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Digitalfestival – Künstliche Intelligenz: Digitalministerium kritisiert EU


Bayern kritisiert AI-Act
Wie "innovationshemmend" ist die EU bei KI?

  • Meike Kreil
Von Meike Kreil

Aktualisiert am 10.07.2023Lesedauer: 3 Min.
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Der humanoide Roboter AMECA (Archivbild): Der hochentwickelte Roboter wird in Nürnberg ausgestellt.Vergrößern des Bildes
Ameca wurde vor Kurzem im Nürnberger Zukunftsmuseum ausgestellt (Archivbild): Wie freundlich wird die Zukunft mit KI wirklich? (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)

Chaos, ungewisse Zukunft: Das Thema Künstliche Intelligenz löst gemischte Gefühle aus. Das Digitalfestival will die Angst vor der großen Unbekannten nehmen. Gelingt das?

Der Begriff KI ist in aller Munde. Was aber ist das eigentlich genau, diese Künstliche Intelligenz? Das Digitalfestival in Nürnberg versucht sich gerade an einer Einordnung. Bei einer der über 100 Veranstaltungen sind sich die Experten einig. Es braucht eine genaue Definition des für viele noch abstrakten Begriffs. Sonst nämlich drohe Angst vor dem Unbekannten – und die Überregulierung. Was das für Bayern, Deutschland und die EU bedeuten könnte, darüber wurde am Donnerstagabend diskutiert.

"Wer von Ihnen hier nutzt schon Künstliche Intelligenz?", fragte Franziska Armbruster das rund 150-köpfige Publikum im IHK-"Haus der Wirtschaft". Zurückhaltendes Melden hier und da. Dies sei sinnbildlich für Deutschland, erklärt die Vertreterin aus dem Bayerischen Digitalministerium, die krankheitsbedingt für Ministerin Judith Gerlach eingesprungen ist. "Nur 9 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzt bereits KI."

Künstliche Intelligenz sorgt für Aufbruchstimmung

Da sei noch Luft nach oben, sind sich die Veranstalter von "Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit – Was Unternehmen bewegt" einig. Dort wollen Vertreter der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken (IHK) und des Bayerischen Digitalministeriums die neuen Möglichkeiten als Chance verstanden wissen – und weniger als Risiko. Letzteres führe zu Angst und die wiederum zu Überregulierung, erklärt IHK-Vizepräsident Johannes Bisping. Und so ist "chancenorientiert" ein Begriff, der hier öfter fällt. Gar von Aufbruchstimmung ist die Rede.

Mit KI gemeint sind neben humanoiden Robotern meist auch Anwendungen auf Basis maschinellen Lernens, bei denen eine Software große Datenmengen analysiert und daraus Schlussfolgerungen zieht. So kann ChatGPT auf jede Frage eine meist verblüffend korrekte Antwort geben. Oft geht es bei KI-Diskussionen um Ängste, etwa vor Jobverlust oder einer Übermacht der Maschinen. Dass die neuen Technologien die Welt auch verbessern können, will diese Veranstaltung zeigen. Bilder von der Veranstaltung gibt es hier.

"Wir wollen KI für die Breite öffnen", erklärt Armbruster. Ohne blauäugig zu sein – "mit Augenmaß, aber auch mit Mut und Zuversicht." Auch das Digitalministerium warnt vor einer Überregulierung. Sonst würden wir abgehängt – und KI anderswo besser und schneller entwickelt. Deshalb müssten die Regeln für die neue Technologie "innovationsfreundlich und praxistauglich" sein.

Damit spielt die Expertin auch auf das neue Regelwerk der EU zum Thema an, dem die Teilnehmer hier in seiner jetzigen Ausführung kritisch gegenüberstehen. Mit dem sogenannten AI-Act, der Mitte Juni vorgelegt wurde, will die EU den Umgang mit Künstlicher Intelligenz regeln. Doch den bezeichnet Armbruster in der aktuellen Version als innovationshemmend. Unter anderem, weil KI darin teilweise als Hochrisikobereich eingestuft werde, so Armbruster. Dabei hapere es aber an einer Definition, was unter die höchste Sicherheitsstufe fallen solle.

Ein Stichwort sei auch Wettbewerbsfähigkeit, ergänzt Boris Bauke, Professor für Digitale Transformation an der Technischen Hochschule Aschaffenburg und ebenfalls aufs Podium geladen. Der globale Wettbewerbsdruck sei enorm, Kräfte und Produktion im Ausland seien einfach billiger. Außerdem: KI könne eine Lösung für den Fachkräftemangel in Deutschland sein.

Darauf folgte eine neue Frage ans Publikum: "Sehen Sie KI als Chance?" Da schossen schließlich fast alle Hände in die Höhe.

Verwendete Quellen
  • Reporterin vor Ort
  • ihk.de: Bildergalerie vom 7. Juni 2023
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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