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Die Chancen für die Tokio 2021-Spiele schwinden

Notstand erneut verlängert  

Die Chancen für die Tokio-2021-Spiele schwinden

08.05.2021, 00:02 Uhr | sid

Die Chancen für die Tokio 2021-Spiele schwinden. Die Olympischen Ringe in Tokyo (Archivbild). Ob die Spiele jemals ausgetragen werden, ist fraglich. (Quelle: dpa/Adam Davy)

Die Olympischen Ringe in Tokyo (Archivbild). Ob die Spiele jemals ausgetragen werden, ist fraglich. (Quelle: Adam Davy/dpa)

Drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele hält das Coronavirus Gastgeber Japan immer mehr in Atem. Die Zweifel an der Durchführbarkeit wachsen.

Die Probleme bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele in Japan werden nicht weniger. Das Corona-Virus verbreitet sich weiter, viele Sportler sind sich unsicher, ob sie zu den Spielen fahren sollen.

Dass Kane Tanaka am Freitag ihre Teilnahme am Olympischen Fackellauf absagte, hatte symbolischen Charakter. Die mit 118 Jahren älteste Frau der Welt hat Angst vor dem Coronavirus. Wie immer mehr Menschen in Japan. Am gleichen Tag verlängerte Premierminister Yoshihide Suga den Corona-Notstand in der Gastgeberstadt bis zum 31. Mai. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Das Virus wütet weiter in Nippon, ungebremst und mit voller Wucht. Zuvor waren "nur" die Präfekturen Tokio, Kyoto, Osaka und Hyogo betroffen, nun kommen Aichi und Fukuoka hinzu, Heimatstadt von Seniorin Tanaka. Die Coronalage in Japan ist alarmierend. Erst rund zwei Prozent der gut 125 Millionen Japaner sind geimpft, die Krankenhäuser sind überfüllt.

Das Impfprogramm kommt nur stockend voran, der Ärger im Land wächst. Die Anzahl der Tests ist verschwindend gering, Aussagen über tatsächliche Fallzahlen sind unmöglich. Die Regierung um Premier Suga gerät angesichts dieser Entwicklung immer mehr in die Kritik.

Bilder des Schreckens kursieren, Bilder von Menschen, die vor den Kliniken sterben, weil in den Krankenhäusern keine Betten frei sind. Kein Wunder, dass die Durchführung der Spiele bei der Bevölkerung angesichts dieser Umstände auf wachsenden Widerstand stößt, rund 80 Prozent sind für eine weitere Verlegung oder gar die komplette Absage.

Aufgrund dieser und anderer Auswüchse der Pandemie weltweit hält die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates eine Durchführung der Spiele im Sommer für fahrlässig. "Wir sind in der schlimmsten Welle der Pandemie. In Indien brennen die Feuer vor den Krankenhäusern. In vielen Ländern sind noch nicht mal die Krankenschwestern geimpft. Hinzu kommen immer neue Virusmutanten. Da finde ich Ereignisse, die internationales Reisen anregen, wirklich sehr schwierig", sagte Alena Buyx.

Unterstützung erhielten das IOC und Gastgeber Tokio am Freitag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Wir haben Vertrauen, dass das Internationale Olympische Komitee und die gesamte Stadt Tokio sowie die japanische Regierung die richtigen Entscheidungen treffen werden, wie man am besten mit den Risiken umgeht", sagte WHO-Notfalldirektor Michael Ryan auf einer Pressekonferenz.

Manche die Sicherheit der Athletinnen und Athleten betreffende Entscheidungen könnten erst kurz vor Beginn der Spiele am 23. Juli getroffen werden. "Es ist also keineswegs ein Versäumnis der Organisatoren, dass sie bestimmte Entscheidungen nicht getroffen haben", sagte Ryan.

IOC-Präsident Bach sollte sich Fackellauf anschauen

Dennoch bleiben Zweifel. Die für Mitte Mai ins Auge gefasste Japan-Reise von IOC-Präsident Thomas Bach steht jedenfalls auf der Kippe. "Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass Präsident Bach die Situation mit seinen eigenen Augen sieht", sagte Seiko Hashimoto. Die Chefin des Organisationskomitees der Spiele meinte aber auch: "Angesichts der Verlängerung des Notstandes ist dies aber sehr schwierig."

Laut der Agentur wollte Bach unter anderem am 17. Mai den Olympischen Fackellauf Richtung Tokio an historischer Stätte in Hiroshima besuchen. Am 6. August 1945 hatte die Stadt im Zweiten Weltkrieg durch den ersten Abwurf einer Atombombe traurige Berühmtheit erlangt.

Am Tag nach dem Besuch in Hiroshima sollte es ein Treffen Bachs mit Premierminister Suga geben, ebenso waren Begegnungen mit Seiko Hashimoto und Tokios Gouverneurin Yuriko Koike vorgesehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur SID

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