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Olympia - 14 Zentimeter fehlen zu Gold: Schempp holt Olympia-Silber

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Olympia  

14 Zentimeter fehlen zu Gold: Schempp holt Olympia-Silber

18.02.2018, 15:26 Uhr | dpa

Olympia - 14 Zentimeter fehlen zu Gold: Schempp holt Olympia-Silber. Martin Fourcade (r) siegte im Massenstart hauchdünn vor Simon Schempp.

Martin Fourcade (r) siegte im Massenstart hauchdünn vor Simon Schempp. Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Pyeongchang (dpa) - Läppische 14 Zentimeter fehlten Simon Schempp zum ganz großen olympischen Glück. Aber die Enttäuschung war schnell verflogen.

"Erstmal habe ich gedacht: Shit, weil es so knapp war. Aber dann ist mir bewusst geworden, dass ich meine erste olympische Einzelmedaille gewonnen habe", sagte der 29-Jährige nach seinem spektakulären Kampf im olympischen Biathlon-Massenstart mit dem Franzosen Martin Fourcade. Er habe Silber gewonnen und kein Gold verloren, sagte der Schwabe.

Schempp hatte sich zuvor in einem hochdramatischen Zielspurt noch ganz lang gemacht, doch am Ende entschieden 18 Tausendstelsekunden gegen ihn - und verhinderten seinen ersten Olympiasieg. "Meine Schuhgröße ist zwei Nummern zu klein", witzelte der Uhinger nach der Fotofinish-Entscheidung zu seinen Ungunsten. Fast genau auf den Tag genau ein Jahr nach seinem WM-Triumph in Hochfilzen gab es Olympia-Silber.

Fast hätte es sogar das erste olympische Doppel-Podium seit 1994 für die deutschen Skijäger gegeben. Doch Erik Lesser und der Verfolgungsdritte Benedikt Doll zogen im Schlusssprint gegen den Norweger Emil Hegle Svendsen knapp den Kürzeren. Lesser fehlten am Ende nur 0,4 Sekunden auf den Bronzerang. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer kam als 13. ins Ziel. Mit drei Medaillen in vier Einzelrennen haben die Schützlinge von Bundestrainer Mark Kirchner ihr Ziel von einer Einzelmedaille in Südkorea übertroffen. "Das war ein überragendes Ergebnis", sagte Kirchner.

Die Szene des Rennens lieferten sich Schempp und Fourcade, die sich seit Juniorzeiten kennen und befreundet sind. Schempp entschied sich im Windschatten von Fourcade für einen Sprintkorridor, der Franzose zog rüber. "Es ist absolut regelkonform. Ich habe ein bisschen Speed verloren, aber trotzdem gut aufgeholt. Wenn es ein paar Meter weiter gegangen wäre, hätte es vielleicht gereicht. Ich bin super happy", sagte Schempp.

Fourcade dachte im Ziel, er habe verloren. Ein Déjà-vu drohte, denn 2014 in Sotschi hatte er auf diese Weise gegen den diesmal drittplatzierten Svendsen den Kürzeren gezogen. "Ich war sicher, dass Simon gewonnen hat. Vor vier Jahren hat Emil mir große Schmerzen zugefügt und ich war sicher, dass es sich wiederholt", sagte der nun viermalige Olympiasieger nach seinem zweiten Gold in Pyeongchang. Er habe Schempp als starken Sprinter gefürchtet. "Es war eine gute Entscheidung", sagte Fourcade zum entscheidenden Move im Zielsprint.

Für Schempp schließt sich trotzdem ein Kreis. Denn er ist im Weltcup seit Jahren der beste und konstanteste deutsche Skijäger. Aber immer haftete ihm der Ruf an, bei Großereignissen seine Nerven nicht im Griff zu haben. Bei den Spielen in Sotschi wurde er vor vier Jahren 6., 13., 15. und 16. Auch in Südkorea wurde es als Sprint-Siebter und Fünfter der Verfolgung knapp nichts, im Einzel war er abgeschlagen. Bei seinen sechs Weltmeisterschaften standen Einzelplätze von 8 bis 90 zu Buche. Nicht nur deshalb zog er im Vorjahr die Hilfe eines Mentaltrainers zurate, mit Erfolg und dem WM-Titel im Massenstart.

Auch in diesem Winter wollte der ehrgeizige Perfektionist, der laut Bundestrainer Kirchner der Taktgeber im deutschen Team ist, Dominator Fourcade herausfordern. Doch er stand vor dem Massenstart in Südkorea nie auf dem Podium. Anhaltende Rückenprobleme machten ihm seit Wochen zu schaffen. Die Olympia-Generalprobe in Antholz musste er auslassen.

"Das Jahr war sehr zehrend und überhaupt nicht leicht für den Kopf", sagte Schempp. "Ich konnte mich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Das schmerzt schon enorm, nicht nur der Schmerz im Kopf, man verliert natürlich auch an Form."

In seiner ganzen Karriere warfen Schempp immer wieder gesundheitliche Probleme zurück. Wäre er wie Frankreichs Superstar Fourcade nie ernsthaft krank gewesen, seine Bilanz würde sicher anders aussehen. Die Saison 2010/2011 musste er abbrechen - er war kurz davor, aufzugeben. Aber Schempp biss sich durch - zum Glück. "Ich habe immer dran geglaubt, dass es möglich ist. So ein Tag entschädigt jetzt", sagte Schempp. Zur Krönung soll nun noch Staffel-Gold her. Das hatten sich die Deutschen als ganz großes Ziel auf die Fahnen geschrieben.

Nicht ausgeschlossen, dass der Schwabe auch in vier Jahren in Peking noch dabei sein wird. "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Es ist möglich. Aber da bin ich jetzt momentan nicht mit meinem Kopf."

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