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Gegenentwurf zu Hörmann: Weikert Favorit fĂŒr DOSB-Chefamt

Von dpa
Aktualisiert am 12.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Gilt als Favorit auf den PrÀsidentenposten beim DOSB: Thomas Weikert.
Gilt als Favorit auf den PrÀsidentenposten beim DOSB: Thomas Weikert. (Quelle: picture alliance / dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - FĂŒr Thomas Weikert könnte sein 60. Geburtstag am Montag ein ganz besonderer Wendepunkt seines Lebens werden. Schließlich tritt der Tischtennis-TopfunktionĂ€r einen Tag zuvor in DĂŒsseldorf beim Finale der Suche nach einem neuen PrĂ€sidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes als Favorit an.

Zumal der Jurist aus Limburg an der Lahn wie ein Gegenentwurf des polarisierenden Amtsinhabers Alfons Hörmann wirkt und als Mann des Ausgleichs gilt.

"Gestalten ist wichtig. Ich war immer im Sport tÀtig und wenn man etwas machen kann, um zu befrieden, könnte ich mir vorstellen, es zu tun", sagte Weikert der Deutschen Presse-Agentur. "Ich denke, dass ich zunÀchst immer versuche, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das ist mein Stil, das war so im Deutschen Tischtennis-Bund und ist so im Weltverband ITTF, aber auch im sonstigen Leben."

Weikert, der am 24. November den Job als ITTF-PrÀsident beendet, hat in Ex-Fechterin Claudia Bokel und dem CSU-Politiker Stephan Mayer zwei Rivalen um das höchste deutsche Sportamt, das am 4. Dezember auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Weimar vergeben wird. Wer aus dem Trio der Sieger wird, könnte sich sogar erst dort bei der Wahl entscheiden.

"Vielleicht alle drei, zwei oder eine oder einer. Eine Vorauswahl wird es in DĂŒsseldorf nicht geben", sagte Ingo Weiss, Sprecher der deutschen SpitzenverbĂ€nde. Mit Bezug auf Weikerts runden Geburtstag am Tag nach der PrĂ€sentation fĂŒgte er hinzu: "Mit 60 fĂ€ngt das Leben im DOSB vielleicht an. Ich wĂŒnsche ihm viel GlĂŒck und Erfolg."

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Ziel: Einen und zurĂŒck in die Erfolgsspur

Die Dachorganisation nach achtjĂ€hriger Hörmann-Ära wieder zu einen und in die Erfolgsspur zu bringen, wird fĂŒr jeden der Drei die große Herausforderung. Sorgen bereitet Weikert besonders der Zustand des Breiten- und Vereinssports, dem in der Corona-Krise viele Mitglieder davonlaufen. Der Sport habe "kein rechtes Gesicht und keine Stimme, besonders in Bezug auf die Pandemie". Die Vereine hĂ€tten zum Teil brach gelegen, wĂ€hrend die Fußball-Bundesliga weiterspielen konnte. "Doch sie hat den Sport geprĂ€gt, aber der Breitensport kam nicht vor, weil nicht alle an einem Strang gezogen haben", urteilte der aktive Tischtennisspieler. "Da geht es um den Stellenwert des Sports."

Auch die Anerkennung Deutschlands im Weltsport hat gelitten. Seit 1972 sind alle BemĂŒhungen, Olympische Spiele ins Land zu holen, gescheitert - zuletzt mit Hamburg und der Initiative Rhein-Ruhr. Außerdem bewegt sich der deutsche Spitzensport trotz einer initiierten Reform seit Jahren abwĂ€rts. Die Olympia-Bilanz der Tokio-Spiele war so mĂ€ĂŸig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. FĂŒr Weikert steht aber fest: "Wir haben erhebliches Potenzial."

Olympia-Kandidatur "ein Kernthema"

FĂŒr den international erfahrenen FunktionĂ€r wĂ€re im Falle seiner Wahl einen deutsche Olympia-Kandidatur "ein Kernthema". Allerdings gilt das VerhĂ€ltnis zum Internationalen Olympischen Komitee und seinem deutschen PrĂ€sidenten nach dem gescheitertem Versuch mit Rhein-Ruhr als gestört. "Ich komme mit Thomas Bach sehr gut zurecht, es ist ein beidseitig gutes VerhĂ€ltnis", betonte Weikert. "Der deutsche Sport kann sich sehr sehen lassen. Das muss man auch dokumentieren, wenn man - was Sportgroßveranstaltungen angeht - eine wichtige Rolle spielen will und man sich entsprechend bewirbt."

Die sieben Jahre als ITTF-Chef waren fĂŒr ihn nicht frei von Konflikten. Den Machtkampf gegen seinen VizeprĂ€sident Khalil Al-Mohannadi (Katar), den er vergeblich aus dem Amt entfernen wollte und der ihn wegen eines "Mangels an strategischen und konstruktiven Initiativen" kritisierte, hinterließ Spuren. Auch deshalb dĂŒrfte er sich schon Anfang des Jahres entschieden haben, aufzuhören: Zumal ihm "die Ausrichtung der ITTF in der Zukunft" nicht behagte.

Weikert ist als FunktionĂ€r in den Weltsport aufgestiegen, blieb aber immer ein Mann der Basis. Beim hessischen Club TTC Elz ist er GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Spieler. "Wenn ich jetzt noch Spieler in einer höheren Spielklasse wĂ€re, wĂ€re es fĂŒr die Sportart sicherlich nicht gut", gestand er. DafĂŒr hat er den Ehrgeiz, auch in den unteren Regionen des Sports erfolgreich zu sein und etwas zu bewirken. Deshalb ĂŒbernahm er im Oktober den Vorsitz des Sportkreises Limburg-Weilburg - zu einem Zeitpunkt, als er schon als Kandidat fĂŒr das DOSB-Topamt gehandelt wurde.

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