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Recherche: Einige Hotels lehnen Schwule bei WM in Katar ab

Von dpa
Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Flaggen Katars und der FIFA wehen vor einer Hotelanlage in Doha.
Die Flaggen Katars und der FIFA wehen vor einer Hotelanlage in Doha. (Quelle: Christian Charisius/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar könnte es fĂŒr Schwule und andere Menschen der LGBTQI+-Gemeinschaft schwierig werden, ein Hotelzimmer zu mieten.

Das ergab eine gemeinsame Recherche der drei skandinavischen TV-Sender NRK (Norwegen), DR (DĂ€nemark) und SVT (Schweden). Journalisten hatten sich demnach als schwules Paar ausgegeben und bei insgesamt 69 offiziellen WM-Hotels des Fußball-Weltverbandes FIFA nach einem Zimmer angefragt.

59 Hotels antworteten, drei davon lehnten die Anfrage direkt ab. "Danke fĂŒr die Frage, aber gemĂ€ĂŸ unserer Hotelrichtlinie können wir Sie nicht unterbringen", lautete eine Antwort. Ein weiteres Hotel akzeptiere keine schwulen Paare und aus einem anderen hieß es, dass "ein solcher Check-in nicht möglich" sei.

20 weitere Hotels wollen demnach nicht, dass die GĂ€ste offen ihr Schwulsein zeigen. In der Vergangenheit habe es VorfĂ€lle gegeben, bei denen die Polizei homosexuelle Katarer aus Hotels geholt habe, hieß es von einem Hotel. Zudem wĂŒrde man gegen die Landespolitik verstoßen, wenn man "sich schminkt und homosexuell kleidet". "AnstĂ€ndig gekleidet" und ohne sexuelle Handlungen sei das Paar aber willkommen. 33 Hotels hatten keine EinwĂ€nde, 13 antworteten nicht oder sind derzeit nur Corona-QuarantĂ€ne-Hotels.

"Die FIFA wird dafĂŒr sorgen, dass die genannten Hotels erneut auf unsere strengen Anforderungen in Bezug auf einen diskriminierungsfreien Empfang der GĂ€ste hingewiesen werden. Hotels und anderen Dienstleistern, die mit der WM in Verbindung stehen, wird der Vertrag gekĂŒndigt, wenn sie die hohen Anforderungen der Organisatoren nicht erfĂŒllen", teilte der Weltverband am Freitag auf Anfrage mit. Jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung oder der GeschlechtsidentitĂ€t sei streng verboten, so die FIFA.

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Lesben- und Schwulenverband hatte WM-Boykott gefordert

Das WM-Turnier findet vom 21. November bis 18. Dezember in dem arabischen Emirat statt. FIFA-Boss Gianni Infantino hatte beim 72. FIFA-Kongress Anfang MĂ€rz gesagt: "Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir ĂŒber LGBTQI+ sprechen."

Die AbkĂŒrzung LGBTQI+ fasst Menschen unterschiedlicher IdentitĂ€ten und sexueller Orientierungen zusammen, also Menschen die lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer und intersexuell sind. In Katar ist HomosexualitĂ€t gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren GefĂ€ngnis bestraft.

Der WM-Gastgeber Katar ist nicht nur wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen fĂŒr auslĂ€ndische Arbeiter in der Kritik internationaler Organisationen. Amnesty International hatte zuletzt geurteilt, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) "sowohl durch Gesetze als auch im tĂ€glichenLe ben weiterhin diskriminiert" wĂŒrden. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hatte im vergangenen Herbst sogar einen Boykott der WM gefordert.

In Bezug auf die Menschenrechte weist Katars Regierung die VorwĂŒrfe zurĂŒck und fĂŒhrt dabei Reformen an. Auch die UN-Arbeitsorganisation ILO bescheinigte Katar Fortschritte. Menschenrechtler ĂŒber aber weiter Kritik.

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