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MontanaBlack: Deutschlands beliebtester Streamer hat "Großeltern beklaut"


Der Mann hinter MontanaBlack: "Hab meine Großeltern beklaut, Digga"

Von Julia Reinl

Aktualisiert am 24.01.2023Lesedauer: 4 Min.
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Marcel Eris, YouTuber, spricht bei einem Interview in seiner Wohnung. (Quelle: Philipp Schulze/dpa/Archiv/dpa-bilder)
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Er ist der erfolgreichste Webvideoproduzent Deutschlands: Millionen Menschen folgen MontanaBlack auf Internetplattformen. Doch wer ist er eigentlich?

Neulich konnten seine Follower MontanaBlack mal wieder auf der Internetplattform twitch beim Spielen zuschauen. Vier Stunden lang saß er vor seinem Computer, spielte zum ersten Mal "Minecraft", ein bei Kindern und Jugendlichen beliebtes Spiel, in dem sie aus Bauklötzen Welten bauen und darin Abenteuer bestehen. "Ey, du Bitch! Kleiner Wichser!", schrie Montanablack den Zombie auf seinem Bildschirm an, als dieser gerade seine Spielfigur verletzt hatte. Zwischendurch holte er sich eine Pizza.

MontanaBlack ist Deutschlands erfolgreichster Webvideoproduzent: 2,91 Millionen folgen ihm auf YouTube, 4,8 Millionen auf twitch. Zum Vergleich: Helene Fischer hat auf YouTube 910.000 Abonnenten. Doch wer steckt hinter dem Pseudonym? Wie erklärt sich sein Erfolg?

Mal teilt er auf YouTube persönliche Momente mit seinen Großeltern oder setzt sich ernsthaft mit der eigenen Drogenvergangenheit auseinander. Dann wieder fällt er mit rassistischen, sexistischen oder antisemitischen Aussagen auf – während er sich live vor der Kamera beim Computerspielen über die Schulter schauen lässt.

Wer ist dieser Mann, der sich MontanaBlack nennt? Und wie erklärt sich sein Erfolg?

MontanaBlack an seinem Arbeitsplatz.
MontanaBlack an seinem Arbeitsplatz. (Quelle: Philipp Schulze./dpa)

21614 – Lokalpatriotismus ins Gesicht geschrieben?

Geboren wurde er als Marcel Eris am 2. März 1988 in Buxtehude. Seine Mutter ist Türkin, sein Vater Deutscher. Kurz nach seiner Geburt trennten sich die Eltern. Eris lebte zunächst bei seiner Mutter, wuchs dann vor allem bei seinen Großeltern auf. Die Postleitzahl von Buxtehude ließ er sich später ins Gesicht tätowieren – weil er sich dem Ort so verbunden fühlt, wie er sagt. Nach allem, was er in seinen Videos erzählt, war er damals ein Grenzgänger. Er rauchte Marihuana, nahm Kokain, trank Alkohol. Doch er machte auch eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem "toom Baumarkt".

Seine Karriere im Internet begann mit Computerspielen: Call of Duty, FIFA, Fortnite. Erst spielte er für sich allein, später begann er, sich live dabei dabei zu filmen und das auf entsprechenden Plattformen hochzuladen. Sein Markenzeichen: Ein blau leuchtendes Aquarium im Hintergrund und seine Kommentare während er spielt – mal lustige, mal provokante, mal ausfallende. So wuchs das Interesse an ihm.

Vor sechs Jahren stellte MontanaBlack Livestream-Videos mit seinen Ausrastern zusammen. Er schrie darin seine Spielgegner an: "Du Hurensohn", "Keine Hobbys, nicht eine Muschi gesehen", "Ich würde dir 'ne dreckige Banane ins Arschloch stecken". Unzählige Male warf er den Kontroller zu Boden, stand auf und kickte mit dem Fuß dagegen.

2018 gelang ihm der Durchbruch: Tausende Menschen schauten ihm in seinen Livestreams zu und machten MontanaBlack zum größten deutschen Gaming-Streamer. Heute sagt er, sei es egal, was er hochlädt. Hauptsache, er sei als Person da – seine Stimme, seine Kommentare.

Marcel Eris' "Reallife Story"

Eris lädt auch Videos auf YouTube hoch, in denen er einfach nur von sich erzählt: "Reallife Story" heißt seine YouTube-Reihe. Oft geht es darin um seine Großeltern. Ihnen sei er sehr dankbar dafür, dass er bei ihnen aufwachsen durfte. Wenn sie krank sind, berichtet er darüber unter Tränen. Oder er zeigt im Video eine Autofahrt mit seiner Großmutter: Sie am Steuer eines 570 PS AMG, er neben ihr auf dem Beifahrersitz, wie er sich an den Griff der Autodecke klammert. Beide haben sichtlich Spaß dabei. Über 2,5 Millionen Mal wurde das Video aufgerufen.

