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Musiktipps: Katy Perry & Co. – Schon gehört? Der Soundtrack der Woche

MEINUNGSchon gehört?  

Der Soundtrack der Woche (28. August 2020)

Von Sebastian Berning

28.08.2020, 13:31 Uhr
Musiktipps: Katy Perry & Co. – Schon gehört? Der Soundtrack der Woche. Katy Perry: Die Sängerin hat nicht nur ihr erstes Kind bekommen, sondern veröffentlicht nun auch ihr fünftes Album, "Smile". (Quelle: imago images / AAP)

Katy Perry: Die Sängerin hat nicht nur ihr erstes Kind bekommen, sondern veröffentlicht nun auch ihr fünftes Album, "Smile". (Quelle: imago images / AAP)

In der Flut von neuen Alben und Neuauflagen alter Klassiker kann man schon mal den Überblick über die Musiklandschaft verlieren. t-online.de hat dafür offene Ohren und gibt Ihnen Lauschtipps.

Bei Spotify, Apple Music und Co. wird man mit Neuerscheinungen schier überfordert. Playlists aktualisieren sich ständig, nicht alles darin gefällt und überhaupt ist das Album doch das viel schönere Format. Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Neuveröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online.de Sie mit der neuen wöchentlichen Rubrik "Schon gehört" (jeden Freitag) ein. Hier gibt es die besten, wichtigsten und skurrilsten Alben für die nächsten sieben Tage.

Metallica – S&M2

 (Quelle: Oktober Promotion) (Quelle: Oktober Promotion)

Na, eigentlich müsste da oben "Metallica & San Francisco Symphony" stehen, denn Metallica sind 2019 mit diesem Orchester für eine Neuauflage ihres viel umjubelten ersten Live-mit-Klassik-Album "S&M" von 1999 aufgetreten. Und die Philharmoniker kriegen teilweise ordentlich Platz.

Die Setlist ist wie ein Update von "S&M". Selbst die damals für das Ereignis geschriebene Nummer "No Leaf Clover" ist wieder dabei, nachdem sie 2019 auch auf der Europa-Tour der Metal-Ikonen nach Jahren der Abstinenz erneut auf die Setlist kam. Zudem gibt es auch noch einen Song vom umstrittenen Album "St. Anger", nämlich "All Within My Hands". Dieser wird als Akustiknummer präsentiert. Liest sich komisch, klingt auch erst einmal komisch, weiß aber dann doch irgendwie zu überzeugen. "The Unforgiven III" ist ein Highlight, in welchem James Hatfield nur mit dem Orchester singt. Gänsehaut!

Ach ja, ich habe Ihnen ja erzählt, dass das Orchester "ordentlich Platz" bekommt. Das passiert in der Mitte. Da darf das "San Francisco Symphony" nämlich auch mal alleine spielen. Bei der "Scythian Suite, Op. 20 II" unterstützen dann Metallica.

Der Überraschungseffekt des ersten "S&M"-Albums fehlt 20 Jahre später natürlich. Dennoch bieten die stolzen 144 Minuten einige kleinere Überraschungen und eine Band, die wie eine geölte Maschine spielt, was mir auch Bassist Robert Trujillo im t-online.de-Interview verraten hat.

Katy Perry – Smile

 (Quelle: Universal Music Group) (Quelle: Universal Music Group)

Ja, die Katy hat aktuell wirklich jeden Grund zum Lächeln. Donnerstag kam ihr erstes Töchterchen mit Orlando Bloom auf die Welt. Heute erblickt auch ihr neustes musikalisches Baby die Welt. Und "Smile" ist wohl das beste Album von Katy Perry seit "Teenage Dream".

Der Beginn klingt tanzbar, hat aber eher melancholische Texte über Herzschmerz, Trennung und Selbstfindung. Im Laufe des Albums wird aus Emo-Katy aber eine etwas positivere Katy. "Never Really Over", "Cry About It Later", "Champagne Problems" (keine Hymne für Claudia Obert) oder das fast schon zu eingängige "Only Love" können punkten und stellen "Prism" und das eh etwas übersehene "Witness" locker in den Schatten.

