Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Zweikampf der Woche >

Nübel-Wechsel zum FC Bayern: "Schalke bekommt ein Riesenproblem"

PRO & KONTRADie Folgen des Bayern-Wechsels  

"Schalke bekommt mit Nübel ein Riesenproblem"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

06.01.2020, 17:02 Uhr
Nübel-Wechsel zum FC Bayern: "Schalke bekommt ein Riesenproblem". Ist seine Kapitänsbinde aus der Hinserie los: Schalke-Torwart Alexander Nübel. (Quelle: imago images)

Ist seine Kapitänsbinde aus der Hinserie los: Schalke-Torwart Alexander Nübel. (Quelle: imago images)

Schalke hat den Sommerwechsel von Nübel zu Bayern bekanntgegeben und seinem Torwart die Kapitänsbinde abgenommen. Spielt Nübel nie mehr für Schalke? Der "Zweikampf der Woche" mit R. Hiersemann und F. Wichert.

Mit seinen 23 Jahren hat Alexander Nübel mehr mitgemacht als andere in ihrem gesamten Fußballerleben. Kometenhafter Aufstieg zur größten deutschen Torwarthoffnung, Kapitänsbinde bei Schalke 04, nun ein Fünfjahresvertrag beim FC Bayern München. Doch der Keeper hat sich womöglich in eine Sackgasse manövriert. Nübels Binde ist seit der Bekanntgabe seines Wechsels am Samstag futsch, jeglicher Kredit bei den Schalke-Fans ohnehin verspielt – und womöglich wird er zunächst hinter Manuel Neuer in München auf der Bank Platz nehmen müssen.

Schalke-Trainer David Wagner vermied jedenfalls im Trainingslager in Südspanien ein Bekenntnis zu seiner bisherigen Nummer eins. Erst nach dem zweiten Rückrundenspiel, das ausgerechnet bei Nübels künftigem Arbeitgeber stattfindet, werde er "darüber nachdenken", wer für den Rest der Rückrunde den Vorzug erhält. Noch kann der Coach auf Zeit spielen: Nübel ist nach seinem Karatekick gegen Frankfurt in den schweren Partien gegen Borussia Mönchengladbach und in München gesperrt.

Dass U21-Nationalkeeper Markus Schubert auch danach im Tor bleibt, erscheint aus S04-Sicht sogar logisch. Wagner lobt: "Schubi hat zweieinhalb Spiele sehr gut gehalten. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass er die nächsten zwei Spiele genauso gut hält."

Sollte Nübel kein Spiel mehr für Schalke machen dürfen?

Robert Hiersemann

Head of Fussball und Sport

Pro

Ja, mit Nübel im Tor bekommt Schalke ein Riesenproblem

Am Ende zählt nur das sportliche Abschneiden des FC Schalke 04. Und wenn man darüber länger nachdenkt, wird einem eines klar: Alexander Nübel darf nie wieder für die Königsblauen spielen. Die folgenden Gründe lassen keinen anderen Entschluss zu.

Erstens: Wie soll sich Nübel zu 100 Prozent auf Schalke konzentrieren, wenn er doch weiß, dass er im Sommer geht. Um aber in der Bundesliga erfolgreich zu sein, brauchst du einen Torwart, der für die Aufgabe S04 brennt.

Zweitens: Schon Goretzka und Neuer hatten es schwer, nachdem sie ihre Wechsel zum FC Bayern verkündet hatten. Sie wurden von den S04-Anhängern ausgepfiffen. Auch die Auftritte von Nübel würden in der Rückrunde zum Spießrutenlauf werden – und diese Unruhe könnte sich negativ auf alle im Verein auswirken.

Drittens: Bereits in den vergangenen Ligapartien kam Ersatztorwart Markus Schubert zum Einsatz und machte seine Sache gut. Nun sollte man dem 21-Jährigen weiter das Vertrauen schenken. Schubert hat das Talent und die Motivation, es fehlt nur noch die Erfahrung. Zum Rückrundenstart gegen Gladbach und Bayern steht er aufgrund der Rotsperre von Nübel erneut im Kasten.

Zwei weitere Gelegenheiten, um seinen Vorgänger Nübel auf Schalke abzulösen und eine neue Ära einzuleiten.

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Kontra

Nein, das wäre lächerlich und fatal

Die Schalke-Bosse sind sauer, die Fans pöbeln, Experten kritisieren, Trainer David Wagner nimmt seinem Torwart Alexander Nübel die Kapitänsbinde weg und denkt sogar darüber nach, ihn bis zum Saisonende auf die Bank oder Tribüne zu setzen. Schalke benimmt sich wie ein kleines, beleidigtes Kind.

Nübel wird als Verräter hingestellt – dabei hat er eine vollkommen legitime Entscheidung getroffen, seinen Vertrag bei Schalke zu erfüllen, aber nicht zu verlängern und stattdessen zum FC Bayern zu wechseln. Umgekehrt heißt das auch: Schalke hat es trotz einiger Bemühungen nicht geschafft, Nübel von einem Verbleib zu überzeugen.

Bestraft Schalke Nübel für das eigene Unvermögen und setzt ihn deshalb ein halbes Jahr auf die Bank oder Tribüne, ist das nicht nur lächerlich, sondern auch fatal. Es gefährdet die Ziele des Vereins. Mit 70 Prozent abgewehrten Bällen ist Nübel in dieser Saison besser als Bayerns Neuer oder Dortmunds Bürki. Er MUSS spielen.

Nübel liebt die Herausforderung und hat den Mut, es zur neuen Saison mit Manuel Neuer aufzunehmen. Er will Weltklasse und Nationalspieler werden wie Neuer oder Marc-André ter Stegen. Da wird Nübel auch ein halbes Jahr den Druck auf Schalke aushalten.

Wer hat Recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen. In dieser Woche geht es um den Wechsel von Alexander Nübel von Schalke zu Bayern – auch als Podcast zum Hören und kostenlosen Abonnieren bei AppleSpotifyGoogleDeezer, Podigee und in jeder Podcast-App.

Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Live-Diskussion öffnen (0 Kommentare)

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal