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Gurlitt-Fund: Museum gibt Werke zur├╝ck

Von dpa
Aktualisiert am 10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Namensschild von Cornelius Gurlitt an der Haust├╝r in Salzburg.
Das Namensschild von Cornelius Gurlitt an der Haust├╝r in Salzburg. (Quelle: Barbara Gindl/APA/EPA/dpa./dpa)
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M├╝nchen/Bern (dpa) - Fast zehn Jahre ist es jetzt schon her, dass die Staatsanwaltschaft in einer unscheinbaren M├╝nchner Wohnung einen Sensationsfund machte: Hunderte Bilder, teils wertvoll, teils unter Raubkunst-Verdacht. Ein Jahr sp├Ąter machte die Sammlung von Cornelius Gurlitt weltweit Schlagzeilen.

Kurz vor dem Jahrestag dieser spektakul├Ąren Entdeckung gibt das Kunstmuseum Bern nun weitere Werke aus der umstrittenen Sammlung zur├╝ck - und stellt den kompletten Nachlass online. "Das Kunstmuseum Bern gibt das Eigentum an Werken mit ungekl├Ąrter Provenienz auf", teilte das Museum am Freitag mit.

Zwei Werke von Otto Dix sollen an die Erben der urspr├╝nglichen Besitzer restituiert werden. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um die Aquarelle "Dame in der Loge" und "Dompteuse", beide aus dem Jahr 1922.

Die "Taskforce Schwabinger Kunstfund", die eingerichtet wurde, um die Gurlitt-Werke zu untersuchen, habe zwar "zu keinem abschlie├čenden Ergebnis" gef├╝hrt. Dennoch solle nun die R├╝ckgabe an die Erben der fr├╝heren Besitzer erfolgen.

F├╝nf weitere Bilder will das Museum der Bundesrepublik Deutschland ├╝bergeben. Bei ihnen fehlen nach Museumsangaben zwar "Beweise f├╝r NS-Raubkunst", sie zeigten aber Hinweise darauf oder "auff├Ąllige Begleitumst├Ąnde". 22 weitere Werke, auf die das ebenfalls zutreffe, sollen zun├Ąchst in Bern bleiben und dort weiter erforscht werden.

Hitzige Debatte

Anfang 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg Hunderte Werke in Gurlitts Schwabinger Wohnung beschlagnahmt. Ein Jahr danach wurde der Fund ├Âffentlich und sorgte f├╝r Aufsehen und eine hitzige Debatte ├╝ber den Umgang mit von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerken in Deutschland. Denn Gurlitts Vater Hildebrand war einer der Kunsth├Ąndler Adolf Hitlers.

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Nachdem der Fund bekannt geworden war, wurde sogar noch weitere Kunst in Gurlitts Salzburger Haus gefunden. Das Konvolut umfasst insgesamt rund 1600 Werke. 14 Werke aus der Sammlung - von K├╝nstlern wie Henri Matisse, Max Liebermann, Thomas Couture oder Adolph von Menzel - konnten bislang eindeutig als NS-Raubkunst identifiziert werden.

Als Gurlitt 2014 im Alter von 81 Jahren starb - ohne seine geliebten Bilder noch einmal gesehen zu haben -, vermachte er seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern, das nun jahrelang daran geforscht hat.

2017 wurde am Kunstmuseum Bern dann eine Abteilung f├╝r Provenienzforschung eingerichtet. Seit 2017 erforscht sie die Werke des Konvoluts, die von den Nationalsozialisten als sogenannte "Entartete Kunst" diffamiert wurde. Seit 2019 arbeitet das Museum mit der Forschungsstelle "Entartete Kunst" an der Universit├Ąt Hamburg zusammen.

"Rote" Kunstwerke

Mit der Bundesrepublik einigte sich das Museum nach Bekanntwerden des Testamentes auf eine sogenannte Provenienzampel, die die Werke je nach Raubkunst-Verdacht per Farbcode einordnet. An "roten" Kunstwerken, die als NS-Raubkunst identifiziert werden konnten, hat das Kunstmuseum Bern das Eigentum schon aufgegeben.

Jetzt folgen die aus der vom Museum neu formulierten Kategorie "Gelb-Rot". F├╝r diese gilt nach Museumsangaben: "Die Provenienz zwischen 1933 und 1945 ist nicht abschlie├čend gekl├Ąrt, sie weist L├╝cken auf."

Das Museum hat den gesamten Nachlass Gurlitt neu dokumentiert und in eine Online-Datenbank gestellt, in der auch alle neuen Forschungsergebnisse ver├Âffentlicht werden sollen. F├╝r Herbst 2022 ist eine umfangreiche Ausstellung zum Nachlass Gurlitt geplant, wie das Museum mitteilte.

"Der Umgang mit dem Erbe von Cornelius Gurlitt war und ist f├╝r das Kunstmuseum Bern eine riesige Herausforderung", sagte Museumsdirektorin Nina Zimmer. "Wir haben noch viele weitere Aufgaben vor uns."

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