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Kwasi Wriedt: Ein Spätstarter wie Klose?


Plötzlich Lewandowski-Ersatz
Bayerns Kwasi Wriedt: Ein Spätstarter wie Klose?

t-online, Benjamin Zurmühl

03.11.2017Lesedauer: 3 Min.
Gegen RB Leipzig wurde Kwasi Wriedt in der 101. Minute eingewechselt.Vergrößern des BildesGegen RB Leipzig wurde Kwasi Wriedt in der 101. Minute eingewechselt. (Quelle: Ulmer/imago-images-bilder)
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Noch vor zwei Wochen kannten nur wenige Kwasi Wriedt, plötzlich ist der 23-Jährige fester Bestandteil des Bayern-Kaders und durfte im Pokal-Kracher gegen Leipzig ran. Doch wer ist der Newcomer?

Von Benjamin Zurmühl, t-online.de

Ein Talent im klassischen Sinne ist er nicht. Er kommt nicht aus einer teuren Jugendakademie, hat keine Rekorde gebrochen und auch nicht sämtliche Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen. Nein, Kwasi Okyere Wriedt ist einen anderen Weg gegangen. Geboren und aufgewachsen ist er in Hamburg. Bei Concordia und St. Pauli hat Wriedt seine ersten Schritte gemacht, ehe er nach Lüneburg in die Regionalliga Nord wechselte. Zu diesem Zeitpunkt war Wriedt schon 20 Jahre alt. Dass er etwas mehr als zwei Jahre später im DFB-Pokal für den FC Bayern gegen RB Leipzig auf dem Platz stehen würde, war zu dem Zeitpunkt undenkbar.

"Man muss bei diesem Spieler eine Fantasie haben"

Im Sommer 2016 ging es dann nach Osnabrück. Entdeckt hat ihn Lothar Gans, Sportlicher Leiter des VfL. Er war von Anfang an von den Qualitäten des Linksfußes überzeugt. "Kwasi kann verschiedene Positionen in der Offensive spielen. Links, rechts, als hängende Spitze und auch vorne im Zentrum. Trotz seiner Größe ist er sehr schnell, hat einen starken linken Fuß und eine gute Technik", sagt Gans im Gespräch mit t-online.de.

In Osnabrück wusste Wriedt sofort zu überzeugen. Mit zwölf Toren und acht Vorlagen war er die Lebensversicherung der Niedersachsen. So wurde der FC Bayern aufmerksam. Hermann Gerland schaute sogar persönlich in Osnabrück vorbei, um sich ein Bild von Wriedt zu machen. Gans wusste sofort, wie er den Co-Trainer der Bayern überzeugen konnte. "Man muss bei diesem Spieler eine Fantasie haben. Das habe ich auch zu Hermann Gerland gesagt, als er ihn sich angeguckt hat. Er ist zwar noch nicht ausgereift, aber er bringt alle Voraussetzungen mit."

Wie ein Sechser im Lotto

Nach einem Jahr in Osnabrück ging es für Wriedt also nach München. Das Risiko ist groß, denn bei Bayern schaffen es nur die wenigsten zu den Profis. Doch er will sich durchbeißen und von den besten Spielern lernen. Vorerst musste er sich gedulden, durfte nur bei der zweiten Mannschaft ran. Doch mit neun Toren und drei Vorlagen in zwölf Einsätzen machte Wriedt auf sich aufmerksam. Jupp Heynckes holte ihn zu den Profis.

Dabei hat neben Gerland womöglich auch Heynckes' anderer Assistent eine Empfehlung ausgesprochen. "Peter Hermann kennt Wriedt bereits, da er ihn als Co-Trainer bei Düsseldorf schon beobachtet hat", sagt Gans. Plötzlich trainiert der 23-Jährige also mit Lewandowski, Robben, Thiago und Co. Sehr zur Freude von Gans. "Er kann jetzt mit echten Weltstars trainieren. Das ist für ihn wie ein Sechser im Lotto." Die Lernfähigkeit zählt ohnehin zu den großen Stärken von Kwasi Wriedt. "Er will immer an sich arbeiten", sagt Lothar Gans.

Klose und das Quäntchen Glück

Arbeiten muss Wriedt vor allem an seinen Qualitäten in der Luft. Vor dem Spiel gegen Leipzig holte sich der 1,88 Meter große Stürmer letzte Tipps von Gans. "Ich habe ihm gesagt: Denk' an dein Kopfballspiel. Aufgrund seiner Größe hat er da schließlich noch viele Möglichkeiten." Gesagt, getan. Wriedt köpfte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung fast das Führungstor für Bayern. Nur die Latte verhinderte das schnelle Glück.

Auch wenn er schon 23 ist, hat Wriedt immer noch ein sehr großes Entwicklungspotenzial. Doch neben dem Training mit den Profis braucht er dafür auch Einsatzzeiten. "Er braucht jetzt einfach das Quäntchen Glück, dass er das Vertrauen bekommt und eingewechselt wird", sagt Gans. Er ist ein Spätstarter, wie er im Buche steht. Vom großen Durchbruch ist der vielseitige Stürmer nicht mehr weit weg. Ein Vorbild könnte dabei Miroslav Klose sein. Der DFB-Rekordtorjäger spielte schließlich mit 20 Jahren noch in der Regionalliga. Genauso wie Wriedt.

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