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"Bayern MĂŒnchen ist eine Abart von Fußball"

Eine TV-Kritik von Charlotte Zink

Aktualisiert am 04.11.2021Lesedauer: 3 Min.
In einer frĂŒheren Sendung diskutierten Markus Lanz und Felix Magath bereits lebhaft.
In einer frĂŒheren Sendung diskutierten Markus Lanz und Felix Magath bereits lebhaft. (Quelle: APress/imago-images-bilder)
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Was macht Geld mit dem Fußball? Diese Frage diskutierte Markus Lanz in der Nacht zum Donnerstag mit seinen GĂ€sten. Beim Thema Bayern MĂŒnchen wurde es emotional.

Der langjĂ€hrige Fußballtrainer Felix Magath hat seinen frĂŒheren Arbeitgeber kritisiert. "Bayern MĂŒnchen, das ist nicht Fußball! Das ist eine Abart von Fußball", sagte er im Rahmen der Talksendung "Markus Lanz". Der Verein kaufe sich lediglich die besten Spieler zusammen und stehe deswegen auch unangefochten. Es gehe nur ums Geld. Auch die Medien kritisierte er in Bezug auf die MĂŒnchner: "Sie gucken doch alle immer nur noch nach Bayern MĂŒnchen", beschwerte er sich.

Doch nicht nur ĂŒber den deutschen Rekordmeister debattierten die GĂ€ste am Mittwochabend. Investoren aus Saudi-Arabien hatten zuletzt den englischen Fußballverein Newcastle United ĂŒbernommen. Damit wurde der Klub ĂŒber Nacht zum reichsten der Welt.

Um diese neue Dimension der GeldwĂ€sche im Sport und die Frage, welche Rolle Geld fĂŒr den Fußballsport spielt, ging es in der Nacht zum Donnerstag bei "Markus Lanz".

GĂ€steliste

  • Cathrin Gilbert, "Zeit"-Sportexpertin
  • Felix Magath, Ex-Fußballprofi
  • Ewald Lienen, Ex-Fußballtrainer

Felix Magath zieht dĂŒsteres Fazit bei "Lanz"

Felix Magath zog gleich zu Beginn der Sendung ein dĂŒsteres Fazit. Mit Blick auf Newcastle sagte er: "Es wird wieder einmal deutlich, dass es nur noch ums Geld geht und nicht mehr um den Sport." Diese Entwicklung habe schon lange begonnen.

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Die Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs empfand Magath dennoch als scheinheilig. "Damit machen wir es uns zu einfach", so der Ex-Fußballprofi. "Wir alle Leben doch vom GeschĂ€ft", sagte er. Zu diesem GeschĂ€ft gehörten eben auch Investitionen. Einzelne Teile der Branche herauszugreifen und anzuprangern, heiße er nicht fĂŒr gut.

Ob Newcastle denn nicht ein besonderer Fall sei, wollte Lanz daraufhin von Magath wissen. Bei seiner Frage spielte der Moderator darauf an, dass Investor Saudi-Arabien immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert wird. "Nein", antwortete Magath. Ob er denn auch Katar als einen "ganz normalen Austragungsort" fĂŒr die Fußball-Weltmeisterschaft empfinde, hakte Lanz daraufhin nach.

"Wir akzeptieren doch alle Katar"

Das habe er nicht gesagt, stellte Magath klar und zeigte auf: "Wir akzeptieren doch alle Katar." Der DFB habe nichts dagegen gesagt und alle gingen hin.

Lanz fĂŒhrte Magaths Denkansatz weiter und erklĂ€rte, dass EuropĂ€er sich die Frage gefallen lassen mĂŒssten, ob sie etwa an ihre MenschenrechtserklĂ€rungen glaubten, und wenn ja, wieso sie dann das Spiel um die Katar-WM mitspielten. "Da haben Sie recht", so der Moderator zu Magath. "NatĂŒrlich hab' ich recht", entgegnete der."

Weniger sicher, ob er seine EinschĂ€tzung zu Katar zutreffend sei, war sich Ex-Fußballtrainer Ewald Lienen. Über die Menschen, die bei Bauarbeiten fĂŒr die WM zu Tode kamen, sagte er: "Ich weiß nicht, ob ich richtig liege, aber ich habe gesagt, wenn wir da nicht hinfahren, dann töten wir diese Leute ein zweites Mal." Er könne sich vorstellen, dass es wirksamer sei, als Fifa oder Nationalmannschaft hinzufahren und mit "richtig Alarm" auf MissstĂ€nde aufmerksam zu machen.

"Über Fußball kann eine Diskussion angestoßen werden"

Auch beim Thema Sportswashing war er der Meinung, dass gerade der Fußball eine Chance biete, "den Finger in die Wunde zu legen" und auf Probleme zu zeigen, die auch andere Bereiche betreffen. "Über Fußball kann eine Diskussion angestoßen werden", fand auch "Zeit"-Sportexpertin Cathrin Gilbert.

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Sie stellte zudem klar, dass Geld allein im Fußball keinen Erfolg bringe. "Man braucht auch ein funktionierendes Management", so die Expertin. Mit Blick auf den deutschen Fußball sagte sie: Wenn man international mithalten wolle und "wir nicht ausschließlich Bayern MĂŒnchen sehen wollen", mĂŒsse man sich mit Blick auf die Finanzierung Gedanken ĂŒber VerĂ€nderungen machen.

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