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Längst ist Eris so erfolgreich, dass er seiner Großmutter erst einen Maserati, dann einen Aston Martin schenken konnte. 2021 verriet er in einem Livestream, er habe 2019 einen Brutto-Umsatz von über drei Millionen Euro gemacht – es sei sein bislang erfolgreichstes Jahr gewesen. Das Geld verdient er mit Werbeeinnahmen, Spenden und dem, was ihm Plattformen direkt bezahlen. Außerdem betreibt er einen eigenen Online-Shop mit MontanaBlack-Fanartikeln.

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Das Bild, das MontanaBlack dabei von sich selbst zeichnet, ist das eines geläuterten "harten Jungen": In norddeutschem Dialekt erzählt er davon, wie gefährlich sein Konsum gewesen sei und wie er es schaffte, seine Sucht zu bekämpfen. "Ich hab halt den asozialen Lifestyle gelebt. Ich hab bei meinen Großeltern gewohnt und die beklaut, Digga. Ich war drei Monate obdachlos. Dann hab ich aufgehört zu saufen. Ich hab die Bong zerdeppert."

Diese Anti-Heldengeschichte lässt sich auch außerhalb der Internetwelt gut verkaufen: Im März 2019 erscheint seine Bestseller-Biografie "Vom Junkie zum YouTuber" und 2021 die Fortsetzung. Wer mit Mitte dreißig bereits zwei Biografien veröffentlicht, muss entweder viel erlebt haben – oder ein guter Selbstvermarkter sein.

Erfolg trotz moralischer Grenzüberschreitungen

Sein Erfolgskonzept basiert aber auch auf seiner anderen Seite: Der des Provokateurs, der mit rassistischen, sexistischen und antisemitischen Sprüchen für Aufsehen sorgt.

Sein twitch-Account wurde 2018 wegen rassistischen Aussagen gesperrt: Er hatte das N-Wort benutzt und anti-asiatische "Pointen" verbreitet. Wegen antisemitischen Beleidigungen gegen einen Kollegen wurde sein Account 2019 erneut gesperrt. Dass die 88 in seinem Spielernamen MontanaBlack88 nicht für "Heil Hitler" (jeweils der achte Buchstabe im Alphabet), sondern lediglich für sein Geburtsjahr stehe, hat er mehrfach beteuert. Kritiker zweifeln daran.

Wegen sexueller Belästigung und sogenanntem "Catcalling" wurde sein Account 2020 ein weiteres Mal gesperrt: Er hatte Frauen im Live-Stream auf der Straße anzügliche Sprüche hinterhergerufen. 2019 durchsuchte die Polizei sogar sein Haus, ein Verfahren wegen illegalen Glücksspiels wurde eingeleitet und nach Zahlungen eingestellt. Er musste außerdem 40.000 Euro Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung zahlen.

Nach seinem Rückzug im Februar, geriet 2022 auch seine Escape-Game-Show "Get away", online zu sehen auf der Streamingplattform "Joyn", in die Schlagzeilen. MontanaBlack lädt seine Streamer-Freunde in ein Gefängnis ein. Gemeinsam mit Moderator Steven Gätjen überwacht und kommentiert er die "Aufgaben" der "Gefangenen": Sie müssen unter Zeitdruck aus der Zelle ausbrechen. Dafür finden sie in der Zelle Hinweise und Hilfsmittel. Später treten die "Häftlinge" auch gegeneinander an. Eine Teilnehmerin überstand die Challenges allerdings nicht unversehrt: Kayla Shyx brach sich beide Hände.

Auf der einen Seite ist Eris also der Aquaristik-Liebhaber mit Drogenvergangenheit, der Gefühle zeigt und seine Großeltern verehrt. Auf der anderen, der Mann, der über rassistische, frauenfeindliche, antisemitische Kommentare lacht – und es im Nachhinein manchmal bereut. Erst im Zusammenspiel, so scheint es, sind diese beiden Seiten das Geheimnis seines Erfolgs.

Twitch ist im Visier von Angreifern.
Twitch ist im Visier von Angreifern. Nutzerinnen und Nutzer sollten wachsam sein. (Quelle: Twitch/dpa-tmn./dpa)

twitch

Twitch ist ein interaktiver Video-Livestreaming-Dienst für eine große Bandbreite an Inhalten wie Computer-Spiele, Entertainment, Sport, Musik und mehr. Millionen von Menschen kommen hier jeden Tag live zusammen, um zu chatten, zu interagieren und gemeinsam für Unterhaltung zu sorgen. In einem großen Fenster können die User den Spielbildschirm des Streamers sehen, in einem kleineren Fenster die Person beim Spielen, darunter laufen die Chatnachrichten ein.

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Verwendete Quellen
  • twitch.com: Account von MontanaBlack88
  • Spiegel: Der böse Bube aus Buxtehude
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