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Ukraine bricht Regel beim ESC-Auftritt – und gewinnt

Von t-online, dpa, rix

Aktualisiert am 15.05.2022Lesedauer: 3 Min.
"Wir sind bereit zu kÀmpfen": So reagierte die ukrainische Band auf ihren Sieg beim ESC. (Quelle: t-online)
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Der Auftritt der Musiker aus der Ukraine beim Eurovision Song Contest wurde mit Spannung erwartet. WĂ€hrend die Zuschauer im Saal jubelten, blieben die Moderatoren verblĂŒfft zurĂŒck.

Am Samstagabend schauten Musikfans nach Turin. Denn dort fand zum 66. Mal der Eurovision Song Contest statt. FĂŒr die Ukraine trat die Band Kalusha Orchestra mit dem Lied "Stefania" an. Lange war nicht klar, ob die sechs Musiker ĂŒberhaupt nach Italien reisen können. Doch dann standen sie auf der BĂŒhne, performten ihren Song – und brachen am Ende ihres Auftrittes die Regeln des Eurovision Song Contests.


ESC 2022: Das ist die Platzierung

Platz 1 – Ukraine: Kalush Orchestra mit 631 Punkten
Platz 2 – Großbritannien: Sam Ryder mit 466 Punkten
+23

"Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine!"

Denn nach ihrer Performance gab die Band ein politisches Statement ab – und das ist beim Grand Prix nicht erlaubt. "I ask all of you: Please help Ukraine, Mariupol, help Asovstal – right now", sagte SĂ€nger Oleh Psjuk. (zu Deutsch: "Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk.") Die Ukraine steht unter Attacke eines Angriffskriegs von Russland, das wegen der völkerrechtswidrigen Invasion vom ESC ausgeschlossen ist. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.

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In einer kĂ€mpferischen Geste schlug Psjuk mit der Faust seiner rechten Hand danach auf seine Brust. Laut Regelwerk sind "Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur" auf der ESC-BĂŒhne explizit verboten. Die Moderatoren des Wettbewerbs reagierten verblĂŒfft und mit ernster Miene.

Alessandro Cattelan beobachtete das Geschehen mit offenem Mund, kommentiert wurde die Ansage der Ukraine aber nicht. Das Publikum bekundete derweil laut SolidaritÀt, die Zuschauer applaudierten. Zu sehen waren zahlreiche ukrainische Fahnen und ein Transparent mit einem Herz.

Konsequenzen drohen der Ukraine aber nicht. Die Veranstalter Ă€ußerten VerstĂ€ndnis. "Wir verstehen die starken GefĂŒhle, wenn es dieser Tage um die Ukraine geht, und betrachten die Äußerungen des Kalush Orchestra und anderer KĂŒnstler zur UnterstĂŒtzung des ukrainischen Volks eher als humanitĂ€re Geste und weniger als politisch", sagte ein Sprecher der EuropĂ€ischen Rundfunkunion EBU auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ukraine gewinnt den Eurovision Song Contest

Direkt im Anschluss trat Deutschland an. Malik Harris performte den Song "Rockstars". In legerem Outfit betrat der 24-JĂ€hrige am Samstagabend die BĂŒhne. Auch er setzte ein Zeichen fĂŒr die Ukraine. Ihm sei öfter gesagt worden, dass er "kein Statement machen darf", sagte Harris ĂŒber seine Aktion. Nach der letzten Probe vor dem Finale habe er die Fahne auf die Gitarre geklebt. "Ich bin sehr froh, das gemacht zu haben. Das fĂŒhlt sich sehr, sehr gut an."

Als großer Favorit gingen Schweden und Italien ins Rennen. Die Buchmacher sahen aber auch die Ukraine ganz weit vorne – vor allem, weil die Wettanbieter mit hohen SolidaritĂ€tsbekundungen wegen des Krieges rechnen. Und sie sollten recht behalten: Kalusha Orchestra gewinnt den Eurovision Song Contest 2022. Von den Juroren bekamen die Musiker zwar nicht die meisten Punkte, dafĂŒr aber von den Zuschauern. Mit 631 Punkten holte sich die Band den Sieg.

"Unser Mut beeindruckt die Welt, unsere Musik erobert Europa! Im nÀchsten Jahr empfÀngt die Ukraine den Eurovision! Zum dritten Mal in unserer Geschichte", teilte der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj im Nachrichtenkanal Telegram am Sonntagmorgen mit. Er glaube daran, dass dies nicht der letzte Sieg sei.

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Die PrĂ€sidentin des Europarlaments, Roberta Metsola, gratulierte auf Twitter der Ukraine. "Gratulation Kalusha Orchestra und Ukraine. NĂ€chstes Jahr in Kiew – ich werde dabei sein", schrieb sie.

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Von Nils Kögler
Eurovision Song ContestItalienRusslandUkraine
Musik

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