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"Der verlorene Sohn": Der ganze Horror der Homosexuellen-Umerziehungslager

Filmkritik "Der verlorene Sohn"  

Der ganze Horror der Homosexuellen-Umerziehungscamps

Von Helge Denker

21.02.2019, 21:26 Uhr
"Der verlorene Sohn": Der ganze Horror der Homosexuellen-Umerziehungslager.  (Quelle: t-online.de)

(Quelle: t-online.de)

Der australische Regisseur Joel Edgerton hat mit "Der verlorene Sohn" ein wichtiges Thema angepackt: Es geht um reale Umerziehungscamps für junge Männer, die als homosexuell gelten. Im Interview verrät er, wie er darauf gekommen ist.

Der Film erzählt eine wahre Geschichte: Der 19-Jährige Jared Eamons (beeindruckend: Lucas Hedges), Sohn eines Baptisten-Pastors im mittleren Westen der USA, wird als schwul geoutet. Seine besorgten Eltern (großartig; Nicole Kidman und Russell Crowe) zwingen ihn daraufhin in ein christliches Therapieprogramm, in dem ihm die Homosexualität als "Sünde" ausgetrieben werden soll.

Jared gerät in dem Camp in immer größere Konflikte mit dem Chef-Erzieher (dämonisch gut: Joel Edgerton), bis er nach einer Reihe traumatischer Erfahrungen endlich aufbegehrt und sich gegen die absurden Erziehungsversuche zu wehren beginnt.

Quälendes Warten auf den Moment des Aufstehens

Als Zuschauer wartet man quälend lange auf diesen Moment des Aufstehens und erfährt, dass Jared von einem Mitschüler brutal vergewaltigt wurde. Der große Verdienst des Filmes ist es, dass man mitfühlt mit einem jungen Mann, der mit seiner Sexualität vollkommen allein gelassen und brutal in eine gesellschaftliche Sackgasse getrieben wird – nur weil er eben Männer liebt und nicht Frauen.

Wenn Sie 2019 nur einen Film sehen wollen, der kein seichtes "Popcorn-Kino" ist, dann ist "Der verlorene Sohn" eine sehr gute Wahl.

Der Film ist ein Herzensprojekt

Joel Edgerton ("The Gift") hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und eine Hauptrolle übernommen. Der Film ist sein Herzensprojekt und er ist ihm rundum gelungen. Sein Engagement merkt man Edgerton auch während des Kurzinterviews in London an (siehe Video). Sein Film basiert auf der Biografie von Garrard Conleys ("Boy Erased: A Memoir of Identity, Faith, and Family"), die 2016 bei Random House erschienen ist.


In den USA, in Australien und auch in Europa gibt es noch heute Hunderte solcher absurden Umerziehungscamps. In Deutschland gibt es Versuche, sogenannte Therapien gegen Homosexualität zu verbieten.

"Der verlorene Sohn" läuft ab dem 21. Februar in deutschen Kinos. Er ist knapp zwei Stunden lang.

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