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Huub Stevens ist Schalkes großes Glück – doch eine Frage bleibt

MEINUNGÜberraschendes Trainer-Comeback  

Stevens ist Schalkes großes Glück – doch eine Frage bleibt

18.12.2020, 11:41 Uhr
Huub Stevens ist Schalkes großes Glück – doch eine Frage bleibt. Huub Stevens: Schalkes "Jahrhunderttrainer" ist zurück an der königsblauen Seitenlinie. (Quelle: imago images/DeFodi)

Huub Stevens: Schalkes "Jahrhunderttrainer" ist zurück an der königsblauen Seitenlinie. (Quelle: DeFodi/imago images)

Zum vierten Mal wird Huub Stevens Trainer des FC Schalke 04 – und beweist damit seine unbändige Liebe für den Verein. Die Klubführung wird sich dennoch Vorwürfe anhören müssen.

Huub Stevens ist neuer Trainer des FC Schalke 04.

Nein, wir schreiben nicht das Jahr 1996, wir befinden uns auch nicht in 2011 oder 2019. Es ist der 18. Dezember 2020 – und ja, Stevens übernimmt tatsächlich zum vierten Mal den Klub, dessen Fans ihn bereits vor Jahren zum "Jahrhunderttrainer" gewählt haben.

Es ist bemerkenswert, ja sogar bewundernswert, wie viel Mumm der Niederländer mit dieser Entscheidung aufgebracht hat. Nicht nur, weil Schalke nach zwölf Spieltagen nur jämmerliche vier Punkte auf dem Konto hat und das Schlusslicht der Bundesliga-Tabelle ist. Sondern auch, weil es dem mittlerweile 67-jährigen Stevens völlig egal zu sein scheint, dass er mit seinem Einsatz als Feuerwehrmann seine makellose Reputation auf Schalke aufs Spiel setzt.

Solche Gedanken kommen dem als "Knurrer von Kerkrade" zur Legende gewordenen Uefa-Pokal- und zweifachen DFB-Pokalsieger gar nicht. Dafür liebt er den FC Schalke 04 zu sehr. Für das Wohl der Königsblauen würde er alles tun. Und das bedeutet dann eben auch, mit nur einem Tag Vorbereitung eine völlig paralysierte Mannschaft zu übernehmen und sie davon zu überzeugen, dass sie es drauf hat, endlich den ersten Bundesliga-Sieg seit fast einem Jahr einzufahren.

Mit Stevens schlittert Schalke direkt ins nächste Problem

Zuzutrauen wäre es dem charmanten wie autoritären Stevens allemal, dass er dem königsblauen Sauhaufen bereits für das morgige Spiel gegen Arminia Bielefeld (15.30 Uhr, im Liveticker bei t-online) wieder Siegeswillen und Selbstbewusstsein einimpft.

Doch würde Schalke damit nicht direkt ins nächste Problem schlittern?

Was wäre, wenn Stevens bei seinem verabredeten Zwei-Spiele-Comeback vor Weihnachten erst Aufsteiger Bielefeld mit 3:0 aus der Veltins-Arena schießt und dann den Regionalligisten Ulm im DFB-Pokal schlägt und mit breiter Brust ins Achtelfinale einzieht? Es ist blauäugig zu denken, dass sowohl die Mannschaft als auch die Fans dann Stevens' (wohlverdiente) Rückkehr in die Trainerrente schulterzuckend hinnehmen würden. Denn keine Mannschaft der Welt will einen erfolgreichen, empathischen Coach gehen lassen.

Sportvorstand Schneider präsentiert sich planlos

So zeigt der nahe liegende und doch überraschende Schachzug mit Stevens nur, wie planlos Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider aktuell agiert. Mit David Wagner und Manuel Baum hat Königsblau nun zwei vom Schwaben verpflichtete und geschasste Trainer auf der Gehaltsliste. Eine ernst zu nehmende, mittelfristige Lösung nach Stevens scheint Schneider nicht zur Hand zu haben.

Nun bleibt sowohl den Schalker Profis als auch den Fans nichts weiter übrig, als abzuwarten. Abzuwarten, ob Stevens die fußballerisch tote Mannschaft tatsächlich innerhalb einer Woche wiederbeleben kann – und falls ihm das gelingt, ob sein Trainer-Intermezzo in die Verlängerung geht.

Klar ist zumindest: Schneider ist nun unter Zugzwang wie noch nie. Mit Stevens mag er zwar die Fanseele kurzfristig besänftigt haben, doch die Zeit für panische Kurzschlussreaktionen ist auf Schalke längst abgelaufen. Gelingt es ihm nicht, über die Feiertage und zwischen den Jahren eine adäquate Lösung für das Trainerproblem zu finden, dürfte seine Amtszeit auf Schalke zu Ende gehen. Und im schlimmsten Fall damit auch die königsblaue Bundesliga-Ära.

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