Ulver – Flowers of Evil

 (Quelle: House of Mythology) (Quelle: House of Mythology)

Was machen die Norweger dieses Mal? Alles fing in den frühen Neunzigern mit rohem Black Metal an. Doch dann tobte sich die Band aus. Gothic, Industrial, Folk, Ambient, Trip Hop, Neo-Klassik, Drone oder 80's Synthie-Pop. Und nach der Live-LP "Drone Activity" von 2019 gehen Ulver den poppigen Weg von "The Assassination of Julius Caesar" weiter.

Das ist jetzt vielleicht kein unerwarteter Left-turn. Egal! Die Stimmung dieses Mal ist etwas elegischer. "Russian Doll" oder der Opener "One Last Dance" sind zwar durchweg elektronisch, dennoch will keine Clubstimmung aufkommen. Man huldigt Synthie-Größen wie Depeche Mode, Tears For Fears oder Clan of Xymox und umhüllt dies mit skandinavischer Kälte und Melancholie. Großes Kino und vielleicht auch besser als der erste Achtziger-Pop-Versuch.

PVRIS – Use Me

 (Quelle: Warner Music ) (Quelle: Warner Music )

Es gab Zeiten, da wurde der Electro Pop von PVRIS (erstaunlicherweise in der alternativen Szene) als das nächste große Ding gehandelt. Das ist jetzt fünf, sechs Jahre und das nächste große Ding wurden dann doch eher andere.

Sängerin Lynn Gunn und ihre Mitmusiker wollen aber wohl noch immer die Clubs zum Beben bringen. Alleine der Opener "Use Me" ist mit seinen fetten Beats prädestiniert zum Tanzen – aktuell natürlich daheim und eher jeder für sich alleine! Etwas düsterer, was wohl auch den "Kaputte Beziehung"-Lyrics geschuldet ist, als andere Alternative Popper wie Fall Out Boy oder Panic! At The Disco (so um "Too Old To Live, Too Young To Die" herum), aber nicht weniger cathy. Vielleicht klappt es ja mit Album Nummer drei, dass PVRIS endlich (mehr) Gehör geschenkt wird.

Dokken – The Lost Songs: 1978-1981

 (Quelle: Head of PR) (Quelle: Head of PR)

Dokken, die Glam-Metal-Gruppe um Sänger Don Dokken, hatte ihre größten Erfolge in den Achtzigerjahren, wo sie mit schnittigen wie eingängigen Radio-Metal-Songs Millionen Platten verkaufen konnte. Jüngeren Lesern könnte zumindest der Song "Dream Warriors" bekannt sein, denn den haben Archie, Veronica und Co. mal in einer Episode vom Netflix-Hit "Riverdale" gesungen. So klein kann die Musikwelt sein. Der Song stammt von "Back For The Attack" von 1987. Auf der Compilation "The Lost Songs" geht es, wie der Titel erkennen lässt, um früheres Material von Dokken, welches sogar vor dem Debüt aufgenommen wurde.

Über den Sinn oder Unsinn vom Rauskramen ganz alter Kamellen kann man streiten. Die einen sagen "Das hat doch Retro-Charme" und für andere sind es schlicht Nummern, die es nicht auf die regulären Alben geschafft haben. Meine persönliche Antwort liegt irgendwo dazwischen: Ich finde Dokken eh erst ab dem zweiten Album "Tooth & Nail" richtig gut. Die Nummern hier können mit dem Debüt "Breaking the Chains" von 1981 zum Großteil mithalten. "We're Going Wrong" rockt ordentlich und hätte damals auch die Scorpions (für die Don Dokken mal Demos eingesungen hat, als Klaus Meines Stimme kurzzeitig nicht für Aufnahmen zur Verfügung stand) begeistern können.

In Anbetracht der Tatsache, dass Dokken seit Jahren kein Album mehr veröffentlicht haben und seit noch mehr Jahren kein wirklich gutes Album geschrieben haben, ist "The Lost Songs" doch wenigstens etwas alter neuer Stoff.

Alle Alben sind am 29. August in digitaler sowie physischer Form erschienen. Haben Sie "Schon gehört", wer nächste Woche dabei sein wird? Unter anderem das erste waschechte Mowtown-Album von Joy Denalane.  Wir hören uns wieder!

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