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"Der Sepp": Töchter und Filmstars trauern um Joseph Vilsmaier

Trauer um Vilsmaier  

"Mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen"

12.02.2020, 12:01 Uhr | sow, dpa, t-online.de

"Der Sepp": Töchter und Filmstars trauern um Joseph Vilsmaier. "Der Boandlkramer und die ewige Liebe": Joseph Vilsmaier und seine beiden Hauptdarsteller Hape Kerkeling und Michael Bully Herbig  (Quelle: dpa)

"Der Boandlkramer und die ewige Liebe": Joseph Vilsmaier und seine beiden Hauptdarsteller Hape Kerkeling und Michael Bully Herbig (Quelle: dpa)

"Der Sepp", so war Joseph Vilsmaier in der Münchner Filmbranche bekannt. Jetzt ist der "Comedian Harmonists"-Regisseur tot. Seine Familie und ehemalige Weggefährten trauern. 

In der deutschen Filmbranche genoss der Joseph Vilsmaier eine große Anerkennung. Mit "Ich bin der Sepp", stellte er sich gerne vor. Herzlich, bodenständig, geradeheraus, voller Energie und mitunter auch mal grantelnd – so kannten und liebten ihn Freunde und Kollegen. Am Dienstag ist der Filmemacher im Alter von 81 Jahren gestorben. 

Vilsmaier sei zuhause friedlich eingeschlafen, wie seine erwachsenen Töchter Janina, Theresa und Josefina am Mittwoch mitteilten und weiter heißt es: "Wir vermissen unseren Vater und trauern gemeinsam mit unserer Familie und Freunden um einen ganz besonderen Menschen und einen großartigen Filmemacher."

Später Durchbruch als Regisseur und Kameramann

Erst mit fast 50 Jahren gab Vilsmaier sein hochgelobtes Regiedebüt im Jahr 1989 mit "Herbstmilch" nach den Lebenserinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider. In einer Hauptrolle: Seine Ehefrau, die tschechische Sängerin und Schauspielerin Dana Vávrová, die in vielen seiner Filme mitspielte. Als sie 2009 mit nur 41 Jahren an Krebs starb, war er untröstlich.

Nach "Herbstmilch" folgen viele weitere Werke: Etwa der mit Preisen überhäufte Streifen "Comedian Harmonists" über das Vokalensemble der Weimarer Republik. Der Kriegsfilm "Stalingrad" über die verheerende Schlacht in Russland im Winter 1942. Oder der TV-Zweiteiler "Die Gustloff". Sein größter internationaler Erfolg war die Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" nach einem Roman von Robert Schneider. Das in Österreich spielende Drama wurde sogar für die Golden Globes nominiert. 

Bully: "Ich werde dich so vermissen"

Zuletzt hatte der Münchner mit Michael Bully Herbig und Hape Kerkeling gedreht – die Komödie "Der Boandlkramer und die ewige Liebe", die am 5. November ins Kino kommen soll. Herbig spielt darin den personifizierten Tod, der sich verliebt, Kerkeling ist als Teufel zu sehen. "Joseph, mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen! Dein mitreißendes Lachen, Dein herrliches Schimpfen, Deine einzigartigen Geschichten, Deine schier endlose Energie, Deine Spitzbübigkeit, Dein großes Herz, einfach Alles!", verabschiedete sich Herbig auf Instagram und Facebook.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder nannte Vilsmaier ein Ausnahmetalent und erinnerte an Auszeichnungen wie den Bayerischen Filmpreis oder den Bayerischen Verdienstorden. "Millionen Kino- und Fernsehzuschauer waren begeistert von seinen Regiearbeiten. Besonders beeindruckend war die neue Richtung, die er dem Heimatfilm gab", sagte Söder. "Er hat bayerische Lebenskunst in seinen Filmen ausgedrückt und mit Kinofilmen wie "Comedian Harmonists" und "Marlene" Denkmäler gesetzt und Klassiker geschaffen", erklärte Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein vom FilmFernsehFonds Bayern.

Mit "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" von 2008 und der in diesem Jahr startenden Fortsetzung konnte sich Vilsmaier einen Herzenswunsch erfüllen. Fast 59 Jahre habe er darauf gewartet, den Film zu drehen, sagte Vilsmaier damals bei der Produktion des ersten Teils. Auch einen Erfolg außerhalb Bayerns hatte er im Blick: "Der bayerische Himmel ist eine Mentalitätssache", meint er. "Die Menschen sind wortkarg und haben das Herz am rechten Fleck, sie sind manchmal grantig, manchmal nett, die haben alles drauf – daran haben die Leute auch im Norden Gefallen!"

Für seine Arbeit wurde Vilsmaier vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 2006 den Bayerischen Filmpreis und 2009 den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises. Seit 1999 war er Träger des Großen Verdienstkreuzes, des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, und seit 2003 auch Träger des Bayerischen Verdienstordens.

Verwendete Quellen:

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