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Schach: Weltmeister Magnus Carlsen wirft Hans Niemann Betrug vor


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Weltmeister Carlsen wirft Niemann offen Betrug vor

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 27.09.2022Lesedauer: 2 Min.
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Magnus Carlsen: Der Schachweltmeister hat seine Vorwürfen gegen Kontrahenten Hans Niemann endlich klar formuliert. (Quelle: IMAGO/Sri Loganathan)
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Magnus Carlsen hat endlich die Beweggründe für seinen Eklat genannt, der die Schachwelt erschütterte. Der Weltmeister spricht erstmals deutliche Betrugsvorwürfe aus.

Schachweltmeister Magnus Carlsen hat sich ausführlich zu seinem Rückzug im Duell mit Hans Niemann geäußert und dem Amerikaner Betrug vorgeworfen. Im Wesentlichen bestätigt Carlsen die Berichte der letzten Wochen, dass Niemann in dem Spiel gegen ihn geschummelt haben soll. Genaueres dürfe er aber aktuell nicht sagen, auch wenn er gerne weiter darauf eingehen würde, schrieb der 31 Jahre alte Norweger am Montag auf Twitter. "Ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt, wie auch immer sie aussehen möge."

Er glaube, so Carlsen, "dass Niemann häufiger (...) betrogen hat, als er öffentlich zugegeben hat." Beweise für einen Betrug des 19-jährigen Großmeisters Niemann liegen aber nicht vor.

Die Diskussionen, ob und wie Niemann betrogen haben könnte, gingen in den vergangenen Tagen so weit, dass sogar Sexspielzeuge als Betrugshelfer in Betracht gezogen wurden. Diese Theorie stellten die kanadischen Großmeister Eric Hansen und Aman Hambleton in einem Livestream auf der Plattform Twitch auf: Niemann könnte Analperlen verwendet haben, die ihm mit entsprechenden Signalen richtige Spielzüge "anzeigen" sollten. Diese könnte er etwa von einem Helfer in Form von ferngesteuerten Vibrationen empfangen haben.

Carlsen verliert gegen Niemann und zieht sich aus Turnier zurück

Carlsen schrieb: "Wir müssen etwas gegen Betrug im Schach unternehmen. Ich werde dazu beitragen, indem ich nicht mehr gegen Spieler spiele, die in der Vergangenheit betrogen haben, da ich mir nicht sicher sein kann, was solche Spieler in der Zukunft noch tun werden."

Anfang September war es zum ersten Vorfall zwischen den Kontrahenten gekommen. Beim Sinquefield Cup in St. Louis verlor der Superstar überraschend gegen Niemann und zog sich erstmals in seiner Karriere von einem Turnier zurück. Gründe nannte der 31 Jahre alte Norweger damals nicht. Die Schach-Szene deutete Carlsen Ausstieg als Betrugsvorwurf gegen Niemann. Der US-Amerikaner gab während des Sinquefield Cups in einem Interview zu, zweimal als Teenager im Alter von zwölf und 16 Jahren bei Online-Partien betrogen zu haben, nie jedoch in Präsenz am Schachbrett.

Carlsen meinte nun, dass Niemanns Fortschritt in Vor-Ort-Spielen ungewöhnlich sei. "Während unseres Spiels beim Sinquefield Cup hatte ich den Eindruck, dass er in den entscheidenden Phasen nicht vollständig fokussiert und auf das Spiel konzentriert war, während er mir mit den schwarzen Spielsteinen auf eine Art und Weise überlegen war, die ich nur von einem kleinen Personenkreis kenne. Das Spiel beim Sinquefield Cup hat dazu beigetragen, dass sich meine Perspektive auf das Thema geändert hat", meinte Carlsen.

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Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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