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Ex-Biathlonchef soll russisches Doping vertuscht haben

"Korrupt und unethisch"  

Ex-Biathlonchef soll russisches Doping vertuscht haben

28.01.2021, 13:32 Uhr | dpa, t-online

Ex-Biathlonchef soll russisches Doping vertuscht haben. Anders Besseberg: Bis 2018 war Bessenberg Chef des Weltverbands.  (Quelle: imago images/Sergei Bobylev)

Anders Besseberg: Bis 2018 war Bessenberg Chef des Weltverbands. (Quelle: Sergei Bobylev/imago images)

Bestechungsgelder, Jagdausflüge, Prostituierte – die Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des Biathlon-Weltverbandes IBU Anders Besseberg wiegen schwer. Laut einem Bericht soll er auch russisches Doping gedeckt haben. 

Die ehemalige Spitze des Biathlon-Weltverbandes um Ex-Präsident Anders Besseberg soll bei der jahrzehntelangen Vertuschung russischer Dopingfälle "systematisch korruptes und unethisches Verhalten" an den Tag gelegt zu haben. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der unabhängigen externen Überprüfungskommission (ERC) des Weltverbandes IBU hervor.

Besseberg und später auch die ehemalige Generalsekretärin Nicole Resch sollen zwischen 2008 bis 2018 offensichtlich "Interessen des russischen Verbandes, insbesondere im Zusammenhang mit der Dopingbekämpfung, ohne triftigen Grund geschützt haben", hieß es in dem ERC-Abschlussbericht. Besseberg und Resch bestreiten die Vorwürfe.

Mit "Jagdausflügen und Prostituierten belohnt worden"

Vor allem Besseberg, der von 1993 bis 2018 den Verband führte, habe nach Ansicht der Kommission auch schon vor 2008 offenbar keine Rücksicht auf "ethische Werte genommen und kein wirkliches Interesse daran gehabt, den Sport vor Betrug zu schützen". Besseberg soll von den Russen mit Bestechungsgeldern, "Jagdausflügen und Prostituierten belohnt worden" sein, hieß es in dem Bericht. Die Thüringerin Resch soll demnach vor allem bei der Verfolgung von russischen Dopingsündern nicht konsequent gewesen sein. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie im Rahmen der Untersuchung nicht befragt werden.

Ermittlungen wegen Betrugsverdachts

"Das völlige Fehlen grundlegender Sicherheitsvorkehrungen in der IBU bedeutete, dass die frühere IBU-Führung ohne Kontrolle, ohne Transparenz und ohne Rechenschaftspflicht agieren konnte", sagte der ERC-Vorsitzende Jonathan Taylor.

Seit Ende 2017 laufen Ermittlungen der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Doping- und Betrugsverdachts sowie Geschenkannahme. Besseberg und Resch haben die Vorwürfe stets bestritten. Die beiden Funktionäre hatten ihre Ämter seit April 2018 ruhen lassen. Sowohl gegen Besseberg in Norwegen als auch gegen Resch in Österreich laufen noch strafrechtliche Ermittlungen. Beide wurden bisher nicht wegen einer Straftat angeklagt, so lange gelte die Unschuldsvermutung, hieß es.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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