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Nackte Gaffer behindern Wiederbelebung – Mann ertrinkt

Von t-online, ads

Aktualisiert am 29.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Rettungsausrüstung am Baggersee: Der Mann kam später im Krankenhaus ums Leben.
Rettungsausrüstung am Ufer: Der Mann kam später im Krankenhaus ums Leben. (Quelle: Stefan Brunner/Feuerwehr Baiersdorf)
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In einem Baggersee in Erlangen ist ein Mann ertrunken – woraus offenbar Gaffer Unterhaltung zogen. Die Rettungskräfte beklagen anstandsloses Verhalten.

Ein 74-Jähriger verschwindet am Dienstag plötzlich von der Wasseroberfläche, die Feuerwehr findet ihn unter Wasser und beginnt mit der Wiederbelebung – während über die Hälfte des Teams den leblosen Körper von den Blicken der Gaffer abschirmen muss. Diese Szenen beschreibt die Feuerwehr in Baiersdorf in einem emotionalen Facebook-Post.

Die Ehefrau des Mannes hatte demnach die Rettungskräfte alarmiert, weil sie ihn plötzlich nicht mehr im Baggersee Baiersdorf sehen konnte. Zu Boot und schwimmend hatten die Einsatzkräfte den Vermissten dann gesucht und in vier Metern Tiefe gefunden. Taucher der Feuerwehr Erlangen bargen den leblosen 74-Jährigen.

An Land habe dann unter anderem eine Hubschrauber-Notärztin rund eine Stunde lang um das Leben des Mannes gekämpft. Doch leider nicht ohne Hindernisse.

Mehr als ein Dutzend Feuerwehrleute schirmen Rettung ab

"Stellen Sie sich vor, Sie wären mit Ihren Lieben am See und müssen nach einem Badeunfall aus nächster Nähe miterleben, wie die Rettungskräfte um das Leben Ihres Mannes, Ihrer Freundin oder Ihres Kindes kämpfen", appelliert die Feuerwehr Baiersdorf. "Und dann sehen, dass rund 15 Feuerwehrleute allein dafür nötig sind, um die verunglückte Person vor (... ) Gaffer*innen abschirmen zu können!"

"Ungeniert" und "teilweise sogar splitterfasernackt" seien die Menschen aus dem Wasser und vom Ufer gekommen, um einen Blick auf die Aktion zu erhaschen.

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Feuerwehr Baiersdorf: "Habt ihr den letzten Funken Anstand verloren?"

Passanten seien zudem mit Fahrrad oder zu Fuß mitten durch die Rettung gelaufen und "mit der Bierflasche in der Hand" zwischen den Einsatzfahrzeugen sitzen geblieben. "Sagt mal, Leute: Geht's noch? Habt Ihr den letzten Funken Anstand verloren?", heißt es da in dem Statement. "Kann man da sich nicht einfach dezent anziehen, aus dem Weg gehen und den Rettungskräften den Weg freimachen und -halten?"

Der stark unterkühlte Gerettete habe nach einer knappen Stunde Reanimierung wieder zu sich gefunden – jedoch starb er nach Polizeiangaben noch am selben Abend im Krankenhaus.

Nutzer fordern härtere Strafen für Gaffer

Unter dem Post der Feuerwehr zeigen zahlreiche Menschen ihren Zuspruch: "Unmöglich das Verhalten. Wie kann man nur so egoistisch sein", heißt es dort, oder: "Was sind das für respektlose Menschen, einfach nur traurig, wie manche Menschen sich verhalten." Zudem wurden härtere Strafen für Gaffer gefordert.

Mit einem eindringlichen Appell endet der Post der Retter: "Denkt mal bitte darüber nach! Danke! Es wäre schön, wenn wir sowas nicht wieder erleben müssten".

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  • Meike Kreil
Von Meike Kreil
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