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Streit nach Klimablockade: Es ist zum Verzweifeln!


Es ist zum Verzweifeln!

  • Meike Kreil
Von Meike Kreil

23.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Am vergangenen Dienstag klebten sich Aktivisten auf die Straßen vor dem Hauptbahnhof in Nürnberg fest.
Am vergangenen Dienstag klebten sich Aktivisten auf die Straßen vor dem Hauptbahnhof in Nürnberg fest. (Quelle: Meike Kreil)
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Nach der Blockade am Nürnberger Hauptbahnhof geht der Streit zwischen Klimaaktivisten und dem Bürgermeister in eine neue Runde. Es ist zum Verzweifeln!

Vergangene Woche legte ein Bündnis aus "Letzte Generation", dem Jesuitenorden und "Extinction Rebellion" die Straßen vor dem Nürnberger Hauptbahnhof lahm. Die Fehde zwischen dem Oberbürgermeister, dem das zu radikal war, und den Klimaaktivisten geht indes weiter. Gewinnen wird sie niemand.

Dass sich Menschen auf die Straße kleben, ist eine Verzweiflungstat. Den Aktivisten wäre es sicher auch lieber, nicht zu solch drastischen Mitteln greifen zu müssen. Anders aber scheinen sie kein Gehör zu finden. Dabei geht "ihr" Anliegen ausnahmslos uns alle an. Weil das noch nicht jeder verstanden hat, sind ihre Mittel zwar unschön, aber notwendig. Die Reaktion aus dem Rathaus zeigt das umso mehr.

Wir erinnern uns: Greta Thunberg hat es zunächst mit stillem Schulstreik versucht. Danach gingen junge Menschen freitags weltweit zu Tausenden für "Fridays for Future" auf die Straße, um friedlich zu demonstrieren. Im Nürnberger Klimacamp haben Aktivisten 600 Tage lang neben dem Rathaus campiert, um sichtbar zu sein und aufzuklären. Zwar hat sich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Sachen Klimaschutz schon einiges getan. Aber eben noch lange nicht genug. Noch immer verkennen zu viele Entscheider die Dringlichkeit. Dabei sind wir mittendrin, in der Klimakrise.

All der Protest ist zu sehr verhallt. Deshalb heißt das Mittel der Aktivisten nun: größtmögliche Aufmerksamkeit erzeugen. Dass wegen der Straßenblockaden mancher Autofahrer zu spät zur Arbeit kommt, ist ein Übel, das sie gerne in Kauf nehmen. Aber was bitte ist mit Krankenwagen, fragen Kritiker zu Recht. Nun, von einer seit Jahren bundesweit agierenden Gruppe darf man wohl so viel gesunden Menschenverstand erwarten. Dass sie im Notfall schnellstmöglich eine Rettungsgasse bilden, muss oberstes Gebot sein.

Mehr Verständnis vom Oberbürgermeister wäre angebracht

Die harsche Reaktion des Nürnberger Oberbürgermeisters auf die Aktion überraschte in ihrer Schärfe. Freilich muss Marcus König (CSU) einer solchen Aktion nicht Beifall klatschen. Aber mehr Verständnis wäre angebracht. So fragte er etwa über seinen Instagram-Kanal: "Wo kommen wir hin, wenn jeder für seine politischen Ziele Rechtsbrüche in Anspruch nimmt?" Kein Wort über das Engagement für die eigentlich gute Sache, nämlich gegen die Klimakrise. Muss es wirklich sein, die Diskussion im Netz anzuheizen? Unverständnis und Hass herrscht dort schon genug.

Am Montag nun konterte die Gruppe von "Extinction Rebellion Nürnberg" mit einem offenen Brief ans Rathaus. Darin heißt es: "Nur wenn Kommunen jetzt sehr schnell und entschlossen handeln (...), lässt sich die Klimakatastrophe noch abwenden. Ein solches entschlossene Handeln sehen wir in Nürnberg nicht einmal ansatzweise." Und: "Ziviler Ungehorsam ist dann legitim, wenn alle anderen Möglichkeiten des politischen Einflusses aufgebraucht und ergebnislos geblieben sind. In dieser Situation sehen wir uns."

Diesen Schlagabtausch jedenfalls kann keiner gewinnen. Dafür liegen die Positionen auch in der Gesellschaft zu weit auseinander, dafür sind die Gemüter zu erhitzt und die Strukturen zu festgefahren. Und so bleibt auch weiterhin keine Versöhnung in Sicht. Die nächste Blockade folgt bestimmt.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
  • Offener Brief der Klimaaktivisten vom 22.8.22
  • marcuskoenignbg: Instagram-Kanal von Marcus König
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