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Kardinal Woelki: Nach f├╝nf Monaten zur├╝ck in sein Amt

Von dpa
02.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Kardinal Rainer Maria Woelki
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von K├Âln, gibt im Erzbisch├Âflichen Haus ein Interview. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)
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Trotz massiver Proteste will Kardinal Rainer Maria Woelki am heutigen Mittwoch offenbar in sein Amt als Erzbischof von K├Âln zur├╝ckkehren. Er war im September vom Papst in eine f├╝nfmonatige Auszeit geschickt worden. Am Dienstag hatte der Verwaltungschef des Bistums, Generalvikar Markus Hofmann, in einer internen Mitteilung an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mitgeteilt, dass Woelki am Mittwoch wieder die Leitung ├╝bernehmen werde.

Urspr├╝nglich wollte Woelki am Vormittag eine Messe im K├Âlner Dom zelebrieren, den traditionellen "Aschermittwoch der K├╝nstler". Dann aber sagte er den Termin ab. Er wolle nicht, dass dieses Ereignis "von den aktuellen kirchenpolitischen Spannungen ├╝berschattet" werde, teilte das Erzbistum mit. Allerdings hatten wohl auch die K├╝nstler signalisiert, nicht mit Woelki auftreten zu wollen. Nunmehr sind vom Erzbistum lediglich eine Pressemitteilung und ein Hirtenbrief von Woelki angek├╝ndigt.

Papst Franziskus hatte Woelki im September in eine f├╝nfmonatige Auszeit geschickt, nachdem er ihm "gro├če Fehler" vorgeworfen hatte. Was sich der Vatikan von dieser Auszeit versprochen hat, ist unklar. Woelki hatte 2020 eine Vertrauenskrise ausgel├Âst, als er sich entschied, ein Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorw├╝rfen des sexuellen Missbrauchs nicht zu ver├Âffentlichen. Er f├╝hrte rechtliche Gr├╝nde an.

Danach verschlechterte sich das Verh├Ąltnis zwischen Woelki und den Gremien des Erzbistums immer weiter. Dies hatte nicht nur mit Woelkis sehr konservativer Grundeinstellung zu tun - den derzeitigen Reformprozess in der katholischen Kirche, den Synodalen Weg, lehnt er ab - sondern vor allem auch mit seiner schroffen und misstrauischen Art. Mit Alleing├Ąngen in wichtigen Fragen brachte Woelki nicht nur reformorientierte Bisch├Âfe, Dechanten (Regionalchefs) und Pfarrer gegen sich auf, sondern auch eher konservativ eingestellte. Vielfach hei├čt es, dass mit ihm einfach keine Zusammenarbeit m├Âglich sei. Alle Gremien des Erzbistums haben mehr oder weniger deutlich signalisiert, dass sie sich eine Zukunft mit Woelki nicht mehr vorstellen k├Ânnen.

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Noch eindeutiger sieht das Bild bei den Gl├Ąubigen aus. Die Zahl der Kirchenaustritte in K├Âln ist in die H├Âhe geschnellt. Einer Forsa-Umfrage im Auftrag des "K├Âlner Stadt-Anzeigers" zufolge wollen 92 Prozent der Katholiken im Erzbistum, dass Woelki zur├╝cktritt. 82 Prozent meinen, dass der Papst ihn absetzen m├╝sste.

Auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur, ob es nicht besser f├╝r das Erzbistum w├Ąre, wenn er zur├╝cktreten und so einen Neuanfang erm├Âglichen w├╝rde, hatte Woelki im vergangenen August geantwortet: "Davonzulaufen, ist doch keine L├Âsung. In einer Familie oder unter Freunden geht man nicht einfach auseinander, wenn es schwer wird. Man ringt und versucht, L├Âsungen zu finden. Die Herausforderungen w├╝rden auch bei einem anderen Erzbischof dieselben bleiben."

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