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Michel Platini: "Ich bin doch kein Penner“

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Platini verbittert in der Verbannung  

"Ich bin doch kein Penner“

06.10.2017, 19:08 Uhr | sid

Michel Platini: "Ich bin doch kein Penner“. Michel Platini macht seine Sperre schwer zu schaffen.  (Quelle: imago/Ulmer)

Michel Platini macht seine Sperre schwer zu schaffen. (Quelle: Ulmer/imago)

Noch bis zum 8. Oktober 2019 muss der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini in der Verbannung aus der Welt des Sports leben. Der einstige Superstar ist aus der Öffentlichkeit verschwunden – und verbittert.

Wenn Michel Platini sein Anwesen in Cassis verlässt, setzt er die Sonnenbrille auf, klappt den Mantelkragen hoch und zieht sich das Käppi tief ins Gesicht. Der einstige Superstar des französischen Fußballs ist verbittert, das ist kaum zu übersehen. Die vierjährige Sperre, die erst im Oktober 2019 ausläuft, und das abrupte Ende seiner Amtszeit als UEFA-Präsident haben Platini gezeichnet.

Affäre nicht auf leichte Schulter nehmen

Das Schlimmste war für ihn die EM 2016 in seinem Heimatland. Kein einziges Spiel verfolgte Platini im Stadion, das ließ sein Stolz nicht zu. "Ich bin doch kein Penner, der nicht weiß, ob er auf dem vierten oder fünften Rang sitzen darf", hat er laut der französischen Sportzeitung "L'Equipe" Freunden gesagt: "Die EM, die sehe ich in meinem Swimmingpool."

Das Urteil des Sportgerichtshofes CAS in Lausanne – Reduzierung der Sperre von sechs auf vier Jahre statt Freispruch – hat ihm den Boden unter den Füßen entzogen. Seine Frau Christele hatte ihn gewarnt, die Affäre nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, die 1,83 Millionen Euro, die er mit Jahren Verspätung angeblich für die "Beratung von Sepp Blatter" erhalten hat, als der Stimmen für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident sammelte.

Flucht auf Golfplätze

Platini fühlte sich ungerecht behandelt und fiel umso tiefer. Noch heute kann er keine Pokal- und Medaillenübergabe im Fernsehen ertragen. Zu lange, sieben Jahre, hat er das selber gemacht. Und diese Adelung herausragender Spieler war für den einstigen Weltklassespieler (72 Länderspiele, Europameister 1984) immer ein Vergnügen, ein Festtag.

Platini flüchtet sich auf Golfplätze, vermeidet Stadionschüsseln aus Beton. Bis zum 22. Februar 2017. Da kann er nicht widerstehen. Sein zweiter Profiverein, AS Saint-Etienne, wo er zum Weltstar wurde, empfängt in der Europa League Manchester United. Auf dem Weg ins Stadion hört er keine Pfiffe. Im Gegenteil: Die Fans wollen Selfies mit ihrem einstigen Liebling.

Rückkehr zur UEFA wohl ausgeschlossen

Im Salon, der seinen Namen trägt, begegnet Platini anderen Legenden wie Alex Ferguson und Bobby Charlton. Und trotz der mäßigen Leistung seines Ex-Klubs haben Beobachter das Gefühl, dass Platini die Stunden und den Live-Fußball genießt. Danach besucht er im Mai das Turiner Derby und das Spiel AS Nancy gegen Saint-Etienne und setzt damit den Fuß in die Stadien der drei Vereine, bei denen er Profi war.

Was wird aus ihm werden, wenn seine Verbannung in zwei Jahren endet? Eine Rückkehr zur UEFA erscheint ausgeschlossen. Auch der französische Fußball-Verband zeigt ihm die kalte Schulter. "Ich interessiere mich nicht mehr für ihn. Weil einer vor fünf Jahren Verdienste gehabt hat, muss ihm jetzt nicht der rote Teppich ausgerollt werden", sagt Präsident Noel le Graet.

Platini selbst spricht kaum noch mit den Medien, dafür sagt sein Sohn Laurent: "Er ist 62, also noch nicht in Rente." Platinis Medienfreunde suchen einen Experten-Job für ihn. Der einstige Weltstar ist tief gefallen. Aber noch nicht am Ende. 

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