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Lance Armstrong wird in England "verbrannt"


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In England brennt eine Figur von Lance Armstrong

Von t-online
Aktualisiert am 01.11.2012Lesedauer: 2 Min.
Die überlebensgroße Figur von Lance Armstrong bietet ihr Fahrrad zum Verkauf.
Die überlebensgroße Figur von Lance Armstrong bietet ihr Fahrrad zum Verkauf. (Quelle: imago-images-bilder)
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Seine Karriere liegt bereits in Schutt und Asche, nun wird dem ehemaligen siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong eine zweifelhafte Ehre zuteil. Der wegen Dopings lebenslang gesperrt Rad-Star wird die Hauptattraktion eines Freudenfeuers im englischen Edenbridge und dabei buchstäblich in Flammen aufgehen. Eine detailgetreue und neun Meter hohe Figur Armstrongs wird dabei mit benzingetränktem Papier und Feuerwerkskörpern gefüllt und anschließend angezündet.

Die Armstrong-Figur ist aufwändig gefertigt, ein Schild zeugt von beißendem Spott. "Rennrad zu verkaufen, wird nicht länger benötigt" steht dort geschrieben. Das Abbrennen einer Figur eines Prominenten hat in der Grafschaft Kent eine lange Tradition, auch viele Sportler hatten schon das "Vergnügen". Im letzten Jahr musste Mario Balotelli dran glauben, nachdem er sein eigenes Haus mit Feuerwerkskörpern in Brand gesetzt hatte. Auch Wayne Rooney wurde schon abgefackelt.


Foto-Show: Aufstieg und Fall des Lance Armstrong

Seine Profikarriere startet Lance Armstrong beim Motorola-Team.
Lance Armstrong freut sich über den Sieg bei der Rad-Weltmeisterschaft 1993 in Oslo.
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"Der größte Bösewicht im Sport"

Die Wahl zu Armstrong fiel den Organisatoren nicht schwer. "Lance Armstrong ist gewiss der größte Bösewicht des Sports, der Fans auf der ganzen Welt betrogen hat", sagte Sprecher Mark Young. Auch der Politiker George Osborne, der islamische Hassprediger Abu Hamza und der verstorbene BBC-Moderator und mutmaßliche Kinderschänder Jimmy Saville standen auf der Liste. Letzterer war jedoch schnell aus dem Rennen.

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"Es schauen viele Kinder bei dem Feuer zu, da wären automatisch Fragen an die Eltern gekommen", sagte Veranstalter Charles Laver. Osborne sei ein wenig zu langweilig gewesen und auch Abu Hamza habe die Organisatoren nicht überzeugt. Also machte Armstrong das Rennen.

Versicherungsunternehmen verlangt Millionensumme zurück

Auch abseits von Edenbridge droht Armstrong neuer Ärger. Eine Versicherungsgesellschaft verlangt nun zwölf Millionen Dollar vom früheren Rekordsieger der Tour de France zurück. Zugleich kündigte das texanische Unternehmen in einem Brief an den 41-Jährigen mögliche rechtliche Schritte an. Diese könnten im Zusammenhang mit falschen Aussagen Armstrongs in einem Schiedsgerichtsverfahren zwischen 2005 und 2006 stehen.

Wegen Dopingvorwürfen gegen den Texaner hatte SCA Promotions eine Zahlung über 7,5 Millionen Dollar nach Armstrongs sechstem Tour-Erfolg 2004 zunächst zurückgehalten. Dagegen hatte der Ex-Weltmeister erfolgreich geklagt. Der Radsport-Weltverband UCI hatte Armstrong wegen systematischen Dopings unter anderem seine sieben Siege bei der Frankreich-Rundfahrt zwischen 1999 und 2005 aberkannt und lebenslang gesperrt.

Auch das IOC ermittelt gegen Armstrong

Nach der Aberkennung seiner sieben Tour-de-France-Siege muss Armstrong nun auch mehr denn je um seine olympische Bronzemedaille aus dem Jahr 2000 zittern. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab offiziell bekannt, dass es Ermittlungen gegen den Texaner aufnehmen wird. "Das IOC wird jetzt den Prozess in Bezug auf Lance Armstrong, andere Fahrer und nicht zuletzt deren Gefolgsleute aufnehmen", sagte ein IOC-Sprecher. Dabei werde auch eine mögliche Beteiligung der Beschuldigten an künftigen Olympischen Spielen berücksichtigt.

Armstrong hatte in Sydney vor zwölf Jahren im Zeitfahren hinter dem Russen Wjatscheslaw Jekimow und Jan Ullrich Bronze gewonnen. Nachdem der Radsport-Weltverband UCI dem 41-Jährigen vor eineinhalb Wochen alle Siege bei der Tour erkannt und ihn rückwirkend bis ins Jahr 1998 gesperrt hatte, war offengeblieben, was mit der Olympiamedaille passiert. Nach dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wäre eine Aberkennung nur bis acht Jahre zurück möglich. Aber das IOC machte schon früh deutlich, dass es sich im Fall Armstrong um besondere Umstände für eine Verlängerung der Verjährungsfrist handeln könnte.

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