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F1-Geschichte: Als die Singapur-Premiere zu "Crashgate" verkommt


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Als die Singapur-Premiere zu "Crashgate" verkommt

t-online, rut

Aktualisiert am 18.09.2013Lesedauer: 3 Min.
Nelson Piquet jr. kracht in Singapur in die Mauer.
Nelson Piquet jr. kracht in Singapur in die Mauer. (Quelle: imago/ZUMA Press)
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Der Große Preis von Singapur ist ein besonderes Rennen. Hier fahren die Formel-1-Boliden nicht nur durch die Stadt, sondern auch durch die Nacht. Die Premiere auf dem Stadtkurs im Jahr 2008 war jedoch nicht nur wegen der Dunkelheit speziell. Ein riesiger Skandal wurde aufgedeckt, der als "Crashgate" in die F1-Geschichte eingeht.

Zum Singapur-GP 2013 präsentiert t-online.de wieder eine Anekdote aus der langen Historie der Königsklasse.


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Alonso mit ungewöhnlicher Taktik

Es ist der 28. September 2008. Das Renault F1 Team, mit dem Fernando Alonso 2005 und 2006 Weltmeister geworden war, steht enorm unter Druck. Denn der letzte Triumph liegt bereits knapp zwei Jahre zurück.

Die Voraussetzungen jedoch sind bescheiden. Alonso geht nur von Platz 15 aus in das Rennen, sein Teamkollege Nelson Piquet jr. von 16. Während die meisten Topfahrer mit viel Sprit losfahren, setzt Alonso auf die entgegengesetzte Taktik: Der Spanier stoppt als erstes und reiht sich dementsprechend am Ende des Feldes wieder ein.

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Alonso: "Das Safety Car hat mir enorm geholfen“

Nur drei Runden später kommt es für Alonso zum Glücksfall. Piquet jr. kracht mit seinem Boliden in die Streckenmauer. Der Unfall geschieht an einer Stelle, an der es keine Auslaufzonen gibt, so dass das Safety Car auf der Strecke kommen muss. Diese Phase nutzen alle anderen Fahrer für einen Besuch in der Box. Da Alonso bereits gestoppt hatte, müssen sich die Konkurrenten danach hinter ihm einreihen.

Es ist die Schlüsselszene des Rennens. Alonso fährt zu seinem ersten Saisonsieg. "Ich kann das nicht glauben, ich werde einige Tage brauchen, bis ich realisiere, dass wir dieses Jahr ein Rennen gewonnen haben“, sagt Alonso nachdem GP in Singapur. "Das Safety Car hat mir enorm geholfen.“ Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symmons sprechen von einer glücklichen Fügung. Die Taktik des Spaniers wird als Meisterleistung gefiert.

Ein Jahr später löst Piquet jr. den Skandal aus

Piquet jr. gibt als Unfallgrund an, das Heck seines Renaults verloren zu haben – ein einfacher Fahrfehler also. Es gibt zwar leichte Zweifel an der Zufälligkeit des Unfalls, die aber niemand wirklich ernst nimmt und als Verschwörungstheorien abgetan werden.

Brisant wird das Thema erst ein knappes Jahr später, als das Team den Sohn des gleichnamigen Weltmeisters mitten in der Saison entlässt. Daraufhin behauptet der Brasilianer, er hätte den Unfall mit Absicht begangen. Die Anweisung sei von den Verantwortlichen des Renault-Teams gekommen. Auch die Stelle des Crashs sei vorgegeben gewesen, damit auf jeden Fall das Safety Car auf die Strecke geschickt würde. Veröffentlichungen aus dem Boxenfunk untermauern die Vorwürfe nur teilweise.

Briatore und Symmons werden erst entlassen, dann gesperrt

Renault streitet alles ab, trennt sich aber von Briatore und Symmons. Außerdem zahlt das Team eine Strafe an die FIA. Trotzdem nimmt sich der FIA-Weltrat des Falles an und verhängt eine zweijährige Bewährungsstrafe gegen Renault, Briatore wird auf Lebenszeit gesperrt. Symmons kommt mit einer Sperre von fünf Jahren glimpflicher davon, weil er "sein unendliches Bedauern und seine unendliche Scham" ausdrückt. Briatore dagegen streitet bis heute alles ab. Piquet jr. wurde nicht bestraft, weil er als Hauptzeuge aufgetreten war.

Auch Alonso kommt straffrei davon. Er soll von nichts gewusst haben. Allerdings ist dies fraglich. Denn hätte es den Unfall nicht gegeben, wäre die Strategie, mit wenig Benzin zu starten, absurd gewesen. Warum hat Alonso sie nicht hinterfragt?

Ungereimtheiten bleiben

Briatore geht gegen seine Sperre vor einem ordentlichen Gericht an und gewinnt. 2010 hebt die FIA sowohl seine als auch die Sperre von Symmons auf. Außerdem werden Briatore 15.000 Euro Schadenersatz zugesprochen, Symmons bekommt 5000 Euro. Beide einigen sich mit der FIA, bis Ende 2013 nicht mehr in der Formel 1 zu arbeiten.

Crashgate ist ein enormer Image-Schaden für die Formel 1, Niki Lauda bezeichnet ihn als den "größten aller Zeiten". Wer jedoch wie genau an der Manipulation beteiligt gewesen ist, wird wohl nie ans Licht kommen.

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