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Gaby Köster spricht bei "Markus Lanz" über ihr Tinder-Erfahrungen

Gaby Köster bei Lanz  

"Meine Erfahrungen auf Tinder waren bekloppt"

Von Verena Maria Dittrich

14.11.2019, 11:42 Uhr
Gaby Köster spricht bei "Markus Lanz" über  ihr Tinder-Erfahrungen. Gaby Köster: Die Komikerin war bei "Markus Lanz".  (Quelle: imago images / APress)

Gaby Köster: Die Komikerin war bei "Markus Lanz". (Quelle: imago images / APress)

Köster bei Lanz: Die kölsche Frohnatur plaudert über ihr Leben nach dem Schlaganfall, neue Projekte und ihre Suche nach einem Mann. Was Gaby mit der Flirt-App Tinder erlebte, lesen Sie hier.

"Ein Dreibein (Köster-Sprech für Mann) kann ruhig kommen", antwortet Gaby Köster, am Mittwochabend als Gast bei Markus Lanz, auf dessen Frage, was denn die Partnersuche so mache. Eines fällt beim Anblick der quirligen Komikerin sofort auf: Sie sieht gut und sehr erholt aus und das liegt garantiert nicht nur am professionellen Make-up.

Köster mit ihrem unvergleichlichen Humor nimmt wie eh und je kein Blatt vor den Mund. So plaudert sie ganz unverhohlen über ihre "bekloppten Erfahrungen auf Tinder": Von Männern, die sie anschrieben und sich mit ihr treffen wollten und sie gern als "Zweitfrau" hätten, ein bisschen so "wie in Afrika". Die Hauptfrau würde Gaby natürlich auch kennenlernen, weil sie "ein Fan von ihr" sei. Lanz schmunzelt. Tinder halt. "Ich glaube, dass irgendwann mal analog was kommt, aber nicht mehr über diversen Portale".

Die Frau, die in den Neunzigern mit "Ritas Welt" deutschlandweit bekannt wurde und eine "sagenhafte Karriere" hinlegte, erlitt vor elf Jahren einen schweren Schlaganfall und erobert sich seitdem jeden Tag ein Stück mehr Freiheit zurück. Denn: "Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede." (Dies ist übrigens auch der Titel ihres aktuellen Buches.)

"Dieser Drecksschlagabfall verändert mein Leben"

Markus Lanz möchte wissen, ob sie sich manchmal Bilder von früher anschaue oder traurig sei, wenn sie an die Zeit vor dem Schlaganfall zurückdenke. Und natürlich packe sie ab und zu die Wehmut, dass sie nicht mehr so viel machen kann, Bilder von "Ritas Welt" könne sie zum Beispiel gar nicht angucken, schon allein wegen "der Körperlichkeit". Doch nach wie vor laute ihr Motto: "Aufgeben ist keine Option". Auch wegen ihrer Mutter, die ihr helfe. "Schlimm, dass sie sich mit mir rumplagen muss, statt mit achtzig im Schaukelstuhl zu sitzen", sagt das kölsche Energiebündel.

Auf die Frage, ob sie heute manchmal denke, damals besser auf sich hätte achten zu müssen, "nicht rauchen", nicht immer "auf der Überholspur und 365 Tage im Jahr arbeiten", antwortet Köster, es bringe nichts, über die Vergangenheit nachzudenken. Sie lasse sich ja dadurch schließlich nicht ändern. Trauere sie dem alten Leben nicht doch ein bisschen hinterher, hakt Lanz nach: "Nein", meint das "Sommerkind", das "die graue Jahreszeit und die Dunkelheit" nicht mag.

Mit gewohnt trockenem, fast bitterbösem Humor, vor allem, wenn sie über sich selbst spricht, plaudert Köster über ihr aktuelles Leben. Beispielsweise sei das Erste, was sie sofort wieder lernte, Treppen steigen gewesen, um nach oben ins Bad zu kommen, denn "Duschen ist ja auch mal schön!" Aber wie wär’s mit einem Umbau des Hauses? Nicht mit Köster! Die erklärt stattdessen: "Dieser Drecksschlagabfall verändert mein Leben aber nicht die Immobile.".

"Die Leute denken, ich hätte Kohle im Keller"

Heute sei sie glücklicher als vor dem Schlaganfall, wo sie sich oft wie im "Hamsterrad" fühlte und nur funktionierte. Als Freiberuflerin hätte sie nicht einfach sagen können: "So, ich mache jetzt 'nen Monat Urlaub! Da hat man auch Verantwortung anderen gegenüber!" Inzwischen widme sie sich nur noch Sachen, die ihr Spaß machen. Sie male viel, beschäftige sich mit Farben oder "lese wunderbare Reisebücher".

Die Neugier, sie ist nach wie vor da. Genauso wie der Hunger auf das Leben. Auch wenn heute nicht mehr alles so schnell gehe wie früher. Sie arbeite gern. Und hier, an diesem Punkt, räumt die "Queen of Comedy" mit einem Vorurteil auf, mit dem viele Prominente konfrontiert werden: "Die Leute denken ich hätte Kohle im Keller."


Die Zeit sich ins Leben zurückzukämpfen sei hart gewesen, nicht nur körperlich, auch emotional, berichtet Köster in ihrer sympathischen und direkten Art. Nach ihrem Schlaganfall habe sie elf Jahre nicht weinen können, nicht eine Träne. Erst als ihr Sohn zu einer mehrmonatigen Reise nach Südamerika aufbrach, wurden "die Schleusen geöffnet". Sie steckt voller Elan, diese quirlige Grande Dame unter den Komikerinnen. So plane sie, neben einer Lesetour ein Reisemagazin für Rollstuhlfahrer, "denn auch Rollstuhlfahrer möchten ja gern was von der Welt sehen". Jeder, der meint, die Comedienne bremsen zu müssen, weiß, das ist "Quatsch". Wenn Gaby Köster bremst, dann höchstens auf ihrem mobilen Rollstuhl, den sie liebevoll "meinen Feger“ nennt.

Verwendete Quellen:
  • "Markus Lanz"-Folge vom 13. November 2019

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