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Paul Simon wird 70: Dickköpfig, eigensinnig, experimentierfreudig, genial

Dickköpfig, eigensinnig, genial  

Paul Simon wird 70

13.10.2011, 10:40 Uhr

Paul Simon wird 70: Dickköpfig, eigensinnig, experimentierfreudig, genial. Paul Simon feiert seinen 70. Geburtstag. (Quelle: dpa)

Paul Simon feiert seinen 70. Geburtstag. (Quelle: dpa)

"The Sound Of Silence", "Bridge Over Troubled Water" oder "Mrs. Robinson": Zusammen mit seinem Partner Art Garfunkel erlangte Paul Simon in den 60er Jahren Weltruhm. Aber auch solo sorgte der Mann der ruhigen Gesten und sanften Gitarrenklänge seitdem immer wieder für Single-Hits und Alben, die inzwischen Klassiker sind - wie "Graceland" oder "Still Crazy After All These Years". Heute feiert Paul Simon seinen 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Paul Simon hatte stets seinen eigenen musikalischen Kopf - weshalb er auch regelmäßig mit Art Garfunkel zusammenknallte. Viel hat sich daran bis heute nicht geändert: Paul Simon sagt immer noch was er denkt, bevorzugt in Liedform. Zur Ruhe will er sich noch lange nicht setzen: Am 24. Oktober erscheint erst einmal seine Liedsammlung "Songwriter". Nachdem er fast 50 Jahre lang die Musikwelt geprägt hat, zieht Paul Simon musikalische Bilanz - und macht das gewohnt eigensinnig. Wie so oft in seiner Karriere pfeift er darauf, was die anderen gut finden. Die 32 Titel sind seine persönliche Auswahl, wie ein Geschenk an sich selbst. "Ich mag die großen Hits nicht immer", erklärt er auf seiner Webseite fast trotzig. "Mrs. Robinson" schaffte es beispielsweise nicht auf die CD.

Bekannt für seine Dickköpfigkeit

Für genau diese Dickköpfigkeit, seine etwas spröde wirkende Art, ist Paul Simon bekannt. Auf der Bühne steht der kleine große Sänger meist mit ernstem Gesichtsausdruck, selten gibt es ein Lächeln, oft versteckt er sich unter einer Baseballmütze. "Ich sehe mich selbst als Liedschreiber - der Albumkünstler und Konzertmusiker in mir folgt den schreibenden Fußstapfen." Das sagt ausgerechnet der Mann, der mit seinen Konzerten Massen anzieht.

Simon & Garfunkel prägten ganze Generation

So pilgerten vor 20 Jahren 750.000 Menschen in den New Yorker Central Park, um Simons Solo-Karriere zu feiern. Zehn Jahre davor war er am selben Ort noch einmal live mit Art Garfunkel aufgetreten. Fast 500.000 kamen und machten den Reunion-Auftritt zum bis dahin größten Rock-Konzert einer einzigen Band. Die früheren Schulfreunde hatten sich als "Simon & Garfunkel" mit ihrem 1966 erschienenen Album "The Sound of Silence" zum Erfolg gesungen. Mit "Bridge Over Troubled Water" prägten sie 1970 eine ganze Generation und schockierten die Fans mit der Auflösung als Duo.

Solo sehr experimentierfreudig

Folk-Rock war für Simon nicht genug. Er wollte experimentieren, und philosophieren. Der Erfolg von früher wollte sich zunächst aber nicht einstellen. Sein Solo-Werk "Still Crazy After All These Years" wurde 1975 zwar mit dem Grammy für das beste Album des Jahres ausgezeichnet, die weltweite Popularität des Duos erreichte Simon damit aber nicht. Erst die Wiedervereinigung mit Garfunkel ließ die alten Zeiten wieder aufleben, lange hielten es die beiden Musiker aber auch diesmal nicht miteinander aus.

Durchschlagender Erfolg mit "Graceland"

"Hearts and Bones" sollte als gemeinsames Album herauskommen, Simon brachte es 1983 allein heraus und fiel damit durch. Er ging auf Reisen und sammelte in Südafrika neue Inspiration. Die traditionellen Chorgesänge von Ladysmith Black Mambazo faszinierten Simon derartig, dass er 1986 mit ihnen "Graceland" produzierte und damit einen durchschlagenden Erfolg landete. Es verkaufte sich mehr als vier Millionen Mal und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet.

Zweite Wiedervereinigung mit Art Garfunkel im Jahr 2003

Simons Begeisterung für "Weltmusik" hielt an. Er experimentierte mit brasilianischen Trommeln, doch "Rhythm of the Saints" konnte 1990 an den "Graceland"-Erfolg nicht anknüpfen. Es folgten unter anderem 2000 "You're The One" und 2006 "Surprise". Für die größten Schlagzeilen sorgte 2003 allerdings die erneute Wiedervereinigung mit Art Garfunkel. Bei der erfolgreichen "Old-Friends"-Tournee ließ das Duo wieder die Massen einströmen. 2009 folgte noch eine gemeinsame Tour.

Songs "passieren" ihm "auf mysteriöse Weise"

Seine Solo-Karriere gab Simon aber nicht auf: Anfang 2011 brachte er das Album "So Beautiful Or So What" auf den Markt. Ohne Lieder kann Paul Simon scheinbar nicht sein, das Songschreiben "passiere einfach auf mysteriöse Weise". "Ich kann nicht erklären, woher manche Texte kommen. Sie tauchen auf", sagte Paul Simon. Trotzdem treffen sie bei den Zuhörern offenbar immer die richtigen Punkte. Vier Wochen vor seinem Geburtstag war wieder so ein ergreifender Moment: Paul Simon stand bei der Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September mit der Gitarre am New Yorker Ground Zero und sang "The Sound of Silence". Die Hymne, die er 1964 als Reaktion auf die Ermordung von John F. Kennedy schrieb, zeigt, was Paul Simon zum Weltstar gemacht hat: Auch nach fast fünf Dekaden hat seine Musik nichts von ihrer Aussagekraft verloren.

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