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Tour de France 2017: Marcel Kittel gewinnt Etappe 2 nach Sprint-Krimi


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Kittel gewinnt Sprint-Krimi – Greipel Dritter

Von sid, gh

Aktualisiert am 03.07.2017Lesedauer: 3 Min.
Marcel Kittel triumphiert auf der zweiten Etappe der Tour.
Marcel Kittel triumphiert auf der zweiten Etappe der Tour. (Quelle: Christian Hartmann/Reuters-bilder)
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Marcel Kittel hat der großen deutschen Radsport-Party ein rauschendes Finale beschert und den ersten Tour-Auftakt in Deutschland seit drei Jahrzehnten mit dem Etappensieg gekrönt.

24 Stunden nach der schmerzhaften Pleite von Hoffnungsträger Tony Martin im verregneten Düsseldorfer Zeitfahren triumphierte Sprintstar Kittel am Sonntag in Lüttich – mehr als eine Million Fans hatten das Peloton zuvor auf dem Weg zur belgischen Grenze gefeiert.

Kittel gewinnt packendes Finish

In einem packenden Finish an der Maas hatte der 29 Jahre alte Quick-Step-Profi Kittel die besten Beine und verwies mit einem mächtigen Sprint den Franzosen Arnaud Demaré (FDJeux) auf Platz zwei. Knapp dahinter wurde der Rostocker André Greipel (Lotto-Soudal) Dritter. Für Kittel, der unter Tränen seine ganze Freude herausbrüllte, war es der zehnte Tour-Etappensieg seiner Karriere.

Das Gelbe Trikot trägt nach dem Auftakt-Wochenende der Waliser Geraint Thomas. Der Edelhelfer von Titelverteidiger Chris Froome im Team Sky hatte am Samstag triumphiert, der deutsche Hoffnungsträger Martin war dabei nicht über den vierten Platz hinausgekommen.

Partystimmung auf den deutschen Straßen

Auf den 144 km von Düsseldorf bis zur Grenze bei Aachen standen die deutschen Radfans meist dichtgedrängt, in den größeren Städten wie Neuss und Mönchengladbach herrschte trotz des neuerlichen Regenwetters beste Partystimmung – die Fahrer genossen die Atmosphäre sichtlich.

Zeit dazu hatten sie schließlich auch, rein sportlich war die zweite Etappe lange eine recht unspektakuläre Angelegenheit. Die obligatorische Ausreißergruppe mit US-Profi Taylor Phinney als prominentestem Fahrer hatte sich früh abgesetzt, das Feld mit Sky und den Sprinterteams fror den Rückstand aber bei gut kontrollierbaren zweieinhalb Minuten ein. Die letzten Ausreißer wurden allerdings erst an der 1000-Meter-Marke geschnappt - eine Punktlandung.

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Froome in Massensturz verwickelt

Rund 30 Kilometer vor dem Ziel waren zwei Dutzend Fahrer in einen Massensturz auf rutschiger Straße verwickelt. Auch Froome und der französische Herausforderer Romain Bardet gingen zu Boden, konnten aber das Rennen mit einigen Schrammen fortsetzen. Froome musste mit einigem Aufwand die Lücke zum Feld schließen.

Martin rollte am Tag nach dem vergeblichen Angriff auf Gelb, den er über Wochen generalstabsmäßig geplant hatte, weitestgehend im Feld mit. Die erste Enttäuschung über das verpasste große Ziel hatte der Weltmeister verdaut. "Ich komme mit der Situation klar, der Kopf ist nicht unten", sagte Martin, der den 14 km langen am Samstag nur als Vierter beendet hatte.

Martins Plan geht nicht auf

Die Gesamtführung vor Hunderttausenden Fans am Rheinufer erkämpfen, im "Maillot jaune" Düsseldorf verlassen – so hatte sich Martin das vorgestellt. Davon trennten ihn letztlich acht Sekunden, die er auf den letzten Kilometern gegenüber Thomas liegen ließ – bei der Zwischenzeit lag der 32-Jährige noch vier Sekunden vor dem späteren Sieger.
"Ich hatte die klare Zielstellung zu gewinnen, es war eine einmalige Chance, in Deutschland in Gelb zu fahren", sagte Martin, dem nach eigener Aussage im Finale "der Akku ausgegangen" war.

Von den Gesamtfavoriten machte Froome die mit Abstand beste Figur – und distanzierte als Sechster seine Konkurrenten wie den Australier Richie Porte deutlich. Eine starke Vorstellung zeigten Sprinter Marcel Kittel als Neunter (+0:16) und Nikias Arndt als Elfter (+0:16).

Schwerer Sturz von Altmeister Valverde

Stetiger Regen in sämtlichen Stärkegraden hatten die wenigen, aber tückischen Kurven auf dem Stadtkurs in eine Rutschbahn verwandelt, selbst Könner wie Martin fuhren mit höchster Vorsicht. Mehrere Fahrer stürzten spektakulär, am schwersten erwischte es Spaniens Altmeister Alejandro Valverde. Der wichtigste Helfer von Mitfavorit Nairo Quintana im Movistar-Team rauschte ungebremst in ein Stahlgitter, brach sich Kniescheibe und Schlüsselbein – die Tour war für den 37-Jährigen nach zehn Minuten Fahrzeit beendet.

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