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Olympia 2018: Das bedeutet der Rauswurf vom IOC für Russland wirklich

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Russland ausgeschlossen  

Wer jetzt noch bei Olympia 2018 starten dürfte

06.12.2017, 18:06 Uhr | lr, t-online.de, dpa, sid

Olympia 2018: Das bedeutet der Rauswurf vom IOC für Russland wirklich. Anders als hier bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, wird es kommendes Jahr in Pyeongchang kein russisches Team geben.  (Quelle: Reuters/Lucy Nicholson)

Anders als hier bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, wird es kommendes Jahr in Pyeongchang kein russisches Team geben. (Quelle: Lucy Nicholson/Reuters)

Russland ist von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen worden, doch die Sportler dürfen unter "neutraler Flagge" möglicherweise doch starten. t-online.de erklärt die Hintergründe und Folgen des Urteils.

Warum wird Russland überhaupt ausgeschlossen?

Der kanadische Sonderermittler Richard McLaren hatte im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Untersuchungen angestellt und Russland in zwei Berichten ein institutionelles Dopingprogramm bescheinigt. In den Jahren 2011 bis 2015 sollen rund 1000 Athleten davon profitiert haben. Kronzeuge Grigorij Rodtschenkow, ehemaliger Leiter der Test-Labore von Sotschi und Moskau, hatte verraten, wie bei den Winterspielen in Sotschi 2014 Behälter von Dopingproben mithilfe des Geheimdienstes geöffnet und der Urin der Sportler ausgetauscht und manipuliert worden waren.

Anders als hier bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, wird es kommendes Jahr in Pyeongchang kein russisches Team geben.  (Quelle: Reuters/Lucy Nicholson)Anders als hier bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, wird es kommendes Jahr in Pyeongchang kein russisches Team geben. (Quelle: Lucy Nicholson/Reuters)

Welche Auswirkungen hat das Urteil?

Bei den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang vom 9. bis 25. Februar 2018 wird es keine russische Mannschaft, keine russische Hymne und keine russische Flagge geben. Russische Sportler dürfen nur als neutrale Athleten starten – wenn sie nachweisen können, dass sie nicht Teil des Dopingsystems waren. Diese eingeladenen Athleten werden unter dem Namen "Olympiasportler aus Russland" (OAR) an Einzel- und Mannschaftswettbewerben teilnehmen. Sie treten mit einer Uniform unter diesem Namen und unter der Olympischen Flagge an. Dazu wird bei einer Zeremonie die Olympische Hymne gespielt.

Parallel sind russische Politiker wie der frühere Sportminister und heutige Vizepräsident Witali Mutko lebenslang für die Olympischen Spiele gesperrt worden. Sie dürfen in diesem Zusammenhang keine Ämter mehr wahrnehmen und sind auch als Zuschauer ausgeschlossen.

Wer entscheidet, welcher Sportler unter neutraler Flagge starten darf?

Die Entscheidungen darüber treffen nicht wie vor den Sommerspielen 2016 in Rio die Fachverbände der einzelnen Sportarten, sondern ein Experten-Komitee mit Vertretern aus verschiedenen Anti-Doping-Behörden. 

Sie entscheiden auf Grundlage des McLaren-Reports. Wer nachweislich in das staatliche Doping-System involviert war, darf nicht starten. Für alle anderen gilt die Unschuldsvermutung. Sie werden sich in den kommenden Monaten aber strengen Tests unterziehen müssen.

Lässt sich Russland das gefallen?

Staatspräsident Wladimir Putin hatte für den Fall eines Starts unter neutraler Flagge vor einigen Wochen von einer Demütigung gesprochen und mit einem Boykott gedroht, nun verneinte er dies aber. "Wir werden bestimmt keinen Boykott verkünden. Wir werden unsere Olympioniken nicht daran hindern, am Wettbewerb teilzunehmen", sagte Putin am Mittwochnachmittag. Ein staatlich gelenktes Dopingsystem wurde in Russland aber weiter vehement geleugnet.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, sagte der Agentur Tass zufolge, die russischen Olympia-Sportler sollten am 12. Dezember selbst entscheiden, ob sie zu den Winterspielen fahren oder nicht. Zu der "Olympischen Versammlung" sollten die potenziellen Teilnehmer, Trainer und Verbandsvertreter kommen.

Außerdem ist auch noch eine Klage Russlands und der einzelnen Sportler vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) möglich. 22 Sportler, die zuvor bereits wegen des Doping-Skandals gesperrt worden waren, klagen bereits.

Wie reagieren deutsche Funktionäre und Sportler?

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sagte: "Ein guter Tag für den Weltsport. Ein guter Tag für den deutschen Sport. Es ist eine ausgewogene Entscheidung. Auf der einen Seite drakonische Strafen für die Strippenzieher und das russische NOK, aber auch Wahrung der Rechte hoffentlich sauberer individueller Athleten auf der anderen Seite." Deutsche Sportler haben sich zunächst nicht geäußert.

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