Interview
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Der Gespr├Ąchspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschlie├čend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

"Das ├╝berfordert uns alle"

  • Jannik Meyer
Von Jannik Meyer

Aktualisiert am 19.12.2021Lesedauer: 5 Min.
Gerhard Delling: Er ist eines der bekanntesten TV-Gesichter des deutschen Sports.
Gerhard Delling: Er ist eines der bekanntesten TV-Gesichter des deutschen Sports. (Quelle: biky/imago-images-bilder)
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Gemeinsam mit G├╝nter Netzer pr├Ągte Gerhard Delling eine ├ära im Fernsehen. Im Interview spricht er ├╝ber sein m├Âgliches Comeback, Herausforderungen des Journalismus und den aktuellen TV-Markt.

30 Jahre lang war Gerhard Delling f├╝r die ARD t├Ątig. Zusammen mit G├╝nter Netzer bildete er von 1998 bis 2010 ein Duo bei der "Sportschau". Die beiden Kultmoderatoren gewannen f├╝r ihre Zusammenarbeit sowohl den Adolf-Grimme-Preis als auch den Medienpreis f├╝r Sprachkultur. Bis 2019 arbeitete Delling f├╝r den ├Âffentlich-rechtlichen Sender.


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Vor wenigen Wochen nun ├Ąu├čerte er m├Âgliche Comeback-Pl├Ąne vor der Kamera. Doch kommt es wirklich soweit? t-online hat bei dem 62-J├Ąhrigen nachgefragt.

Denn seit seiner gro├čen Zeit im Fernsehen hat sich auf dem TV-Markt einiges ver├Ąndert. Streaming-Sender werden immer beliebter, denn immer mehr Personen konsumieren allgemein Inhalte online. Was Delling von den Ver├Ąnderungen auf dem TV-Markt h├Ąlt, lesen Sie hier.

t-online: Herr Delling, mit "Wetten, dass" und "TV total" sind k├╝rzlich zwei Kultsendungen ins Fernsehen zur├╝ckgekehrt. Jetzt m├Âchten auch Sie Ihr Comeback geben. Muss das denn wirklich sein?

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Gerhard Delling: Es muss ├╝berhaupt nichts sein (lacht). Und es muss auch gar kein Comeback geben. Aber wenn ein Thema oder Format interessant ist, kann ich mir selbstverst├Ąndlich eine R├╝ckkehr vorstellen. Ich will da nichts Altes wieder aufw├Ąrmen, sondern wenn, dann neu fasziniert sein.

Warum kommt f├╝r Sie eine R├╝ckkehr ins Fernsehen ├╝berhaupt infrage?

Das ist und war vier Jahrzehnte mein Berufsfeld: Kommunikation, Journalismus und nat├╝rlich auch Bewegtbild ÔÇô egal, ob Fernsehen oder Online. Es ist ein Feld mit vielen M├Âglichkeiten f├╝r kreatives Arbeiten ÔÇô das mag ich nach wie vor.

Muss es denn unbedingt Sportfernsehen sein?

Sport begeistert mich noch immer. Aber es muss nicht ausschlie├člich dieser Bereich sein. Das Leben ist viel bunter. Genau wie bisher interessiere ich mich auch heute sehr stark f├╝r Wirtschaft, f├╝r Politik und auch f├╝r gesellschaftliche Themen.

W├╝rden Sie also lieber eine Politiksendung moderieren?

Es kommt immer auf den Inhalt an. Ich habe schon verschiedenste Sendungen moderiert und Formate mitentwickelt. Ein Steckenpferd von mir ist auch, wie Filme in der Bildgestaltung oder Sendungen dramaturgisch aufgebaut sind.

Die beiden pr├Ągten eine ├ära in der "Sportschau": Gerhard Delling (l.) und G├╝nter Netzer.
Die beiden pr├Ągten eine ├ära in der "Sportschau": Gerhard Delling (l.) und G├╝nter Netzer. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Und kommen Sie gemeinsam mit G├╝nter Netzer zur├╝ck?

Lassen Sie mich kurz ├╝berlegen: nein! (lacht).

Seit Ende Mai 2019 moderieren Sie nicht mehr f├╝r die ARD. Womit vertreiben Sie sich seitdem Ihre Zeit?

Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt (Name des Buches: "Ella & Co. KG"; Anm. d. Red.), m├Âchte dazu auch, sofern es die Corona-Lage hergibt, Lesungen geben. Bis vor Kurzem hatte ich meine w├Âchentliche Fu├čball-Kolumne in der Zeitung. Au├čerdem biete ich Coaching f├╝r Sprache, Sprechen, Auftreten, beispielsweise f├╝r Unternehmen an, moderiere Veranstaltungen und Diskussionsrunden, bin in einer Hochschule als Dozent aktiv und an der Entwicklung einer App beteiligt.

Seit seinem Ende bei der ARD moderiert Gerhard Delling regelm├Ą├čig Sportveranstaltungen: Hier moderiert er den Deutschen Presseball.
Seit seinem Ende bei der ARD moderiert Gerhard Delling regelm├Ą├čig Sportveranstaltungen: Hier moderiert er den Deutschen Presseball. (Quelle: Hartenfelser/imago-images-bilder)

Was gef├Ąllt Ihnen aktuell auf dem TV-Markt ├╝berhaupt nicht?

