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Projekt "Frag den Rabbi" gegen zunehmenden Antisemitismus


Mainz
Projekt "Frag den Rabbi" gegen zunehmenden Antisemitismus

Von dpa
06.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Projekt "Frag den Rabbi"Vergrößern des BildesLandesrabbiner David Schwezoff spricht im Gemeindesaal in Koblenz. (Quelle: Thomas Frey/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die jüdischen Gemeinden reagieren mit ihrem Projekt "Frag den Rabbi Rheinland-Pfalz" auch auf zunehmenden Antisemitismus. Zusammen mit Vorträgen und weiteren Informationen solle so Aufklärung geleistet werden in der Hoffnung, dass Judenfeindlichkeit "dann mit der Zeit abnimmt", teilte der erste Landesrabbiner in Rheinland-Pfalz, David Schwezoff (42), der Deutschen Presse-Agentur mit. Er vertraue aber auch auf den Kampf von Landes- und Bundesregierung "gegen den Antisemitismus, den Rassismus und jede Art von Hass".

Das Projekt "Frag den Rabbi Rheinland-Pfalz" gibt es laut Schwezoff schon mehrere Monate, werde aber nun ausgeweitet. Er berate auf Anfrage in sieben Städten in Rheinland-Pfalz und sei auch an anderen Orten zu persönlichen Gesprächen bereit. Das Bundesland ist Heimat der sogenannten Schum-Stätten Mainz, Worms und Speyer - diese Orte des jüdischen Mittelalters gehören seit 2021 zum Unesco-Welterbe. Im selben Jahr sind auch 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert worden. Der Landesrabbiner berichtet hierzu: "Die Menschen möchten mehr über unser Erbe erfahren und was mich sehr freut, ist, dass dies für die gesamte Bevölkerung von Rheinland-Pfalz und auch über die Landesgrenzen hinaus gilt, nicht nur für uns Juden."

Er sehe sich als einen "Diener der ganzen Gesellschaft. Meine Ohren sollen für alle offen sein. Ich fühle mich geehrt, Fragen sowohl von Nichtjuden als auch von Juden zu erhalten", erläutert Schwezoff. Das Judentum sei im Gegensatz zur Ansicht vieler Menschen "eine sehr offene Religion". Er könne auch sagen: "Alles wird hinterfragt." Dabei gebe es "keine schlechten Fragen. Mehr noch, Fragen sind die wesentliche Methode, um die jüdische Religion und Philosophie am Leben zu erhalten", erläutert der Landesrabbiner.

Er habe noch etliche andere Aufgaben. Neben der Unterstützung der jüdischen Gemeinden gelte es auch, Menschen mit Problemen wie etwa Einsamkeit und Depressionen infolge der Corona-Pandemie zu helfen. Ein neuer Schwerpunkt seien Flüchtlinge des Krieges in Europa: "Wir stehen in Kontakt mit jüdischen Gemeinden in der Ukraine und werden ihnen helfen." Geld- und Sachspenden seien auf den Weg gebracht worden und künftig könne auch ukrainischen Flüchtlingen in Rheinland-Pfalz geholfen werden.

Schwezoff ist hier seit Ende 2021 der erste Landesrabbiner. Seine Familie stammt teils aus Russland und Deutschland, aufgewachsen ist er in Ungarn. Der Landesverband in Rheinland-Pfalz vertritt die fünf jüdischen Gemeinden Bad Kreuznach und Birkenfeld, Mainz, Rheinpfalz, Koblenz und Trier. Er zählt rund 3000 Mitglieder und ist Teil des Zentralrats der Juden in Deutschland.

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