschiedet. Bei einem emotionalen Fest feierte der scheidende Geschäftsführer noch einmal mit der gesamten FC-Belegschaft am Geißbockheim.

Er hatte es versucht, konnte seinen Tränen am Ende aber nicht mehr zurückhalten. Als Alexander Wehrle am Donnerstagvormittag an das Fenster seines leer geräumten Büros getreten war, hatte Kölsch-Sänger Stefan Knittler bereits zur FC-Hymne angestimmt. Für die Profis, die parallel auf dem Platz trainiert hatten, was das das Signal, sich mit großen "Danke Alex"-Luftballons auf dem Rasen aufzustellen.

Sichtlich gerührt sang Alexander Wehrle ein letztes Mal die Hymne mit und ließ seinen Blick auf die versammelte Belegschaft schweifen. "Es fühlt sich schon nach Abschied an", sagte der zum 20. März ausscheidende Geschäftsführer.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich der 47-Jährige vom FC distanziert, reiste auf die Kanarischen Inseln, statt in Fürth und gegen Hoffenheim im Stadion zu sein. "Deshalb hatte ich gehofft, es weniger emotional zu empfinden", erklärte Wehrle. "Aber es war genau das Gegenteil."

1. FC Köln: Großes, emotionales Abschiedsfest

Und so glich der Abschied vom Geißbockheim am Donnerstag einem großen Fest. Wehrle, der seine Wohnung in Köln behalten wird, hatte extra zwei große Food-Trucks kommen lassen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch einmal Burger zu spendieren. Zuvor hatte Wehrle von der Belegschaft noch ein WhatsApp-Buch mit zahlreichen Geschichten, zwei Torten sowie Weine von 2013 bis 2022, den Jahrgängen seiner FC-Zeit, geschenkt bekommen.

So emotional und aufwendig wurde in den vergangenen Jahren sicherlich kein anderer Mitarbeiter beim FC verabschiedet. Doch was wird von der Wehrle-Ära beim 1. FC Köln besonders in Erinnerung bleiben?

Nummer 1: Sportlich

Am 17. Januar 2013 wurde Alexander Wehrle beim 1. FC Köln vorgestellt. Als Assistent der Geschäftsführung war Wehrle damals vom VfB Stuttgart zum FC gewechselt. Der Klub rangierte zu dieser Zeit auf Platz neun der Zweiten Liga. Anderthalb Jahre später feierte der FC mit seinem neuen Geschäftsführer die Rückkehr in die Bundesliga.

Kontinuierlich entwickelte sich die Mannschaft unter Peter Stöger weiter und erlebte ihren Höhepunkt 2017 mit der Qualifikation der Europa League. Es sollte einer der schönsten Momente in Wehrles FC-Zeit sein, wie er jüngst erklärt hatte.

Doch so schnell wie es bergauf ging, ging es für Wehrle und den FC auch wieder bergab. Es folgte der Abstieg in Liga zwei, welcher auch an dem Schwaben nicht kritiklos vorbeigegangen war. Zwar konnten die Kölner den sofortigen Wiederaufstieg feiern und in den vergangenen beiden Jahren die Klasse halten. Doch aufgrund zahlreicher Personalentscheidungen blieb Wehrle in der jüngeren Vergangenheit nicht immer ohne Kritik.

Nummer 2: Transfers

Insbesondere die Rückholaktion von Anthony Modeste wurde dem Geschäftsführer lange angekreidet. Zwar verkaufte Wehrle den Franzosen 2017 für 28 Millionen Euro nach China und holte ihn nur anderthalb Jahre später mit großer Mühe zum Nulltarif wieder zurück. Aufgrund der sportlich langen Durststrecke des Angreifers schien sich die Rückkehr angesichts des hohen Gehaltspakets jedoch nicht rentiert zu haben.

Spätestens seit dieser Saison ist jedoch klar, dass die Rückholaktion die richtige Entscheidung gewesen war. Darüber hinaus galt Wehrle als großer Befürworter von Armin Veh und Horst Heldt. Zwei Personalentscheidungen, die dem FC rückblickend mehr geschadet als genützt haben.

Nummer 3: Finanzen

Als Alexander Wehrle 2013 zum FC gewechselt war, standen die Kölner bei einem Jahresumsatz von 56 Millionen Euro. Parallel zu den Erfolgen auf dem Platz konnte sich der FC auch finanziell in den Folgejahren deutlich stabilisieren.

Als sich die Geißböcke 2017 für die Europa League qualifiziert hatten, ging dies mit einem Umsatz von 170 Millionen Euro einher. Aufgrund der Corona-Pandemie muss der FC inzwischen zwar mit einem Verlust von 85 Millionen umgehen, wirtschaftlich steht der Verein bei Wehrles Abgang jedoch auf gesicherten Füßen.

Nummer 4: Gesellschaft und Politik

Mit dem noch immer nicht realisierten Geißbockheim-Ausbau ist das wohl größte Projekt von Alexander Wehrle vor seinem Weggang gescheitert. Sieben Jahre lang hatte der Geschäftsführer versucht, mit der Stadt Köln eine Lösung zu finden. Doch bis heute konnte der FC nicht mit dem Bau beginnen. Zwar scheint eine Kompromiss-Lösung so langsam Formen anzunehmen. Bis das neue Leistungszentrum jedoch steht, wird Wehrle bereits lange Zeit in Stuttgart sein.

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In der Stadt hat sich Wehrle jedoch vom ersten Tag an eingelebt und sich in den vergangenen neun Jahren ein erstaunliches Netzwerk aufgebaut. Als Korpsmitglied der Bürgergarde blau-gold hat der gebürtige Stuttgarter nicht nur die Stadt und den FC, sondern auch den Karneval in all seinen Facetten angenommen.

Und so werden es auch die Menschen und das Lebensgefühl in Köln sein, die Alexander Wehrle abseits des Sportlichen besonders in Erinnerung bleiben werden. "Für mich ist Köln eine zweite Heimat geworden", berichtet Wehrle, der den FC am Freitag noch ein letztes Mal bei der DFB-Bundesversammlung vertreten wird, ehe am 21. März sein Job als Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart beginnt.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen und Recherchen des GEISSBLOG
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Von Marc Merten
Von Marc Merten
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