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DFB: Martina Voss-Tecklenburg im Interview – "Komplett zusammengebrochen"


"Ich bin komplett zusammengebrochen"

Von t-online, BZU

Aktualisiert am 20.11.2023Lesedauer: 3 Min.
Martina Voss-Tecklenburg: Der DFB und die ehemalige Bundestrainerin gehen getrennte Wege.Vergrößern des BildesMartina Voss-Tecklenburg: Der DFB und die ehemalige Bundestrainerin gehen getrennte Wege. (Quelle: IMAGO/Sven Simon)
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Martina Voss-Tecklenburg war fünf Jahre lang Bundestrainerin. Das Ende verlief auf eine mysteriöse Art und Weise. Nun brachte sie Licht ins Dunkel.

Martina Voss-Tecklenburg hat in einem offenen Interview über ihr Ende als Bundestrainerin gesprochen. Nach dem Aus in der WM-Vorrunde in Australien im August sollte sie zunächst im Amt bleiben, meldete sich aber vor den Länderspielen im September krank. Fans und Medien wussten zunächst nicht, was der Grund dafür war. Nun ist klar: Voss-Tecklenburg war psychisch überlastet.

"Ich war krank und ich wusste auch nicht, wie lang geht dieser Prozess. Ich habe gemerkt, ich muss jetzt nur für mich da sein. Und das habe ich versucht", sagte sie im ZDF-Interview mit Katrin Müller-Hohenstein.

Voss-Tecklenburg habe nach dem WM-Aus "Fassungslosigkeit" und "Sprachlosigkeit" gespürt, habe aber zunächst versucht, für die Spielerinnen da zu sein. "Bei mir als Trainerin, die dann in der Verantwortung steht, fängt es dann an zu rattern." Noch in Australien hat das Trainerteam laut Voss-Tecklenburg mit der Aufarbeitung des Ausscheidens angefangen, was dann etwas mehr als eine Woche später in Frankfurt fortgesetzt wurde.

"Da ist eine Leere in meinem Kopf"

Zunächst wollte die 55-Jährige Bundestrainerin bleiben, aber: "Es war ambivalent bei mir. Ich hatte zwischendurch immer wieder das Gefühl: Kannst du das? Schaffst du das? Mir ging es nicht gut, mir ging es vor der WM schon nicht gut. Es war alles anstrengend die letzten Jahre."

Nach einem Gespräch in der DFB-Zentrale in Frankfurt sei sie dann nach Hause gefahren und habe gemerkt, dass sie gewisse Ängste und eine Unsicherheit spürte. "Da ist eine Leere in meinem Kopf. Ein paar Fragen von meinem Trainerteam konnte ich nicht beantworten. Dann bin ich nach Hause und habe hier mit meinem Mann noch mal gesprochen und habe auch schon davor gemerkt, dass ich mental echt müde bin. (...) In dem Gespräch mit meinem Mann bin ich dann quasi komplett zusammengebrochen, hatte vorher schon schlaflose Nächte, habe vorher schon in der Nacht, bevor ich mich entschieden habe weiterzumachen, nicht geschlafen und musste mich erbrechen."

Sie sei "leer, müde, kaputt" gewesen, "als ob mir jemand den Stecker zieht". Nach medizinischer Beratung entschied sie sich dafür, eine Auszeit zu nehmen und sich krankschreiben zu lassen.

Ein umstrittener Auftritt im Oktober

Sie nahm sich Urlaub, um gesund zu werden, und wollte "diese Wochen einfach noch mal nutzen, zurückzukommen, wieder am Leben teilnehmen zu können. Ich habe dann auch den DFB darüber informiert, dass es öffentliche Auftritte geben wird".

So war Voss-Tecklenburg beispielsweise Rednerin beim Zahnärztetag in der zweiten Oktoberhälfte. Zu dem Zeitpunkt war sie offiziell noch Bundestrainerin, die öffentliche Verwirrung war groß. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie damals: "Ich habe seit 14 Tagen meinen Erholungsurlaub vom DFB genehmigt bekommen." Ihr Ehemann Hermann sagte zudem: "Meine Frau ist nicht mehr krankgeschrieben, sonst wäre sie nicht beim Zahnärztetag aufgetreten."

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Im aktuellen ZDF-Interview sagte sie dazu: "Ich habe dann die öffentlichen Auftritte gemacht. Im Nachhinein kann man sagen: wie dumm – Fehler. Es gibt Kritik." Auf Nachfrage, ob sie nicht vorher hätte mit den Spielerinnen sprechen sollen, sagte sie: "Im Nachhinein muss ich sagen: Fehler. Es wäre besser gewesen, bestimmte Leute zu informieren. Ich habe den DFB informiert, dass das kommen kann."

Dass sich Spielerinnen wie Lena Oberdorf im Stich gelassen fühlten, könne sie verstehen. "Aus ihrer Perspektive, ja. Ob jetzt im Stich gelassen oder nicht zu 100 Prozent informiert, aber auch das gehört in die Gegenseitigkeit, da habe ich die Erwartungshaltung, dass man nicht vorschnell urteilt, bevor man nicht alle Perspektiven kennt. Trotzdem liegt da die Verantwortung bei mir, völlig klar."

Für die Zukunft äußerte Voss-Tecklenburg die Hoffnung, "dass auch alle Beteiligten aus den Dingen, die wir nicht gut gemacht haben, auch ihre Lehren schleunigst ziehen". Denn im Fokus stehe der Frauenfußball, der nun weitaus mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehe als noch vor fünf Jahren.

Verwendete Quellen
  • zdf.de: "Voss-Tecklenburg: 'Habe Fehler gemacht, klar'"
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