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  • Corona: Fußballer frĂŒher impfen? Rummenigges Vorschlag "fataler Fehler"


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Profifußballer frĂŒher impfen? Das ist ein Affront

  • David Digili
Ein Kommentar von David Digili

Aktualisiert am 11.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Die Bayern-Spieler bejubeln ein Tor bei der Klub-WM in Katar: Vereinsboss Rummenigge sorgt unterdessen mit einem Vorschlag zur Impfreihenfolge fĂŒr Aufsehen.
Die Bayern-Spieler bejubeln ein Tor bei der Klub-WM in Katar: Vereinsboss Rummenigge sorgt unterdessen mit einem Vorschlag zur Impfreihenfolge fĂŒr Aufsehen. (Quelle: MB Media Solutions/imago-images-bilder)
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Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bringt frĂŒhere Impfungen fĂŒr Spieler ins GesprĂ€ch. Es ist nicht die erste Dreistigkeit aus der Fußballbranche in der Pandemie. Der Sport lĂ€uft Gefahr, seinen Ruf zu zerstören.

Seit Monaten genießt der Fußball einen Sonderstatus mitten in der Corona-Pandemie. Profisportler mit MillionengehĂ€ltern dĂŒrfen ihrem Beruf weiter nachgehen, wĂ€hrend Mittelstand, Kunst, Kultur und Handwerk unter dem Lockdown Ă€chzen und Millionen Menschen ihre Berufe, ihre Leidenschaften nicht mehr ausĂŒben können. Woche fĂŒr Woche genießt der Fußball ein unglaubliches Privileg. Bisher gab sich die Branche weitgehend demĂŒtig und betonte, dieses Privileg wertzuschĂ€tzen. Zur BegrĂŒndung fĂŒhrten die Macher stets an, der Profifußball biete den Menschen Zerstreuung und etwas "Alltag" in schweren Zeiten.

Aber nun droht der Fußball, das in ihn gesetzte Vertrauen und die Sympathien zu verspielen. Schlimmer noch: Der Fußball ist dabei, seinen eigenen Ruf zu zerstören. Und ausgerechnet der FC Bayern MĂŒnchen, Deutschlands grĂ¶ĂŸter, erfolgreichster und beliebtester Klub, und dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schaden ihrem eigenen Sport am meisten. Mit ihrer EinschĂ€tzung der aktuellen Lage begehen der Klub und sein Macher einen fatalen Fehler.

Die Vereine wieseln sich aus den EinschrÀnkungen heraus

Rummenigges Vorschlag: Der Fußball könnte bei den Corona-Impfungen ja einfach mal vorangehen. "LĂ€sst sich beispielsweise ein Spieler des FC Bayern impfen, wĂ€chst das Vertrauen in der Bevölkerung" sagte der 65-JĂ€hrige dem TV-Sender Sport1. Und weiter: "Wir wollen uns ĂŒberhaupt nicht vordrĂ€ngen, aber Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten."

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Klingt doch zuallererst wie eine vernĂŒnftige, sinnvolle Idee: Fußballspieler, von Millionen bewundert, mit riesigen Follower-Zahlen bei Instagram, Facebook und Twitter, lassen sich impfen und zeigen der breiten Öffentlichkeit: Es ist richtig und wichtig, sich und damit auch andere zu schĂŒtzen – und im besten Fall gefahrlos.

Man stelle sich vor: Ein Thomas MĂŒller postet auf Instagram ein Video, wie ihm gerade die Spritze mit dem Vakzin verabreicht wird, vielleicht mit einem seiner gewohnt lockeren Kommentare dazu – das könnte im doppeltem Sinne "wirken". Das "könnte" ist aber mit einem großen Sternchen versehen. Denn wie kommt es tatsĂ€chlich bei Risikopatienten, bei Älteren, bei Kranken an, die noch warten mĂŒssen, vielleicht noch nicht mal einen Termin haben, wenn kerngesunde Profisportler anscheinend bevorzugt behandelt werden? Es besteht die sehr wahrscheinliche Gefahr, dass eine Gerechtigkeitsdebatte losbricht, die die vermeintlich gute Grundidee in den Hintergrund drĂ€ngt.

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Übrigens: Dass das mit dem "Vorbild" ĂŒberhaupt so eine Sache ist, hat Rummenigge dabei einfach mal weggelassen. Denn trotz ihres Sonderstatus, trotz ihrer Privilegien entblödeten sich einige Profifußballer in den vergangenen Monaten nicht, gegen die Corona-Auflagen zu verstoßen. Sie gingen etwa auf illegale Partys, ließen sĂŒndhaft teure Friseure einfliegen, verbreiteten Fotos vom Haarschnitt ohne Maske und waren mitten im Lockdown an jedem Spieltag mit auffallend akkurat gestutzten Frisuren auf dem Platz zu finden.

Trotz ihres Sonderstatus, trotz ihrer Privilegien haben auch die Vereine noch nicht genug und wieseln sich aus den EinschrĂ€nkungen heraus. In Deutschland sind Europapokalspiele wegen der Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus nicht möglich? Dann werden die Partien einfach nach Ungarn oder Spanien verlegt. Ein Affront gegenĂŒber der deutschen Öffentlichkeit, ĂŒber deren Konsens – fĂŒr das Allgemeinwohl werden EinschrĂ€nkungen akzeptiert – man sich einfach hinwegsetzt.

Bescheidenheit nimmt man dem Fußball immer schwerer ab

Gerade das Allgemeinwohl fĂŒhrte Rummenigge jetzt aber als Beweggrund fĂŒr seinen Vorstoß an: "Je mehr geimpft wird, desto mehr Zuschauer könnten eines Tages ohne jegliche Angst ins Stadion zurĂŒckkehren", erklĂ€rte Rummenigge. Und weiter: "Wir beim FC Bayern sind daran interessiert, nicht nur aus finanziellen, sondern aus GrĂŒnden der Fußballkultur, AtmosphĂ€re und Emotionen in die Stadien zurĂŒckzubringen."

Dabei beklagten sich der FC Bayern und Rummenigge noch vor wenigen Tagen selbst ĂŒber die himmelschreiende Ungerechtigkeit, nach dem Bundesliga-AuswĂ€rtsspiel in Berlin ein paar Stunden am Hauptstadtflughafen festgesessen zu haben – es ging um die Reise zur Klub-WM nach Katar. Ein irrsinniges wie ĂŒberflĂŒssiges, aber lukratives Turnier, dazu in einem Staat, der es mit Menschenrechten nicht immer ganz genau nimmt – und das alles wĂ€hrend sich Millionen Menschen an die aktuellen ReisebeschrĂ€nkungen halten. Wo war da der Gedanke an die "Fußballkultur"?

Nun die nĂ€chste Volte des am Jahresende scheidenden Klubchefs. Bescheidenheit und Demut nimmt man ihm und seinem Berufsstand immer weniger ab. Karl-Heinz Rummenigge wird das naturgemĂ€ĂŸ anders sehen und die Vorreiterrolle seines Sports preisen. Das ist traurig. Viel schlimmer ist aber, dass der Fußball so seinen eigenen Ruf immer weiter beschĂ€digt, bis er womöglich endgĂŒltig nicht mehr zu retten ist.

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Von fcb-inside-Redakteur Vjeko Keskic
  • Noah Platschko
Von Florian Vonholdt und Noah Platschko
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