Bisweilen leidet der Journalismus insgesamt unter dem selbst auferlegten Dogma der Geschwindigkeit. Bei vielen Anbietern, sei es jetzt im Fernsehen, H├Ârfunk, Print- oder Onlinebereich, m├╝ssen die Themen schnell und in K├╝rze produziert werden. Das ist eine Art Reflex, durch den h├Ąufig die Qualit├Ąt leidet. Zum Gl├╝ck gibt es immer noch diese Inseln, auf denen es tiefergehende und nachhaltigere Informationen gibt.

Und zus├Ątzlich hat Social Media unser Leben in den letzten Jahren auf den Kopf gestellt. Was ist Ihre Meinung dazu?

Wichtig ist, dass sich die journalistischen Medienunternehmen nicht mit Social Media vergleichen. Wir sollten soziale Medien als Zusatzinformationen ansehen. Der Journalismus bekommt dadurch sogar neuen Wert und eine riesige Chance. Er kann und muss die Flut an Informationen sortieren, recherchieren, einordnen und fundiert weitervermitteln. Denn mehr denn je brauchen wir Verl├Ąsslichkeit, Glaubw├╝rdigkeit und daraus resultierende gesellschaftliche Leitplanken, die sich nicht mit jedem schnellen Post oder Ger├╝cht gleich wieder aufweichen.

Gerhard Delling (l., hier mit Thomas Hitzlsperger) glaubt, dass in Social Media eine Chance f├╝r Journalisten steckt.
Gerhard Delling (l., hier mit Thomas Hitzlsperger) glaubt, dass in Social Media eine Chance f├╝r Journalisten steckt. (Quelle: okupix/imago-images-bilder)

Was w├╝rden Sie am aktuellen Journalismus gerne ver├Ąndern?

Ich finde, Journalismus braucht mehr denn je ein offizielles Ausbildungszertifikat.

Warum?

Voraussetzung f├╝r viele Jobs ist entweder ein Studium oder eine Ausbildung. Das w├Ąre meiner Ansicht nach auch im Journalismus wichtig. Das l├Ąsst sich am besten durch ein Beispiel verdeutlichen.

Sehr gerne.

Angenommen, eine Ware wird von jemandem angeboten, der etwas von der Sache versteht. Und dann bietet dieselbe Ware jemand an, der etwas anderes gelernt hat. Dann ist es f├╝r mich wichtig zu wissen, welcher der beiden das Handwerk beherrscht.

Das klingt schl├╝ssig.

Ich gehe auch nicht auf die Stra├če und bitte jemanden, meinen Schrank aufzubauen, nur weil er eine S├Ąge in der Hand hat. Daf├╝r gehe ich zum Tischler. Und auch bei dem Tischler wei├č ich nicht, ob das ein guter oder schlechter ist. Aber ich wei├č zumindest: Ich kann ihm so weit vertrauen, dass er das wirklich gelernt hat.

F├╝hren Sie das gerne aus.

Rein theoretisch kann sich jeder Journalist nennen, der einmal etwas ver├Âffentlicht hat ÔÇô sei es in den arrivierten Medien oder auf Social Media. Aber wenn "Journalist" die Bezeichnung f├╝r einen ausgebildeten Fachmann beziehungsweise eine Fachfrau w├Ąre, dann k├Ânnte man ihn sicher von Hobby-Ver├Âffentlichern unterscheiden. Je besser jemand ausgebildet ist, desto h├Âher ist die Glaubw├╝rdigkeit. Deswegen glaube ich, br├Ąuchten wir ein solches Zertifikat.

Zur├╝ck zu Ihrer Karriere: Gibt es etwas, das Sie heute anders machen w├╝rden als bei Ihren letzten TV-Auftritten?

Wenn ich irgendwo ├Âffentlich auftrete, gehe ich mit einem ganz klaren Plan und einem Ziel rein. Je mehr ich davon umgesetzt bekomme, desto zufriedener bin ich. Bei den Zielen, die ich nicht erreicht habe, denke ich dar├╝ber nach, wo der Fehler lag. Wichtig ist mir, dass ich mich nicht verstelle. Ich m├Âchte authentisch und glaubhaft bleiben. Insofern w├╝rde ich nicht viel anders machen.

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Im Sportbereich teilt sich die Live-Berichterstattung immer weiter auf. Streaming-Sender wie Amazon Prime oder DAZN geh├Âren mittlerweile dazu. Was halten Sie davon?

Das sind f├╝r mich keine Streaming-Sender mehr, sondern weitere Angebote f├╝r Bewegtbild. Und die stehen mit allen anderen ÔÇô auch den klassischen TV-Sendern ÔÇô in Konkurrenz. Das ist grunds├Ątzlich belebend. Ich bin in einer Zeit gro├č geworden, da gab es nur drei Fernsehsender. Und trotzdem war ich, was Sport, Politik und Wirtschaft angeht, gut informiert.

Heute k├Ânnte es aufgrund der quantitativen M├Âglichkeiten noch besser sein ÔÇô vor allem, wenn auch mehr Qualit├Ąt angeboten w├╝rde. Hinzu kommt: Wir alle, da beziehe ich mich mit ein, haben den Umgang mit digitalen Medien noch nicht gelernt. Wir haben noch nicht gelernt, dass die Kunst darin besteht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gezieltes Ausw├Ąhlen ist die gro├če Aufgabe. Das ├╝berfordert uns alle.

K├Ânnten Sie sich auch vorstellen, bei einem Streaming-Sender wie DAZN einzusteigen?

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Der Name des Senders ist zweitrangig. Wichtig ist mir, welche Herangehensweise, Inhalte und Systematik der entsprechende Sender hat.

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