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Neben Jérôme Boateng: Auch diese Fußballer wurden vor Gericht verurteilt

Übergriffe gegen Frauen  

Hat der Fußball ein Problem mit Gewalt?

10.09.2021, 14:31 Uhr | t-online

Neben Jérôme Boateng: Auch diese Fußballer wurden vor Gericht verurteilt. Sergi Enrich bei einem Ligaspiel im Mai 2021: Seit diesem Sommer ist der 31-Jährige vereinslos. (Quelle: imago images/alterphotos)

Sergi Enrich bei einem Ligaspiel im Mai 2021: Seit diesem Sommer ist der 31-Jährige vereinslos. (Quelle: alterphotos/imago images)

Jérôme Boateng wurde am Donnerstag vor Gericht verurteilt. Der Weltmeister bestreitet die Vorwürfe. Doch der 33-Jährige ist nicht der einzige prominente Fußballer, dem Gewalt gegen Frauen vorgeworfen wird.

Um eine Freiheitsstrafe kam Jérôme Boateng herum, doch die Geldstrafe hat es in sich, zu der der Weltmeister von 2014 verurteilt wurde. 1,8 Millionen Euro muss er zahlen, weil er seine ehemalige Lebensgefährte in einem gemeinsamen Karibikurlaub verletzte.

Neben dem 33-Jährigen gibt es viele weitere aktive und ehemalige Fußballprofis, die vor Gericht verurteilt wurden. Einige handelten oder konsumierten Drogen, hinterzogen Steuern oder manipulierten Spiele. Doch es gibt auch Fälle von Straftaten gegen Frauen wie im Fall Boateng. Oftmals spielt dabei sexualisierte Gewalt eine Rolle. Und die Fälle sind durchaus prominent. 

Neymar

Der brasilianische Superstar von Paris St. Germain beendete 2020 überraschend die Zusammenarbeit mit seinem Hauptsponsor Nike. Das Unternehmen kündigte den Vertrag ohne Angabe von Gründen. Wie später bekannt wurde, soll Neymar eine Nike-Mitarbeiterin sexuell belästigt haben, wie das "Wall Street Journal" berichtete.

Der Vorfall habe demnach schon 2016 stattgefunden. Damals soll Neymar die Frau in einem Hotelzimmer in New York zum Oralsex gezwungen haben. Der Fußballer bestreitet die Vorwürfe energisch. 

Robinho

Der Brasilianer spielte für Real Madrid, Manchester City und AC Milan, galt als einer der talentiertesten Fußballer seines Landes. In positiver Erinnerung bleibt er der Öffentlichkeit aber nicht. Denn Robinho war offenbar Teil einer Gruppenvergewaltigung. 

Robinho: Der 37-Jährige betritt 100 Länderspiele für Brasilien. (Quelle: imago images/ANP)Robinho: Der 37-Jährige betritt 100 Länderspiele für Brasilien. (Quelle: ANP/imago images)

Nach Auffassung des italienischen Gerichts hatte er mit fünf weiteren Männern eine 22-Jährige in einem Mailänder Nachtclub vergewaltigt. 2017 wurde er dafür in Abwesenheit verurteilt, ging anschließend in Berufung. Ende 2020 wurde diese in erster Instanz abgelehnt, im März 2021 dann in zweiter Instanz. Der Fall befindet sich nun in dritter und letzter Instanz.

Cristiano Ronaldo

Der fünfmalige Weltfußballer wurde 2018 wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung von der US-Amerikanerin Kathryn Mayorga verklagt. Die Klage nimmt Bezug auf einen Vorfall, der sich bereits im Jahr 2009 in einem Hotel in Las Vegas zugetragen haben soll. Ronaldo, damals 24 Jahre alt, soll das ehemalige Model in seine Hotelsuite gelockt, dort sexuell bedrängt und schließlich vergewaltigt haben. Ein Jahr später einigten sich Ronaldo und Mayorga außergerichtlich auf eine Zahlung von 375 000 Dollar. Diese sei jedoch nur auf öffentlichen Druck hin zustande gekommen, behauptet Mayorga. Der Prozess zieht sich nach wie vor hin, Ende offen. 

Sergi Enrich

Fast wäre der spanische Stürmer Sergi Enrich zu Schalke 04 gewechselt. Medienberichten zufolge war der 31-Jährige am Dienstag sogar schon zum Medizincheck beim Klub. Einen Tag später teilte Schalke mit, dass man sich gegen eine Verpflichtung entschieden habe. Den Grund für den Sinneswandel teilte man nicht mit, die Fans waren jedoch sicher, dass es der öffentliche Druck war.

Sergi Enrich bei einem Ligaspiel im Mai 2021: Seit diesem Sommer ist der 31-Jährige vereinslos. (Quelle: imago images/alterphotos)Sergi Enrich bei einem Ligaspiel im Mai 2021: Seit diesem Sommer ist der 31-Jährige vereinslos. (Quelle: alterphotos/imago images)

Denn kurz nach dem Aufkommen der Gerüchte entdeckten Anhänger der Knappen, dass Enrich im Januar dieses Jahres gerichtlich verurteilt wurde. Zwei Jahre auf Bewährung bekam der Spanier dafür, dass er mit seinem ehemaligen Teamkollegen Antonio Luna ein Video mit sexuellen Inhalten ohne Zustimmung der abgebildeten Frau gedreht und anschließend im Netz weiterverbreitet haben soll. Zusätzlich mussten beide eine Geldstrafe von 100.000 Euro zahlen.

Marlon King

Im Dezember 2008 soll der damalige Stürmer des englischen Klubs Hull City laut der Staatsanwaltschaft in einer Londoner Revue-Bar eine Frau ungefragt an den Hintern gefasst haben. Als diese seine Annäherungsversuche zurückwies, soll er ihr die Nase gebrochen haben. Besonders kurios: In der Bar war King bei der Feier der Schwangerschaft seiner Ehefrau.

Marlon King (l.) neben seiner Ehefrau Julie auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Marlon King (l.) neben seiner Ehefrau Julie auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung verurteilte ihn ein Gericht im Februar 2009 zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe.

Nach seiner Entlassung im Herbst des Folgejahres setzte King sogar seine Fußballkarriere fort und stürmte noch für Coventry City, Birmingham City und Sheffield United.

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