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French Open: Ein Abwesender treibt Nadal und Djokovic an

Von dpa
Aktualisiert am 08.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Rafael Nadal trifft im Halbfinale der French Open.
Rafael Nadal trifft im Halbfinale der French Open. auf den Argentinier Diego Schwartzman. (Quelle: Michel Euler/AP/dpa./dpa)
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Paris (dpa) - Der vielleicht wichtigste Motivator für die Titeljagd von Rafael Nadal und Novak Djokovic ist gar nicht da. Der Schweizer Altmeister Roger Federer hat nach einer Knieoperation seine Tennis-Saison 2020 längst beendet.

Die finalen drei Tage dieser außergewöhnlichen French Open verbringt Federer als zur Untätigkeit verdammter Beobachter aus der Ferne. Wenn am Freitag in Paris die Halbfinals anstehen, fehlt seinen Kontrahenten nur noch ein Schritt.

Djokovic bekommt es mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas zu tun, Nadal mit dem US-Open-Sieger-Besieger Diego Schwartzman aus Argentinien. Ein Schritt für den Spanier Nadal, um mit dem Grand-Slam-Rekordhalter Federer gleichzuziehen. Ein Schritt für den Serben Djokovic (aktuell 17 Grand-Slam-Titel), um den Rückstand auf Nadal (19) und Federer (20) zu verkürzen. Und natürlich ein Schritt, um diesem letzten Grand-Slam-Turnier des Corona-Jahres zu einem Endspiel zu verhelfen, das wahlweise Traum- oder Giganten-Finale genannt werden darf.

Auf den Sandplätzen am Bois de Boulogne sind die beiden Hauptdarsteller der Branche in diesem Jahr in Unterschiedlichkeit vereint. Beide steuerten trotz der gewöhnungsbedürftigen Umstände mit Kälte und Wind recht ungefährdet durch die ersten Turniertage.

Bis zu den Viertelfinals gaben sie keinen Satz ab, für den größten Aufreger sorgte Djokovic, als er im Achtelfinale gegen den Russen Karen Chatschanow im ersten Satz bei einem Return einen Linienrichter mit dem Ball im Gesicht traf. Sofort wurden die Erinnerungen wach an die US Open, als Djokovic in seinem Achtelfinale gegen den Spanier Pablo Carreño Busta aus Ärger einen Ball nach hinten weggeschlagen und eine Linienrichterin getroffen hatte und disqualifiziert worden war. Diesmal aber traf ihn keine Schuld, Konsequenzen blieben aus.

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Doch beim Wiedersehen mit Carreño Busta im Viertelfinale am Mittwochabend wirkte Djokovic verwundbar, er verlor den ersten Durchgang, musste sich behandeln lassen und ist körperlich angeschlagen. "Ich habe mich nicht gut gefühlt, als ich heute auf den Platz gekommen bin. Ein paar Dinge sind beim Aufwärmen passiert", erzählte der 33-Jährige und betonte: "Ich möchte wirklich nicht allzu ausführlich darüber sprechen und mich so anhören, als würde ich mich beschweren." Er sei froh, dass er es "mental" durchgehalten habe.

Nadal hingegen wirkt unbeschwert. Er ließ Alexander-Zverev-Bezwinger Jannik Sinner im Viertelfinale keine Chance und hatte lediglich am Spielplan und dem späten Beginn der Partie und einer nächtlichen Pressekonferenz um zwei Uhr morgens etwas auszusetzen. Die Entscheidung, auf die Reise zu den US Open nach New York verzichtet zu haben, scheint für Nadal die richtige gewesen zu sein.

Auch wenn er zuletzt in Rom im Viertelfinale gegen Schwartzman verlor, gibt es am Favoritenstatus des zwölfmaligen Roland-Garros-Triumphators keinen Zweifel. Die Bilanz gegen den nur 1,70 Meter großen Argentinier lautet 9:1. "Ich bin nicht sicher, ob ich sehr viel Selbstvertrauen haben werde", sagte Schwartzman lächelnd nach seinem Coup gegen den Österreicher Dominic Thiem.

Tatsächlich spricht viel für eine erneute Final-Teilnahme Nadals: Form, Statistik, Aussicht auf Rekorde. Von 100 Matches bei den French Open hat Nadal bislang genau zwei verloren. Er strebt seinen 13. Roland-Garros-Titel an und mit einem möglichen Erfolg im Finale seinen 100. Einzelsieg dort. Und natürlich den 20. Grand-Slam-Titel.

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